Oskar Hencke soll im Testspiel gegen den Oberligisten 1. CfR Pforzheim zum Einsatz kommen. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Stuttgarter Kickers erwarten den 1. CfR Pforzheim zum zweiten Testspiel. Unterdessen sorgt die Personalie Oskar Hencke, der beim VfB im Gespräch ist, für Diskussionsstoff.

Mögliche Transfers sorgen immer für Gesprächsstoff. Wenn es dann noch um einen innerörtlichen Wechsel von Blau zu Rot geht, ganz besonders. Wie unsere Redaktion erfahren hat, trägt sich der VfB Stuttgart zumindest mit dem Gedanken, Offensivmann Oskar Hencke bereits in der Winterpause vom Regionalligisten Stuttgarter Kickers zu verpflichten, um ihn in seiner U-21-Drittligamannschaft weiterzuentwickeln.

 

VfB und Kickers: Kein Kommentar

Der 18-Jährige hat erst im April 2025 seinen Vertrag bei den Blauen bis 2028 verlängert. Bei einer Ablösesumme der Größenordnung 200 000 Euro dürften ihm keine Steine in den Weg gelegt werden. Beide Stadtrivalen halten sich zu der Personalie komplett bedeckt: „Kein Kommentar“, sagt Kickers-Sportgeschäftsführer Lutz Siebrecht. „Der VfB äußert sich grundsätzlich nicht zu Transferspekulationen“, verlautet auf Nachfrage von der anderen Seite des Neckars.

Fest steht: Das Winter-Transferfenster ist noch bis zum 2. Februar geöffnet. Bis dahin ist alles möglich. Kenner der Szene meinen, dass der Transfer für den VfB kein großes Risiko sei und man sich zudem kaum der Gefahr aussetzen möchte, dass ein solches Toptalent vor der Haustür möglicherweise bei einem Bundesligakonkurrenten groß herauskommt.

Samstag gegen 1. CfR Pforzheim

Zunächst aber bestreiten die Kickers an diesem Samstag (14 Uhr/ADM-Sportpark) ihr zweites Testspiel 2025 gegen den Oberliga-Zehnten 1. CfR Pforzheim, das eventuell über 120 Minuten ausgetragen wird. Hinter dem Einsatz von Hencke steht ein Mini-Fragezeichen. „Er ist immer an der Grenze, was kleinere muskuläre Probleme betrifft, aber wir haben schon die Hoffnung, dass er spielen kann“, sagt Trainer Marco Wildersinn, der in Sachen Wechselgerüchten um den Offensivmann „keinerlei Infos“ hat.

Abdoulie Mboob spielte gegen die Young Boys erstmals im Kickers-Dress. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Klar ist, dass Neuzugang Abdoulie Mboob, wie schon beim 4:3 im ersten Test gegen Verbandsliga-Spitzenreiter Young Boys Reutlingen, mit einem Sonderspielrecht am Ball sein wird. Da er in seiner Zeit beim Oberliga-Aufsteiger Türkischer SV Singen als Amateurspieler im Einsatz war, braucht er nun als Profi die Freigabe vom Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Dabei gibt es offensichtlich einige Parameter wie Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung zu berücksichtigen, weshalb die formale DFB-Spielgenehmigung für den aus Gambia stammenden Offensivmann bisher noch nicht vorliegt. Wildersinn: „Ich weiß, dass ich ihn gegen Pforzheim einsetzen darf, möglich, dass er von Beginn an spielt.“

Frauendorf wieder einsatzfähig

Auch Melkamu Frauendorf ist wieder komplett hergestellt und kann gegen das Team von Trainer Armin Redzepagic spielen. Der ehemalige Nagolder hospitierte im vergangenen Sommer eine Woche bei den Kickers, löste im November 2025 Thomas Herbst (jetzt SSV Reutlingen) ab und betreut den CfR noch bis zum Saisonende. Dann wird Dirk Rohde (früher FC Nöttingen) Chefcoach in Pforzheim.

CfR-Coach Armin Redzepagic hospitierte bei den Kickers. Foto: IMAGO/ULMER Pressebildagentur

Die Kickers wollen sich deutlich besser präsentieren als in der indiskutablen ersten halben Stunde gegen Young Boys Reutlingen, als sie 0:3 hinten lagen. „Da haben wir am eigenen Strafraum nicht gut verteidigt, das darf gegen einen solchen Gegner nicht passieren, aber wir haben das Spiel gedreht“, sagt Wildersinn. Dass er wieder in einem 4-2-3-1-System (mit Flamur Berisha als Zehner) statt im sonstigen 4-3-3-System spielen lässt, ist durchaus möglich. „Das war ein Versuch, den wir weiter verfolgen. Dann werden wir sehen, ob wir so weitermachen oder es verwerfen“, so der Chefcoach.

Überhaupt probiert er in der Vorbereitung vieles aus. Vincent Schwab bekommt in der Innenverteidigung verstärkt die Chance, sich zu präsentieren. Dass er statt Milan Petrovic an der Seite von Jacob Danquah gegen die Young Boys begann, sei „kein Fingerzeig“ auf ein neues Pärchen im Abwehrzentrum: „Alle bekommen die Möglichkeit, sich zu zeigen.“

Vorsicht bei Felix Dornebusch

Wann das bei Torwart Felix Dornebusch nach seinem überstandenen Kreuzbandriss der Fall sein wird, ist noch offen. Wildersinn: „Wir schauen mit aller Vorsicht von Woche zu Woche, wie er die Trainingseinheiten verdaut, dann entscheiden wir, wann er in einem Spiel im Tor steht.“