Regiorad in Ditzingen
: Radleihsystem soll attraktiv werden

Ditzingen will am Leihsystem für Fahrräder festhalten – aber nicht unter den derzeitigen Gegebenheiten. Der schlechte Service macht das System unattraktiv.
Von
Franziska Kleiner
Ludwigsburg
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In der Gesamtstadt Ditzingen gibt es mehrere Regiorad-Stationen.

Simon Granville

Die Reifen platt oder gar kein Rad an der Leihstation, die Radmodelle selbst wenig attraktiv – die Liste der Kritik an Regiorad ist lang. Nicht in jeder Kommune gleich, aber doch ähnlich. Was folgt daraus? Das diskutieren die Kommunen derzeit. Renningen hat den Vertrag bereits gekündigt.

Trotz des Ausstiegs von Kommunen verzeichnet das regionale Radverleihsystem nach eigenen Angaben im laufenden Jahr einen höheren Kundenstamm als noch 2023.

Der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart hatte nach Auswertung der Zahlen zwar festgestellt, dass die Nutzungszahlen konstant geblieben waren, Regiorad insgesamt aber „deutlich unter den Erwartungen“ blieb. Im Frühjahr 2025 sollen deshalb Entscheidungen zu einer möglichen Fortführung nach dem Ende der Vertragslaufzeit zum Jahresende 2026 getroffen werden. Vorbereitend wird deshalb derzeit die Position der bisher teilnehmenden Kommunen abgefragt.

Die Haltung der Ditzinger wurde am Dienstag in der Vorberatung des Ausschusses für Technik und Umwelt deutlich: Ditzingen hat grundsätzlich Interesse daran, sich an einem Anschlussmodell eines regionalen Verleihsystems von Fahrrädern zu beteiligen – sofern es für die Stadt finanziell interessant ist, sie für das Markungsgebiet direkte Sanktionsmöglichkeiten auf den Anbieter und die Möglichkeit der kurzfristigen Kündigung hat, wenn der Anbieter seine vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllt.

Derzeit hat die Kommune diese Möglichkeit nicht. „Einem Auflösungsvertrag müsste DB Connect zustimmen“, sagte Bürgermeister Ulrich Bahmer (CDU) in der Ausschusssitzung. Die Bahn-Tochter verantwortet das Radverleihsystem.

Die Ditzinger Stadträte waren in der Vergangenheit darum bemüht, das Verleihsystem in der Kernstadt und den Teilorten aufzubauen, kritisieren aber seit einiger Zeit den mangelhaften Service. Detaillierte Kritik wurde am Dienstag erneut formuliert: In der Marktstraße stünden zu viele Räder – und sie seien im Weg, sagte etwa Doris Renninger (Grüne). Sie stünden zudem „tagelang mit plattem Reifen“ dort, fügte Bürgermeister Bahmer an. Selbst wenn die Ausleihzahlen in den Teilorten deutliche Unterschiede aufwiesen, empfahl der Ausschuss dem Gemeinderat, an dezentralen Verleihstationen festzuhalten. Carl Renninger (Junge Liste) hatte angeregt, die Radstationen unter anderem im Kontext des S-Bahn-Anschlusses zu betrachten, sie daher auf die Kernstadt zu beschränken. Sein Antrag wurde aber mehrheitlich abgelehnt.

Kein vorzeitiger Ausstieg gewünscht

Die Überlegung vorzeitig, und somit wohl bei Vertragsstrafe, aus dem Vertrag auszusteigen, wurde zwar thematisiert, aber nicht weiterverfolgt. Man solle nicht „auf Biegen und Brechen abbrechen, denn dann haben wir gar nichts mehr“, hatte Grünen-Rätin Doris Renninger argumentiert.