Auch vorne sehr präsent: Keeper Alexander Nübel (re.) feiert nach dem 3:3 mit Torschütze Tiago Tomas und Chris Führich. Foto: IMAGO/Sportfoto Rudel

Der Keeper der TSG Hoffenheim patzt, Alexander Nübel dagegen hält überragend: Ändert das die Konstellation im DFB-Tor?

Das Duell ist eigentlich keines, denn der Bundestrainer hat sich im Grunde festgelegt: Oliver Baumann ist die Nummer eins der DFB-Elf bei der WM im Sommer, Alexander Nübel sein Stellvertreter. Am Samstag nun trafen sich die Keeper zum Duell, das in dem Fall ja tatsächlich eines war, denn Baumann (TSG Hoffenheim) und Nübel (VfB Stuttgart) standen sich im Bundesligaspiel direkt gegenüber.

 

Hinterher war die Sache klar: das Spiel hatte keinen Sieger, es endete 3:3. Aber Nübel hat gewonnen, und zwar, genau, das Duell gegen Baumann. Bärenstark war seine Leistung insbesondere in der zweiten Hälfte, als er mehrfach einen höheren Rückstand verhinderte. Baumann wiederum sah bei allen drei Gegentore nicht gut aus – insbesondere beim 1:1 durch Chris Führich: Der Ball landete aus spitzem Winkel im kurzen Eck.

Lob für VfB-Keeper Alexander Nübel

„Es steht mir nicht zu, die Leistung von Olli Baumann zu bewerten“, sagte VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth: „Aber ich glaube schon, dass der Winkel sehr spitz ist, aus dem Chris beim 1:1 trifft.“ Das war gewiss als kleine Spitze zu werten – dann aber sprach Wohlgemuth lieber über seinen Schützling: „Alex hat uns mit einer überragenden Leistung im Spiel gehalten. So hat er sich definitiv in eine gute Position für die WM gebracht.“ Dem wollte Sebastian Hoeneß nicht widersprechen. „Alex hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig er sein kann“, sagte der VfB-Coach: „Das schadet nicht in der Frage, wer bei der WM im Tor steht.“

Offenbar also haben die VfB-Verantwortlichen die Hoffnung auf einen WM-Stammplatz für Nübel noch nicht so ganz aufgegeben – daran änderten auch die beiden Unsicherheiten des Keepers am Samstag nichts: Nübel leistete sich einen Patzer mit dem Ball am Fuß und in der Luft, was folgenlos blieb. Ansonsten hielt er stark – und wurde nach dem Schlusspfiff vor der Kurve lautstark mit Sprechchören von den VfB-Fans gefeiert.