Ehrenamtspreis unserer Zeitung
: Stuttgart steckt voller Sensationen

Sensationell ist, was Menschen für andere leisten. Dieses Engagement wollen wir mit unserem Ehrenamtspreis Stuttgarter/Stuttgarterin des Jahres unterstützen. Ein Kommentar von Jan Sellner.
Kommentar von
Jan Sellner
Stuttgart
Der Fernsehturm – das Wahrzeichen Stuttgarts – dient auch als Vorlage für unseren Ehrenamtspreis Stuttgarter/Stuttgarterin des Jahres, neuerdings mit Seitenausleger.

Der Fernsehturm – das Wahrzeichen Stuttgarts – dient auch als Vorlage für unseren Ehrenamtspreis Stuttgarter/Stuttgarterin des Jahres, neuerdings mit Seitenausleger, dem Schülerpreis.

Zeichnung Wolfgang Horsch

Sind wir nur noch von negativen Nachrichten umgeben? Ist die Welt so düster, wie sie uns medial vielfach begegnet? Barbara Traub, die Vorsitzende der Jüdischen Religionsgemeinschaft Württembergs, und praktizierende Psychotherapeutin in Stuttgart, hat im Nachgang zur Wahl in Sachsen-Anhalt darauf aufmerksam gemacht, dass das Verhältnis von negativen und positiven Nachrichten ihrer Beobachtung nach „aus dem Gleichgewicht geraten ist“ und die „Dominanz des Negativen“ Menschen verunsichert, woraus Populisten Nutzen schlagen.

Negative Nachrichten lassen sich nicht ausblenden. Es ist Aufgabe von Medien, über das häufig genug unerfreuliche Geschehen im Großen wie im Kleinen zu berichten. Traubs Hinweis sollte dennoch zu denken geben. Er enthält die Aufforderung, den Blick zu weiten. Denn das „Worst-of“ an Kriegen und Katastrophen, das uns auf Schritt und Tritt begleitet, stellt nur einen Ausschnitt der Lebenswirklichkeit dar.

Tatsächlich gibt es neben allem Misslingenden, das in die Schlagzeilen drängt, auch viel Gelingendes. Sogar so viel davon, dass es gar nicht mehr auffällt und der Rede wert zu sein scheint. Doch genau das ist es, der Rede wert und der Beachtung! Auch wenn es noch so unspektakulär erscheint. Ein Beispiel dafür ist das Ehrenamt, das es nicht leicht hat, im Wettbewerb der Nachrichten durchzudringen.

In Wahrheit ereignen sich unter dem etwas altmodisch klingenden Begriff in jeder Stadtgesellschaft eine Unmenge kleiner Sensationen: Da ist die Ärztin, die vom Krankenbett aus Leidensgenossen berät. Da ist der Wohnsitzlose, der Flaschenpfand für Menschen spendet, die bedürftiger sind, als er. Sensationell auch das Engagement der jungen Mutter, die schwerkranken Kindern auf der Herz- und der Intensivstation des Olgäle selbstgebastelte Geschenke macht. Oder der Einsatz von Schülerinnen und Schülern, die an ihrer Schule Projekte gegen Rassismus und für Toleranz starten. Oder das, was Mitglieder eines ehrenamtlichen Kriseninterventionsteams für Menschen in Ausnahmesituationen leisten. Rund 200.000 weitere Beispiele ließen sich allein in Stuttgart nennen. So viele Menschen sind in der Landeshauptstadt an unterschiedlichsten Stellen freiwillig aktiv.

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„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, lautet ein bekannter Satz des Autors Erich Kästner. Er beschreibt das, worin ehrenamtliches Engagement im Kern besteht: nämlich im Tun. Dieses Tun für andere, das vielfach auch einen ideellen Nutzen für einen selbst bedeutet, verdient Wertschätzung und stetige Ermutigung. Nicht nur in sonntäglichen Ehrenamtsreden, sondern auch ganz praktisch. Ein positives Beispiel dafür ist die von der Stadt Stuttgart neu eingeführte landesweite Ehrenamtskarte, die Ehrenamtlichen eine Reihe von Vergünstigungen ermöglicht. Seit Jahresbeginn wurden 2767 Karten ausgegeben. Ein hoffnungsvoller Beginn.

Gemeinsam mit der Volksbank Stuttgart wollen wir als Redaktion unsererseits die Anerkennungskultur fördern. Dem dient unser mit 15.000 Euro dotierter Ehrenamtspreis, den wir in diesem Jahr zum 13. Mal ausschreiben. Wer werden die Stuttgarter und Stuttgarterin des Jahres 2026 sein? Auch hier geht es ums Tun – ums Mittun. Sie, liebe Leserinnen, liebe Leser, sind herzlich eingeladen, uns Ihre Vorschläge zu schicken. Jeder einzelne davon ist eine gute Nachricht!

Mitmachen ist ganz einfach

Bitte schicken Sie Ihren Vorschlag bis 18. Oktober mit dem Stichwort „Stuttgarter/in des Jahres“ per Post an die Stuttgarter Zeitung, Plieninger Straße 150, 70567 Stuttgart oder per E-Mail an: stuttgarter-des-Jahres@stz.zgs.de. Stichwort: Ehrenamtspreis. Fügen Sie bitte auch Ihre Kontaktdaten und die Kontaktdaten der vorgeschlagenen Person hinzu. Eigenbewerbungen sind nicht möglich.

Ein Formular für die Bewerbung finden Sie auch auf der Homepage des Ehrenamtspreises unter www.stuttgarter-des-jahres.de/mitmachen-vorschlagen/ Dort finden Sie darüber hinaus alle Informationen über frühere Preisträger und Preisträgerinnen sowie weitere Informationen. Wenn Sie in den vergangenen Jahren bereits eine Bewerbung für den Ehrenamtspreis geschickt haben, Ihr Vorschlag jedoch nicht berücksichtigt wurde, können Sie es gerne ein zweites Mal versuchen. Es können auch mehrere Vorschläge eingereicht werden. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge.

www.stuttgarter-des-jahres.de/