Erfahren Sie, wie Sie Schnecken und Nacktschnecken im Garten loswerden und welche Hausmittel besonders gut helfen. Foto: Andrey Armyagov / Shutterstock.com

Gärten bieten gute Lebensbedingungen für Schnecken. Hier warten feuchte Böden und schöne Leckereien in den Beeten. Für Gärtner werden Schnecken allerdings schnell zur Plage. Allem voran die Nacktschnecken. Was Sie tun können, um Schnecken im Garten wieder loszuwerden erfahren Sie hier.

Schnecken sind in deutschen Gärten für einen Großteil der Fraßschäden verantwortlich. Eier und Jungtiere überwintern im Boden und kommen mit den ersten warmen Phasen des Jahres an die Oberfläche, um Nahrung zu suchen und sich im Laufe des Sommers fortzupflanzen. Besonders lästig für Gärtner sind dabei einige Nacktschneckenarten. Allem voran die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris), da die in den 60er-Jahren eingeschleppte Schneckenart hierzulande fast keine natürlichen Fressfeinde hat. Löcher, sowie Fraß- und Schleimspuren an den Pflanzen sind die Anzeichen für die Schneckenplage. Dann sollte gehandelt werden.

1. Schnecken vorbeugen

Am nachhaltigsten gegen Schnecken hilft die Vorbeugung. Um langfristige Schneckenbefälle im Garten zu vermeiden, sollten Vorbeugemaßnahmen daher als erstes angegangen werden. Wenn Sie bereits beim Anlegen und der Pflege Ihres Gartens, bzw. der Beete oder Hochbeete ein paar simple Dinge beachten, haben es Schnecken schon von Anfang an deutlich schwerer und Ihre Pflanzen leichter. Die folgenden Dinge helfen zur Vorbeugung besonders gut:

Wichtig: Manche Schneckenarten, wie zum Beispiel die Weinbergschnecke sind geschützt und sollten daher nur mit tierfreundlichen Methoden von Gartenbeeten ferngehalten werden.

  • Boden umgraben: Wenn Sie den Boden der Beete jährlich umgraben, werden die Schneckengelege frei gelegt und die Eier haben schlechtere Überlebenschancen. Der beste Zeitpunkt zum Umgraben des Bodens, um Schnecken loszuwerden, ist im Frühjahr, nach dem ersten Frost.
  • Komposthaufen regelmäßig umschichten: Bei der Bekämpfung von Schnecken ist es wichtig, sich nicht nur auf das Gartenbeet zu konzentrieren. Gerade Komposthaufen, die nah an den Beeten sind, können schnell zu einem Problem werden. Sie bieten Schnecken ein ideales Zuhause, von dem aus sie leicht in das Gartenbeet gelangen können. Schichten oder setzen Sie den Kompost regelmäßig um (etwa alle 3 Monate). So können die Schneckeneier besser von Vögeln gefressen werden und durch das Lockern steigt im Sommer die Temperatur, was das Überleben der Eier zusätzlich erschwert.
  • Morgens gießen und nicht zu großflächig - Die nachtaktiven Tiere lieben die Feuchtigkeit. Wenn Sie Ihre Pflanzen morgens statt abends gießen, haben es die Schnecken in der Nacht schwerer zu den Pflanzen zu kommen. Gießen Sie Ihre Pflanzen auch öfters nur punktuell statt stets großflächig.
  • Nicht mulchen - Mulchen schützt zwar den Boden und unterdrückt Unkraut. Allerdings erhöht er auch die Bodenfeuchtigkeit, was Schnecken sehr entgegenkommt. Wenn Sie auf Mulch verzichten und Ihre Pflanzen öfters gießen, haben es Schnecken im Beet schwerer.
  • Hohes Gras beseitigen - Hohes Gras bietet den Schnecken feuchte und kühle Versteckmöglichkeiten. Achten Sie darauf, dass hohe Gräser und Gestrüpp rund um das Beet beseitigt sind.

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2. Schnecken regelmäßig fangen

Die effektivste Methode gegen Schnecken ist gleichzeitig auch die einfachste. Durch das regelmäßige Fangen bzw. Absammeln von Schnecken verringert sich die Schneckenpopulation nach und nach. Hier gilt es dran zu bleiben, denn jede Schnecke legt mehrere Hundert Eier, welche nach einigen Wochen schlüpfen. Mehrere Schnecken können mit Schneckenfallen abgesammelt werden. Feuchte Bretter zum Beispiel locken Schnecken an, die tagsüber darunter Schutz suchen. 

Die eingesammelten Schnecken sollten anschließend weit genug weg wieder frei gelassen werden. Ab etwa 20 Metern wird es für Schnecken schwierig wieder zurückzufinden. Bierfallen oder Futterköder sollten allerdings gemieden werden, da dies zusätzlich Schnecken aus der Umgebung anlocken könnte.

