Proteste gegen den Baubeginn von S21 im Februar 2010. Foto: Michael Steinert

Stuttgart 21 ist das umstrittenste und langwierigste Bauprojekt Deutschlands, doch wann fiel eigentlich der offizielle Startschuss? Eine Chronologie.

Kaum ein deutsches Bauprojekt sorgt seit Jahrzehnten für so viel Gesprächsstoff und Schlagzeilen wie der Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs zum unterirdischen Durchgangsbahnhof – nicht erst seit der erneuten Verschiebung der Fertigstellung auf 2029/2030. Doch wann fiel eigentlich der offizielle Startschuss für „Stuttgart 21“?

 

Der offizielle und medienwirksame Baubeginn datierte auf den 2. Februar 2010. An diesem Tag wurde im Gleisvorfeld des alten Stuttgarter Hauptbahnhofs feierlich ein tonnenschwerer Prellbock aus den Schienen gehoben.

Auch in der Bahnhofshalle wurde protestiert. Foto: Foto: Michael Steinert

Günther Oettinger und lautstarke Proteste in der Halle

Begleitet wurde dieser symbolische Akt von viel politischer Prominenz (darunter der damalige Bahnchef Rüdiger Grube und Ministerpräsident Günther Oettinger) – und bereits damals von Tausenden lautstarken Projektgegnern in der Bahnhofshalle.

Langer Weg bis zum ersten Baggerbiss von S21

Dass es überhaupt zu diesem Baustart kam, war das Ergebnis eines langen Vorlaufs. Hier ist eine kleine Übersicht der wichtigsten Meilensteine bis zu jenem kalten Februartag:

  • 1994: Die gigantische Idee für das Verkehrs- und Städtebauprojekt wird der Öffentlichkeit zum allerersten Mal vorgestellt.
  • 2005: Nach jahrelangen Machbarkeitsstudien, Planungen und Diskussionen ergeht die erste Baugenehmigung (Planfeststellungsbeschluss) für einen Bauabschnitt.
  • 2009: Ein entscheidender Durchbruch: Im April 2009 wird die offizielle Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Bund, dem Land Baden-Württemberg, der Stadt Stuttgart und der Deutschen Bahn geschlossen.
  • 2. Februar 2010: Baubeginn mit Hebung eines Prellbocks.

Unendliche Geschichte mit Stuttgart 21

Wer am 2. Februar 2010 dachte, alles könnte reibungslos gehen, der wurde eines Besseren belehrt. Ursprünglich hätte der neue Tiefbahnhof schon im Dezember 2019 feierlich in Betrieb gehen sollen.

Inzwischen ist vielen das Lachen vergangen: Baustart mit Schuster, Oettinger, Werner Klingberg, Rüdiger Grube (beide DB), Peter Ramsauer (Bundesverkehrsminister) und Jeannette Wopperer (VRS). Foto: dpa

Hiobsbotschaften für Stuttgart 21

Wie wir heute im Jahr 2026 wissen, hat sich das Projekt jedoch zu einer schier endlosen Geschichte entwickelt. Nachdem die Eröffnung immer wieder verschoben wurde – zuletzt auf Ende 2026 – machten im Februar 2026 schon wieder neue Hiobsbotschaften die Runde: Wegen Problemen bei der digitalen Zugtechnik und fehlerhaft verbauten Installationen gehen aktuelle Prognosen davon aus, dass der Tiefbahnhof erst 2029/2030 komplett fertiggestellt wird.

Der Prellbock von 2010 war also nur der Auftakt für einen Bau- und Planungsmarathon, der Stuttgart noch über das Ende des Jahrzehnts in Atem halten wird.