Ema Kerqota (rechts) brachte die Waldebene-Frauen in Führung, am Ende stand aber eine bittere Niederlage. Foto: Archiv/Günter Bergmann

Der Oberliga-Spitzenreiter unterliegt überraschend beim Außenseiter Eutingen. Besser machen es die Frauen des VfB Stuttgart II in ihrem Halbfinalspiel.

Der Trainer Manuel Strobel konnte es auch am Tag danach noch nicht fassen: „Unglaublich, was für zwei Eier wir uns bei den Gegentoren ins Osternest gelegt haben.“ Und bitter, welche Folgen dies hat: Nicht nur, dass die Fußballerinnen des FSV Waldebene Stuttgart-Ost mit ihrer 1:2-Niederlage am Karsamstag beim klassentieferen SV Eutingen den greifbar nahen erstmaligen Einzug ins Verbandspokalfinale verspielt haben. Auch ist die damit verbundene tolle Zugabe futsch: Mit einem Sieg hätte Strobels Mannschaft für die nächste Saison bereits die DFB-Pokalteilnahme sicher gehabt. Vielleicht ein Traumlos wie Bayern, Wolfsburg oder Hoffenheim? Vorbei!

 

„Eine wirkliche Erklärung fehlt mir. Bis auf eine 20-Minuten-Phase in der ersten Hälfte haben wir ganz schwach gespielt“, sagt Strobel, dessen Team in der Oberliga seit Monaten von Erfolg zu Erfolg eilt. Als dortiger Tabellenführer haben die Waldebene-Frauen letztmals im September ein Spiel verloren. Und auch aktuell schien der Favorit zunächst noch auf Kurs. Ema Kerqota gelang nach einer Freistoßvorlage von Lisa Schade das Führungstor (27.). Dann aber kippte die Partie zugunsten des Gegners aus dem Schwarzwald, der in der Verbandsliga den zweiten Platz belegt. Beim 1:1 durfte die Eutinger Schützin Jana Rinderknecht einen Slalomlauf durch die komplette Gästeabwehr hinlegen (45.+2). Und dem spielentscheidenden Treffer ging laut Strobel „ein blöder Ballverlust“ voraus, worauf sich ein Schuss von Julia Chrzanowski aus 35 Metern ins Netz senkte (79.).

Im Endspiel am 14. Mai wird es nun ein Außenseiterduell zweier Verbandsligisten geben: die Eutingerinnen gegen den VfB Stuttgart II. Letzterer gewann sein Halbfinalspiel gegen den Oberliga-Sechsten TSV Neuenstein mit 4:1. Dabei trafen zweimal Lavinia Haas (17., 67.) sowie Leonie Kopp (20.) und Anja Selensky (65.). Das erwähnte DFB-Pokalticket geht an Eutingen, da die Wasenkickerinnen in diesem Wettbewerb als zweite Mannschaft nicht teilnahmeberechtigt sind. Noch offen ist der Finalspielort.