3. Natürliche Feinde im Garten

Gegen eine Schneckenplage helfen auch natürliche Feinde. Zu ihnen gehören Vögel, Igel, Hühner, Frösche und Enten. Um Schneckenfeinde anzusiedeln, sollten Sie ihnen genug Unterschlupf bieten. Allerdings haben einigen Nacktschneckenarten, wie zum Beispiel die Spanische Wegschnecke durch starke Absonderungen von bitterem Schleim, deutlich weniger natürliche Feinde als andere Schneckenarten. Indische Laufenten fressen die Schnecken dennoch und können sogar gemietet werden.

Auch Raubschnecken wie Tigerschnegel (Limax maximus) fressen gelegentlich Nacktschnecken und deren Eier. Die Tieren können zwar online gekauft werden, müssen aber nicht im Garten angesiedelt werden, da sie in der Regel sowieso vorhanden sind. Diese nützliche Schneckenart sollte nicht eingesammelt bzw. bekämpft werden.

4. Abschreckende Pflanzen

Einige Pflanzen haben den Ruf, auf Schnecken abschreckend zu wirken. Dazu zählen Knoblauch, Zwiebeln, Lauch, Lavendel, Thymian oder Rosmarin. Wenn Sie diese Pflanzen im Beet gut mit den anderen Pflanzen kombinieren, können Sie so eine praktische Barriere für die Schnecken setzen.

5. Hausmittel gegen Schnecken

Auch einige Hausmittel können im Gartenbeet gegen Schnecken helfen und nützlich sein.

  • Kalk oder Sägemehl streuen - Wenn Sie Kalk oder Sägemehl um Ihre Pflanzen streuen, hilft die entfeuchtende Wirkung, sodass Schnecken einen großen Bogen um die Pflanzen machen. Die Wirkung hält aber vor allem bei Kalk nur bis zum nächsten Regen, dann müssen die Barrieren erneuert werden.
  • Kaffeesatz - Auch Kaffeesatz wird von Schnecken gemieden. Streuen Sie den Kaffeesatz großzügig um das Beet oder die Pflanzen herum und erneuern Sie die natürliche Barriere nach längeren Regenphasen.
  • Sand streuen - Sand entzieht dem Untergrund Wasser und ist für Schnecken ziemlich unpraktisch und wird daher von ihnen gemieden.

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6. Schneckenzäune

Einfache Schneckenzäune sind bereits günstig zu bekommen und können schnell aufgestellt werden. Schneckenzäune sind so konstruiert, dass Schnecken diese nicht überwinden können. Wichtig beim Aufstellen eines Schneckenzaunes ist, dass keine Lücken entstehen und dass der Zaun mindesten 5 cm in der Erde vergraben wird.

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7. Schutzanstrich für Blumentöpfe und Hochbeete

In Baumärkten gibt es spezielle Anstriche für Holz und andere Materialien mit Antihaftwirkung. So können die Schnecken den Barriereanstrich nicht überkriechen.

8. Schneckenband

Schneckenbänder sind Klebebänder, die meist eine Kupferschicht haben (auf Amazon bestellen / ANZEIGE). Schnecken meiden den Kontakt mit Kupfer. So können Töpfe und Beete einfach am Rand abgeklebt werden und die Schnecken bleiben fern.

9. Schneckenpaste

Schneckenpaste ist ein weiteres sehr praktisches Mittel, um Schnecken von Pflanzen fernzuhalten. Die Pasten sind nicht giftig und vertreiben die Schnecken durch Duftstoffe. Wie Bänder und Anstriche werden auch die Pasten an den Rändern von Beeten oder Blumentöpfen angebracht. Der Vorteil ist, dass die Pasten oft mehrere Wochen halten und nicht zu sehen sind.

10. Schneckenkorn

Schneckenkorn ist ein Giftköder und sollte die letzte Wahl der Schneckenbekämpfung sein (auf Amazon bestellen / ANZEIGE). Giftig sind die Köder nur für Schnecken. Achten Sie aber dennoch auf einen dosierten Einsatz von solchen Präparaten, um die Umwelt nicht unnötig zu belasten. Am besten schaffen Sie dies, wenn Sie das Schneckenkorn bereits zum Frühlingsanfang einsetzen. Durch das geringe Nahrungsangebot wird das Schneckenkorn bereitwilliger von den Schnecken angenommen und noch kleine Populationen lassen sich besser eindämmen.

Fazit

Es gibt viele Hilfsmittel gegen Schnecken. Wichtig ist, die Schneckenbekämpfung ganzheitlich und strategisch zu betrachten. Vorbeugende Maßnahmen erleichtern bereits das Beseitigen der Schnecken im nächsten Jahr. Wenn Sie auf ein paar wenige Dinge im Gärtneralltag achten, sind lokale und situative Maßnahmen deutlich wirkungsvoller. Auch der Einsatz von Giften ist so bei der Schneckenbekämpfung nicht notwendig.