Nun hat Julian Nagelsmann offiziell bekannt gegeben, mit welchem Kader er zur Weltmeisterschaft reist. Der Bundestrainer hat diese Profis des VfB Stuttgart nominiert.
Das Heft des kommunikativen Handelns hatte der Bundestrainer zuletzt ja nicht mehr in der Hand. Nach und nach war in den vergangenen Tagen durchgesickert, welche Spieler Julian Nagelsmann in seinen Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, in Mexiko und in Kanada berufen wird. Nun herrscht endgültig Klarheit, in Frankfurt hat der Coach nun unter anderem bestätigt, dass vier Profis des VfB Stuttgart im Aufgebot des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) stehen.
Alexander Nübel Um die Torhüterpositionen gab es zuletzt den größten Wirbel durch das Comeback von Manuel Neuer (FC Bayern) und die daraus resultierende Degradierung von Oliver Baumann (TSG Hoffenheim) zur Nummer zwei. Auch für Nübel ändert sich die Rolle. Bislang war der Keeper des VfB der erste Stellvertreter Baumanns, nun rückt er eine Position nach hinten. 2024 hatte der 29-Jährige noch zu den vier Torhütern gehört, die Nagelsmann mit zur EM nehmen wollte. Kurz vor Turnierbeginn revidierte der Bundestrainer seine Meinung und setzte doch auf nur drei Keeper – zum Leidwesen Nübels, der mittlerweile drei Länderspiele gemacht hat.
Angelo Stiller Bei der EM 2024 war Stiller ebenfalls nicht dabei. Es schien aber klar: Danach kommt die Zeit des Mittelfeldstrategen vom VfB auch in der Nationalmannschaft. Tatsächlich gehörte er lange zum Aufgebot – bis er im Herbst 2025 plötzlich nicht mehr zu Kreis der Auserwählten zählte. Auch im März war er zunächst nicht für die beiden Länderspiele nominiert worden, rutschte dann aber aufgrund der Verletzung von Felix Nmecha (Borussia Dortmund) in den Kader. Nun ist der 25-Jährige dabei, wird im zentralen defensiven Mittelfeld aber eher Herausforderer denn Stammkraft sein. Nagelsmann präferierte bisher das Duo Aleksander Pavlovic und Leon Goretzka (beide FC Bayern). Stiller hatte bislang sieben Einsätze im Nationalteam.
Jamie Leweling Der Offensivmann des VfB bekam wie Stiller nach der EM 2024 seine Chance im DFB-Team. In München feierte er gegen die Niederlande sein Debüt – mit einem Knalleffekt. Er traf sehenswert zum 1:0, sein Tor entschied damals die Partie. Seitdem war der 25-Jährige immer nominiert, sofern er nicht verletzt war. Seine Berufung in den WM-Kader war demnach keine große Überraschung mehr. Bisher hat er vier Länderspiele bestritten und dabei einen Treffer erzielt. Bei der WM darf er sich durchaus Hoffnungen auf den einen oder anderen Startelfeinsatz machen, da in Serge Gnabry ein erfahrener Außenbahnspieler verletzt fehlt.
Deniz Undav Über Deniz Undav und seine Rolle im Nationalteam wurde im Frühjahr viel debattiert – und der Bundestrainer setzte sich dabei ordentlich in die Nesseln. Genervt von der Diskussion um den Stürmer kritisierte Nagelsmann den Stürmer nach der Partie gegen Ghana in Stuttgart öffentlich, obwohl Undav gerade den 2:1-Siegtreffer erzielt hatte. Kurz danach war ein klärendes Telefonat nötig, Undav versicherte danach, es sei alles abgehakt. Obwohl er der Angreifer die besten Scorerwerte aller deutschen Stürmer aufweist, wird er sich bei der WM wohl mit der Jokerrolle begnügen müssen. Diese hat der Coach für den VfB-Star vorgesehen. Bislang hat Undav sieben Länderspiele bestritten und dabei vier Treffer erzielt.
Der VfB ist damit genauso zahlreich im deutschen Kader vertreten wie bei der EM 2024 (Undav, Waldemar Anton, Maximilian Mittelstädt, Chris Führich), allerdings hätte man sich in Stuttgart wohl einen noch stärkeren Block gewünscht. Vor allem für Mittelstädt und Führich endete die Nominierungsphase aber mit einer Enttäuschung. Obwohl zuletzt extrem formstark verzichtete Nagelsmann auf das Duo. Auf der linken Abwehrseite setzt der Bundestrainer auf David Raum (RB Leipzig) und Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt). Offensiv sieht Nagelsmann die jungen Lennart Karl (FC Bayern) und Said El Mala (1. FC Köln) vor Führich.
Das deutsche WM-Aufgebot
TOR: Oliver Baumann (TSG Hoffenheim), Manuel Neuer (Bayern München), Alexander Nübel (VfB Stuttgart)
ABWEHR/MITTELFELD: Waldemar Anton (Borussia Dortmund), Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt), Pascal Groß (Brighton & Hove Albion), Joshua Kimmich (Bayern München), Felix Nmecha (Borussia Dortmund), Aleksandar Pavlovic (Bayern München), David Raum (RB Leipzig), Antonio Rüdiger (Real Madrid), Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund), Angelo Stiller (VfB Stuttgart), Jonathan Tah (Bayern München), Malick Thiaw (Newcastle United)
ANGRIFF: Nadiem Amiri (FSV Mainz 05), Maximilian Beier (Borussia Dortmund), Leon Goretzka (Bayern München), Kai Havertz (FC Arsenal), Lennart Karl (Bayern München), Jamie Leweling (VfB Stuttgart), Jamal Musiala (Bayern München), Leroy Sané (Galatasaray Istanbul), Deniz Undav (VfB Stuttgart), Florian Wirtz (FC Liverpool), Nick Woltemade (Newcastle United)