Kritik am Radwegenetz
: Backnanger Landtagsabgeordnete sucht gefährliche und kuriose Lücken

Bei einer Mitmachaktion der Abgeordneten Simone Kirschbaum können Bürgerinnen und Bürger bis 15. September kuriose und gefährliche Stellen im Radwegenetz melden.
Von
Annette Clauß
Rems Murr Kreis
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Gut ausgebaute, durchgängige Radwege sind hierzulande noch längst keine Normalität.

Jan Woitas/dpa

Wer eine Radtour entlang der Murr machen möchte, stoße auf einige Hindernisse und lästige Unterbrechungen, bemängelt die SPD-Landtagsabgeordnete Simone Kirschbaum aus Backnang(Rems-Murr-Kreis). Die Kommunen Oppenweiler, Sulzbach oder Aspach seien beispielsweise so schlecht an Backnang angebunden, dass das Fahrrad als Alternative zum Auto ausgeschlossen werde.

„Wer regelmäßig auf zwei Rädern zur Schule oder zur Arbeit unterwegs ist, weiß, wovon ich spreche“, sagt Kirschbaum, die Radpolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist. „Gefährliche oder gar völlig absurde Radwegelücken sind hierzulande leider keine Einzelfälle.“ Deshalb hat die 50-Jährige nun mit ihrem Kollegen Jan-Peter Röderer eine Mitmachaktion gestartet, um die „kuriosesten und gefährlichsten Lücken“ im Radwegenetz Baden-Württembergs zu identifizieren.

Noch bis zum 15. September können Bürgerinnen und Bürger mit einer kurzen Beschreibung oder einem Foto ihre Fundstellen per E-Mail an die Adresse lueckenschluss@spd.landtag-bw.de schicken. „Wir kommen direkt vorbei und schauen uns die Situationen gemeinsam mit den Menschen an Ort und Stelle an“, verspricht die Backnanger Sozialdemokratin. Im Herbst sollen dann die drei schlimmsten Lücken im Land prämiert werden. Die SPD-Fraktion, heißt es in einer Mitteilung zu der Aktion, werde sich danach im Landtag „für bereinigende Maßnahmen einsetzen“.

Der Remstalradweg zwischen Waiblingen-Hohenacker und Neckarrems ist seit März dauerhaft gesperrt.

Foto: Dirk Herrmann

In Baden-Württemberg komme der Ausbau von Radwegen seit Jahren kaum voran, kritisiert die SPD-Fraktion. Auf eine Anfrage hin habe das Verkehrsministerium eingeräumt, dass in den Jahren 2022 und 2023 weniger als 30 Prozent der geplanten Radwege an Bundes- und Landesstraßen tatsächlich gebaut wurden.

Auch beim überörtlichen Radverkehrsnetz des Landes Baden-Württemberg sehe es düster aus: Von den rund 7000 Kilometern Netz seien bislang nur etwa 3000 Kilometer lückenlos ausgebaut.