Architektur und Wohnen in Stuttgart: 5 der besten umgebauten Villen und Einfamilienhäuser in Stuttgart und Umgebung

Der Stuttgarter Architekt Hadi Tandawardaja von SOMAA führt für eine Familie in Luwigsburg eine Villa aus den 1960ern in ein Zuhause mit Zukunft.
Zooey Braun- Fünf Umbauten in Stuttgart zeigen, wie Villen und Häuser zeitgemäß modernisiert werden.
- Killesberg: Eine Doppelhaushälfte wurde ohne Abriss geöffnet – Stahl ersetzt tragende Wände.
- Villa Kauffmann: Denkmal mit Glockendach sensibel erneuert, gute Proportionen bleiben erhalten.
- Ludwigsburg: 60er-Jahre-Villa wurde schrittweise modernisiert und energetisch saniert.
- Stuttgarter Westen und Gerlingen: Minimalinvasive Sanierung und barrierefreier Zugang umgesetzt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Glücklich, wer dieser Tage in Stuttgart ein bezahlbares Grundstück findet und den Mut hat, trotz der Zinsentwicklung und der manchmal langwierigen Behördengänge ein Haus zu bauen. Vielleicht noch spannender als etwas neu zu entwerfen ist der kreative Umgang mit etwas, das schon da ist. Und da sind ja viele Doppelhaushälften, Reihenhäuser und freistehende Villen in Deutschland.
Millionen davon existieren in Deutschland, rund 16 Millionen. Nicht wenige warten darauf, zeitgemäß umgebaut und dabei auch energetisch saniert zu werden. Architekturbüros heute sehen im Umbauen eine herausfordernde Gestaltungsaufgabe. Oft sind die Ergebnisse großartig. Ein Überblick über fünf inspirierende Villen und Einfamilienhäuser, die wir besucht und in unserer Zeitung jüngst vorgestellt haben.
1. Puristische Doppelhaushälfte am Killesberg
Eine aus Aachen nach Stuttgart gezogene Familie hat den Stuttgarter Architekten Oliver Fischer gebeten hat, die frisch erworbene und dennoch traurig wirkende Doppelhaushälfte am Stuttgarter Killesberg neu zu denken. Alle neu, vom Keller bis zum Dachfirst – und zwar ohne Abriss!
Ins Erdgeschoss gelangt nun viel Tageslicht, die Fensterflächen sind groß, die Terrassentüren erlauben einen Durchblick nach Art der typisch holländischen Häuser. Stützen und Träger aus Stahl ersetzen die entfernten tragende Wände. Was der Architekt sonst noch vorgeschlagen hat, um das Gebäude zeitgemäß umzubauen, ist hier nachlesbar.
2. Glanzvolles Kulturdenkmal - Villa Kauffmann
Die Villa Kauffmann auf der Lenzhalde im Stuttgarter Norden wurde vom Büro Klatte und Weigle 1923 realisiert. Bauherr und erster Eigentümer war der Fabrikant und Kommerzienrat Cornelius Kauffmann. Kauffmann war laut Auskunft der zuständigen Denkmalbehörde Teilhaber einer Maschinenfabrik für Brauereianlagen sowie Präsident der Handelskammer - und offensichtlich ein Mann mit Sinn für gute, unprätentiöse Architektur.
Außergewöhnlich an dem denkmalgeschützten Haus ist das Glockendach, das man eigentlich aus dem Sakralbau kennt. Das war es aber auch schon mit dem effektvollen Auftritt. Das Haus fügt sich ansonsten harmonisch, ja fast schon bescheiden in die bestehende Bebauung ein und nimmt sich mit seinem alten Baumbestand angenehm zurück.
Mit den Worten des Architekten Simon Fehrles ausgedrückt: „Das Raumgefühl ist sehr gut, die Höhe, die Aufteilung, die Raumfolge, die Lichtverhältnisse – auch deswegen eignet sich die Villa wunderbar für eine Familie.“ Der Architekt hat die Villa nun sensibel und selbstredend unter Auflagen des Denkmalschutzes für die Zukunft noch schöner gemacht. Wie das gelungen ist und wie es im Haus aussieht, ist hier nachlesbar:
3. Neuer Look für eine 60er-Jahre-Villa
Ein Ehepaar hat sich bewusst für ein Bestandshaus aus den 1960ernin Ludwigsburg entschieden. Eine Bekannte ist Innenarchitektin, sie hat zu Gebäuden aus der Zeit geraten. Denn anders als direkt nach dem Krieg war das Material zu der Zeit nicht mehr knapp, und finanziell waren Hausbesitzer oft schon wieder gut ausgestattet, dass sie sich qualitätsvolles Bauen leisteten. Der Stuttgarter Architekt Hadi Tandawardaja von SOMAA hat diese Villa mit ihren 460 Quadratmetern Wohnfläche peu à peu auch energetisch saniert. Hier kommen die Details zum Umbau:
4. 30er-Jahre-Haus im Stuttgarter Westen
Dieser Bau aus den 1930ern schmiegt sich in einen steilen Hang und kann nur – was typisch für die Stuttgarter Kessellage ist – über öffentlich zugängliche Treppen erreicht werden, so genannte Stäffele. Diese Treppen haben etwas Verwunschenes, sind oft von Beerenhecken und Weinbergmauern gesäumt, sie führen zu Häusern, Terrassen und Gärten, sind die Lebensadern der An- und Halbhöhen.
Verantwortlich für das angenehme Raumgefühl in dem sanierten Wohnhaus für eine Familie ist Sophie Frank, die Stuttgarter Architektin, die für die effiziente Sanierung minimalinvasive Eingriffe vorschlug. Hier geht's zum Text:
5. Nachkriegshaus wird Familienwohntraum in Gerlingen
In vielen älteren Wohngebieten findet hier und da ein Generationswechsel statt. Im Fall dieser Gerlinger Doppelhaushälfte überspringt er eine Generation. Die Großeltern des Bauherren hatten das Haus gebaut, die Enkel führen es in die Zukunft - mit Hilfe des Stuttgarter Architekten Thilo Holzer. Abgesehen von der nun klimafreundlichen Energieversorgung mit Wärmepumpe ist der Zugang inzwischen barrierefrei. Heute gelangt man an einem Grünstreifen aus Hortensien und Gräsern entlang gehend ganz ohne Treppensteigen zum Haus.
Wie häufig bei älteren Gebäuden galt es nicht nur Fenster und Dach auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Der Architekt musst zunächst prüfen, welche Wände tragend sind. Denn eine kleine Küche, abgetrennt vom Wohnzimmer? Nicht zeitgemäß. Für den offenen Grundriss wurden Wände entfernt, ein Stahlträger eingebaut. Was sich sonst noch alles in dem Haus aus der Nachkriegszeit getan hat? Hier ist es nachzulesen in Bildern und Text:














