Demos der Generation Z: „Kein Bock mehr auf kaputte Schulen“ – Protest-Showdown an Halloween in Stuttgart und Ulm?

Teilnehmer einer Demo in Berlin am 17. Oktober halten Schilder mit verschiedenen Texten in französischer und deutscher Sprache; die Kundgebung sollte Solidarität mit den Schülerinnen und Schülern in Frankreich ausdrücken. Im Nachbarland ist es zuletzt allerdings zu schweren Ausschreitungen gekommen.
Carsten Koall/dpa- Geplante Kundgebung in Stuttgart am 31. Oktober, 14 Uhr, auf dem Schlossplatz.
- Bewegung „Generation Z regelt das“: neue Ableger in Stuttgart und Ulm, Details unklar.
- Forderungen aus Social Media: kleinere Klassen, Unterstützung der Lehrkräfte, Bildung statt Krieg.
- Polizei registriert den Aufruf und bereitet sich vor – Vermummungsverbot gilt trotz Halloween.
- Hintergrund laut Berichten: marode Schulen, Lehrermangel und europaweit wachsende Jugendproteste.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Wir haben keinen Bock mehr auf kaputte Schulen“, sagt der vermummte, jung wirkende Mann im Social-Media-Video. Er liest recht monoton vom Handybildschirm ab. Im Text geht es auch um Rassismus und das Spardiktat bei den Sozialausgaben, und es geht um den 31. Oktober. Am Halloween-Tag soll um 14 Uhr eine Protestkundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz stattfinden.
Seit dem 12. Oktober gibt es den Instagram-Account „Stuttgart GEN-Z regelt“ mit aktuell gut 700 Followern. Das ist offenbar eine Abkürzung von „Generation Z regelt das“, einer möglicherweise neuen Bewegung, die sich in diesen Tagen bundesweit zu formieren scheint. Wer und wie viele genau dahinterstehen, ist derzeit unklar. Kontaktversuche unserer Redaktion zur Deutschland-Gruppe schlugen bislang fehl.
Anfrage an Stuttgarter Ableger bleibt unbeantwortet
Das gilt auch für den Stuttgarter Ableger. Zwei Anfragen unserer Redaktion über Instagram blieben bisher unbeantwortet. Warum das Stuttgarter Profil auch „Free Kurdistan“ und „Free Palästina“ teilt, ist daher zunächst nicht zu klären. Was auffällt: Nach den seit Wochen andauernden, in Teilen gewalttätigen Protesten in Frankreich scheint diese Stimmung auch nach Deutschland zu schwappen.

Bei den Protesten in Frankreich am 17. Oktober wurde das historische Rathaus von Limoges weitgehend zerstört.
Yann Lerval/SIPA/actionpress„Kleinere Klassen“ lautet eine Forderung
In Hamburg und in Berlin haben, offenbar vorwiegend junge Demonstranten am 15. und 16. Oktober die Zuwege zu Schulen blockiert. Auf handgeschriebenen Bannern, die als Fotos in den sozialen Medien im Umlauf sind, steht zum Beispiel „Bildung statt Krieg“, „kleinere Klassen“, „Unterstützung der Lehrkräfte“.
Die Anliegen der jungen Generation sind nicht aus der Luft gegriffen. Bei der Schulsanierung haben sich laut Berichten der „Süddeutschen Zeitung“ Investitionen von 68 Milliarden Euro aufgestaut, bei Kitas elf Milliarden Euro. Zudem geht die Bildungsministerkonferenz von 50.000 unbesetzten Lehrerstellen bis 2035 aus. Bereits im Oktober 2025 gab es Demonstrationen der jungen Generation.
Proteste breiten sich global aus
Laut einem aktuellen Bericht der BBC breiten sich die Proteste der Generation Z – geboren zwischen 1995 und 2010 – in diesen Tagen über digitale Wege nicht nur in Europa aus, sondern über den ganzen Globus. Auch wenn sich die Gründe der jungen Leute je nach Herkunftsland unterscheiden, einen roten Faden gibt es: Ungleichheit, Zukunftsängste und schlechtere Bildungs- und Jobchancen.
In Deutschland soll am 31. Oktober in einigen großen Städten demonstriert werden: Berlin, Hamburg, Köln, Bremen, München, Frankfurt am Main, Leipzig, Düsseldorf – und eben in Stuttgart und in Ulm, wo sich laut Instagram-Auftritt ebenfalls eine Ortsgruppe gebildet hat.
Das sagt die Stuttgarter Polizei
Die Stuttgarter Polizei hat den Aufruf für den 31. Oktober registriert. Bisher sei ihm nicht bekannt, dass eine Versammlung angemeldet worden sei, sagt der Sprecher Jan Quente auf Nachfrage unserer Redaktion. „Die Polizei wird sich entsprechend darauf vorbereiten.“
Die Kombination mit Halloween könnte zur Herausforderung werden. Denn beim Gruselfest tragen viele Menschen Masken. Auf Versammlungen gelte ein Vermummungsverbot, sagt Quente. Ob es sich um eine Versammlung handele, hänge nicht nur von einer offiziellen Anmeldung ab, sondern auch davon, ob eine Gruppe von Menschen eine Meinung zum Ausdruck bringe.


Die Demonstrationen in Frankreich sind eskaliert. Das wird Auswirkungen auf die Präsidentschaftswahlen haben, kommentiert Christian Gottschalk.