In Saudi Arabien gestartet
: Stuttgarter Flughafen: „Stratotanker“ der US Air Force macht Zwischenstopp

Das Tankflugzeug der US-Streitkräfte ist zwar nicht selten, aber in Stuttgart selten zu Gast. Vermutlich war es im Iran im Einsatz.
Von
Michael Bosch
Stuttgart
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Die KC-135R „Stratotanker“ der US Air Force landete am Mittwoch am Stuttgarter Flughafen.

Daniel Kessler

Ein spezielles Flugzeug der US-Streitkräfte ist an diesem Mittwoch in Stuttgart gelandet. Die Boeing KC-135R „Stratotanker“ setzte gegen 15.40 Uhr auf dem Flughafen in Stuttgart auf. Das Luftfahrtamt der Bundeswehr bestätigte die Landung auf Nachfrage. Das Flugzeug ist zwar nicht selten, aber in Stuttgart eher selten zu Gast.

Demnach war die Maschine, eine von knapp 400 im Besitz der United States Air Force, in Saudi Arabien auf der Prince Sultan Air Base gestartet. Das zeigen auch Daten aus öffentlich einsehbaren Flugtrackern. Auskünfte darüber, zu welchem Zweck die Maschine in Stuttgart gelandet ist, kann die Bundeswehr nicht erteilen. Auch die US-Streitkräfte tun das in der Regel nicht.

„Startotanker“ kam aus der Golf-Region

Der Abflugort in der Golfregion lässt aber den Schluss zu, dass die Maschine im Konflikt im Iran oder als Unterstützung für die israelischen Luftstreitkräfte, die sich weiterhin im Krieg mit dem Libanon befinden, zum Einsatz kam. Sicher ist: Das Flugzeug weilte nur kurz in Stuttgart und hob rund vier Stunden später wieder ab – in Richtung Frankreich. Ziel war der Militärflugplatz Avord, die zweitgrößte Basis der französischen Luftstreitkräfte.

Die Maschine war in Saudi-Arabien gestartet und flog weiter nach Frankreich.

Foto: Daniel Kessler

Bei der gelandeten Maschine handelt es sich um ein Flugzeug mit langer Geschichte. Die KC-135 wurde bereits im Jahr 1963 gebaut und ist damit heute über 60 Jahre alt. Trotz ihres hohen Alters gehört dieser Flugzeugtyp weiterhin zu den tragenden Säulen der US-Luftwaffe. Möglich wird dies durch umfangreiche Modernisierungen. Die Version „R“ der KC-135 verfügt über leistungsstärkere und effizientere Triebwerke sowie modernisierte Avionik.

Das Flugzeug wird dazu genutzt, andere Maschinen während des Flugs zu betanken. Dadurch können Kampfflugzeuge, Aufklärer und Transportmaschinen ihre Reichweite erheblich erhöhen und über längere Zeiträume im Einsatz bleiben. Auch die Verlegung von Militärgerät und Personal über Kontinente hinweg wird durch die „Stratotanker“ effizienter.

Mehr Militärflüge der US-Streitkräfte in Stuttgart?

Zwischenstopps wie der in Stuttgart werden häufig genutzt, um zu tanken, für Wartungsarbeiten oder Crewwechsel. Stuttgart liegt dabei strategisch günstig, auf transatlantischen Flugrouten sowie auf Verbindungen zwischen Europa und dem Nahen Osten. Außerdem haben die US-Streitkräfte in der Region nach wie vor verhältnismäßig viele Stützpunkte und dementsprechendes Personal.

Subjektiv betrachtet landen derzeit vermehrt Maschinen der Air Force in Stuttgart. Sind solche Landungen häufiger geworden? Die Daten der Flugbereitschaft der Bundeswehr, die Einsicht in die Flugpläne der US-Streitkräfte hat, lassen diesen Schluss nicht zu. Seit Jahresbeginn sei kein Anstieg zu verzeichnen, heißt es. „Die Auswertung der hier vorliegenden Flugplandaten zeigt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum keine Steigerung der Flüge durch die amerikanischen Streitkräfte am Flugplatz Stuttgart“, sagt ein Sprecher.

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