Schiedsrichter Tobias Welz im Gespräch mit dem Stuttgarter Stürmer Deniz Undav. Foto: Baumann/Julia Rahn

Nach dem Halbfinale im DFB-Pokal zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg gab es viele Diskussionen - um Schiedsrichter Tobias Welz. Nun gibt es ein Wiedersehen.

In der Fußball-Bundesliga, so sieht es das „Gesetz“ vor, darf eigentlich nur der jeweilige Spielführer einer Mannschaft mit dem Schiedsrichter sprechen. Deniz Undav, der Stürmer des VfB Stuttgart, muss sich normalerweise also zurückhalten - weil ja Atakan Karazor der Spielführer der Weiß-Roten ist. Der Mittelfeldmann fehlt im Saisonfinale jedoch gesperrt, weshalb am Samstag (15.30 Uhr) im Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt Undav die Binde tragen wird. Er hat damit auch das Rederecht - was Spannung verspricht.

 

Nicht, weil Deniz Undav meist unterhaltsam ist, wenn er den Mund aufmacht. Sondern, weil er dann mit einem Referee reden darf, den er nach eigener Aussage nicht besonders schätzt. „Ich mag den eh nicht“, hatte der VfB-Torjäger jüngst erklärt. Undav meinte Tobias Welz. Der Am Samstag das VfB-Spiel in Frankfurt leiten wird.

Welz und der VfB trafen sich zuletzt im Halbfinale des DFB-Pokals. Und eigentlich könnten die Stuttgarter seitdem gut auf den 48-Jährigen zu sprechen sein. Einem Tor des SC Freiburg jedenfalls hatte Welz die Anerkennung verweigert. Er hatte zuvor ein Foulspiel wahrgenommen und geahndet. Danach waren sich alle einig, dass dies eine Fehleinschätzung war. Auch der DFB räumte das später ein.

Die Freiburger kochten teils vor Wut. „Das ist eine Frechheit“, beschwerte sich der verhinderte Torschütze Lucas Höler. Undav, mit dem VfB ja Profiteur der ganzen Nummer, meinte, man könne als Schiedsrichter keinen „krasseren Fehler“ machen. Danach beschrieb er dann noch seine generelle Abneigung gegenüber Welz.

Am Samstag treffen sie sich dennoch wieder. Für den Referee aus dem hessischen Wiesbaden ist es in Frankfurt sein letzten Spiel in der Bundesliga. Nach der Saison beendet er seine Karriere nach 156 Einsätzen im Oberhaus, 120 in der zweiten Liga und einigen internationalen. Wie übrigens auch Patrick Ittrich, der seinem Schiri-Kollegen kürzlich zur Seite sprang: „Tobias Welz ist ein Guter, das möchte ich nur einmal feststellen.“

Spiele des VfB Stuttgart leitete Tobias Welz 26, die Bilanz aus Stuttgarter Sicht ist dabei positiv. 13-mal siegte der VfB, elfmal der jeweilige Gegner. In diesen 26 Partien gab es drei Platzverweise - immer traf es einen Stuttgarter: Pascal Stenzel (Gelb-Rot), Antonio Rüdiger und Ibrahima Traoré (je Rot). Welz war auch der Schiedsrichter im Relegationshinspiel des VfB gegen den Hamburger SV (3:0) und in dieser Saison im Pokal-Viertelfinale bei Holstein Kiel (3:0).

Neben Ittrich und Welz geben am Samstag auch Deniz Aytekin und Frank Willenborg ihre Abschiedsvorstellung in der Bundesliga.