Starker Auftritt in Leverkusen mit einem kleinen Schönheitsfehler: Jeff Chabot. Foto: Baumann

Der Innenverteidiger erhält von seinem Trainer ein Sonderlob – und prägt das VfB-Spiel inzwischen deutlich stärker als noch zu seiner Anfangszeit in Stuttgart.

Es waren große Fußstapfen, in die Jeff Chabot vor eineinhalb Jahren nach seinem Wechsel vom 1. FC Köln zum VfB Stuttgart trat: Die beiden Innenverteidiger Waldemar Anton und Hiroki Ito hatten in der Vizemeister-Saison 2023/24 zu den Erfolgsgaranten gezählt – und neben ihrer Abwehrstärke vor allem eine Qualität eingebracht: Impulse in der Spieleröffnung durch punktgenaue Pässe in die Tiefe. Die spielte Chabot in seinem ersten Jahr beim VfB eher selten und fiel stattdessen durch robustes Zweikampfverhalten und eine ausgeprägte Lufthoheit bei Kopfballduellen auf.

 

Inzwischen aber geht der 27-Jährige auch mit Ball am Fuß mehr Risiko ein – und findet immer wieder erfolgreich seine Mitspieler im Mittelfeld oder Sturm. Selten in den vergangenen Monaten trat das deutlicher zu Tage als beim 4:1-Auswärtssieg gegen Bayer Leverkusen, bei dem der Innenverteidiger nach Ballgewinnen meist direkt den Vorwärtsgang einlegte und so an der Entstehung von zwei Stuttgarter Treffern beteiligt war.

Lob von Sebastian Hoeneß und Lothar Matthäus

Dieser Mix aus Aggressivität im Zweikampf und offensivem Denken im Ballbesitz war auch aus Sicht des Stuttgarter Trainers ein Schlüssel für den Erfolg im Rheinland. „Wir haben gegen den Ball sehr mutig verteidigt. Dann war es entscheidend, dass wir nach den Balleroberungen vertikal nach vorne gespielt haben“, sagte Sebastian Hoeneß – und hob anschließend Chabot hierbei explizit hervor: „Wir wissen, dass er sehr gut verteidigen kann. Er ist aber auch in der Lage, ein Spiel zu beschleunigen mit seinen Pässen nach vorne. Ich finde, dass er da einen gewaltigen Sprung gemacht hat in den vergangenen eineinhalb Jahren.“

Lothar Matthäus sieht Jeff Chabot als DFB-Kandidaten. Foto: Baumann

Aus Sicht von Lothar Matthäus rücken Leistungen wie jene in Leverkusen Chabot auch ins Blickfeld der deutschen Nationalmannschaft, für die er bislang noch nie nominiert gewesen war. „Er kann Dreier- und Viererkette spielen, hat eine körperliche Präsenz, ist kopfball- und zweikampfstark“, sagte der Rekord-Nationalspieler bei „Sky“. Dieses Paket mache ihn zu einem potenziellen DFB-Kandidaten, zumindest für den erweiterten Kreis. Hoeneß wollte sich an möglichen Spekulationen zwar nicht beteiligen, betonte aber: „Ich kann sagen, dass die Entwicklung von Jeff gut ist. Es ist ein Spieler, der immer zur Verfügung steht und für uns enorm wichtig ist.“

Einen minimalen Schönheitsfehler gab es derweil auch beim Topspiel in Leverkusen: Chabot verursachte Mitte der zweiten Hälfte mit seinem Einsteigen gegen Malik Tillman den Foulelfmeter, der zum Ehrentreffer für Bayer durch Alejandro Grimaldo führte. „Da muss er wegbleiben“, sagte Hoeneß – für den aber das Positive überwog: „Ansonsten hat Jeff sehr viele gute Sachen gemacht.“ Im Zweikampf, inzwischen aber auch mit dem Ball am Fuß.