Bietigheim-Bissingen
: Das „Günstigste Parkhaus der Republik“ ist Geschichte

Rund um die Innenstadt von Bietigheim-Bissingen werden ab 1. Januar 2027 neue Parkgebühren erhoben. Das soll rund eine Million Euro in die Kasse der Stadt spülen.
Von
Uwe Mollenkopf,
Yannik Schuster
Bietigheim-Bissingen
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Bietigheim Bissingen  Parkhaus  Loechgauerstrasse  20 bringt  fuer  viele  Autofahrer  in Freude Strahlen, hier kostet  das Parken  in der Stunde  10  Cent  und  fuer 20 Stunden 2 Euro da musste  man in Stuttgart  ganz Tief in die  tasche  greifen. Foto Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttgart  14.05.2025

Mit 10 Cent pro Stunde galt Bietigheim lange als günstigste Park-Stadt der Region – das wird sich wohl ändern.

Andreas Rosar
  • Bietigheim-Bissingen plant höhere Parkgebühren und kürzere Parkzeiten ab 2027.
  • Innenstadt: 2 Euro pro Stunde, max. 2 Stunden – erste 30 Minuten gebührenfrei.
  • Innenstadtnah: 1 Euro pro Stunde, max. 3 Stunden, ebenfalls 30 Minuten frei.
  • Parkhäuser künftig 1 Euro pro Stunde, nachts 50 Cent; bisher 10 Cent pro Stunde.
  • Bewohnerparken in mehreren Zonen, Ausweise 100 Euro pro Jahr; höhere Grund- und Gewerbesteuer.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Lange galt Bietigheim-Bissingen als Paradies für Parker. Bundesweit war gar vom „Günstigsten Parkhaus der Republik“ die Rede, auf den meisten öffentlichen Parkplätzen wurden erst gar keine Gebühren erhoben. Doch damit ist nun Schluss. Der Gemeinderat hat jüngst die Einführung von Parkgebühren rund um die Innenstadt zum 1. Januar 2027 beschlossen.

Mit den Parkgebühren und einer begrenzten Höchstparkdauer sollen die Parkflächen rund um die Innenstadt, darunter die Holzgartenstraße und die Talstraße, bewirtschaftet werden. Damit wolle die Stadt zum einen den Parksuchverkehr reduzieren und zum anderen Autofahrer an den Kosten der städtischen Parkierungsanlagen beteiligen, so der Erste Bürgermeister Michael Hanus. Die Stadt erhofft sich dadurch ein zusätzliches Gebührenaufkommen von rund einer Million Euro.

Zwei Euro pro Stunde in der Innenstadt

Zentrumsnahe Parkplätze werden in Zukunft werktags von 9 bis 18 Uhr gebührenpflichtig sein. Vorgesehen sind 2 Euro je 60 Minuten bei einer Höchstparkdauer von zwei Stunden. Abgerechnet werden soll im 15-Minuten-Takt. Die ersten 30 Minuten bleibeb über eine sogenannte „Brötchentaste“ gebührenfrei.

Auf innenstadtnahen Parkplätzen wie dem Mühlwiesenparkplatz und dem Parkplatz am Japangarten soll werktags von 9 bis 18 Uhr jeweils ein Euro je 60 Minuten fällig werden. Hier ist eine Höchstparkdauer von drei Stunden vorgesehen. Auch dort soll im 15-Minuten-Takt abgerechnet werden, die erste halbe Stunde bleibt gebührenfrei. Ausgenommen ist der Parkplatz nördlich der Mühlwiesenstraße am dortigen Einkaufszentrum.

Zudem sollen die Gebühren in allen städtischen Parkhäusern auf einen Euro je 60 Minuten steigen. Zwischen 18 und 9 Uhr sollen 50 Cent je 60 Minuten fällig werden. Durch den günstigeren Preis wolle man erreichen, dass zunächst die Parkhäuser gefüllt werden, ehe die Freiflächen in Beschlag genommen werden, erklärte Oberbürgermeister Jürgen Kessing. Zuvor kostete die Stunde dort nur 10 Cent – was überregional für Schlagzeilen sorgte.

Die Aktiven Unternehmer in Bietigheim-Bissingen hatten sich im Vorfeld in einer Stellungnahme für eine maßvolle Einführung und Anpassung der Parkgebühren ausgesprochen. Als Beispiel nannten sie bis zu 50 Cent pro Stunde.

Parkplätze für Beschäftigte in der Innenstadt

Zunächst gebührenfrei bleiben sollen hingegen der Parkplatz am Viadukt, der Parkplatz Farbstraße West und der „Schotterparkplatz“ in der Talstraße. Sie sollen insbesondere Beschäftigten in der Innenstadt zur Verfügung stehen. Vorgesehen ist dort eine Parkscheibenpflicht mit einer Höchstparkdauer von 10 Stunden.

Parkzonen in Bietigheim-Bissingen

Die Innenstadt von Bietigheim-Bissingen wird durch das neue Konzept in verschiedene Zonen aufgeteilt.

BZ-Grafik/Quelle: Stadt Bietigheim-Bissingen

Um Ausweichverkehr in Wohngebiete zu verhindern, plant die Stadt in den Zonen Innenstadt, Besigheimer Straße und Forsthausstraße zudem die Möglichkeit des Bewohnerparkens. Ein Bewohnerparkausweis für ein Jahr soll 100 Euro kosten.

Neben moderner Parktechnik wolle man auch das Handyparken zeitnah einführen. Erste Gespräche mit Anbietern hätten bereits stattgefunden, heißt es vonseiten der Stadt. Für den städtischen Vollzugsdienst entstehe damit kein nennenswerter Mehraufwand. Eberhard Blatter von den Freien Wählern hatte zudem angeregt, im Frühjahr 2028 eine Evaluation der einzelnen Parkzonen anzusetzen. Dem gegenüber zeigte sich die Stadtverwaltung offen.