Zuletzt fanden die Tage der offenen Baustelle bei Stuttgart 21 an Ostern 2025 statt. Foto: Imago/Arnulf Hettrich

Zum zehnten Mal öffnet die Bahn die S-21-Baustelle für Besucher. Das Interesse war zuletzt hoch – eine wichtige Frage wird aber bei der Veranstaltung unbeantwortet bleiben.

Es ist ein kleines Jubiläum, aber Feierstimmung dürfte kaum aufkommen. Die Tage der offenen Baustelle bei Stuttgart 21 finden dieses Jahr zum zehnten Mal statt. Für das interessierte Publikum ist das schön, allerdings zeigt die Neuauflage auch, dass der Bau noch nicht so weit fortgeschritten ist, als dass die Veranstaltung nicht mehr stattfinden könnte.

 

Von Karsamstag, 4. April, bis Ostermontag, 6. April, sollen die diesjährigen Tage der offenen Baustelle über die Bühne gehen. Wie schon im vergangenen Jahr ist eine Anmeldung dazu notwendig. Über das genaue Prozedere will der Bahnprojektverein Stuttgart-Ulm zu einem späteren Zeitpunkt informieren. Der Vereinsvorsitzende Bernhard Bauer rechnet wieder mit hohen Besucherzahlen: „Das Interesse der Menschen und die unglaublich große Anzahl der Besucher, die regelmäßig auf die Baustelle strömen, sprechen eine deutliche Sprache“.

Eine Antwort auf eine drängende Frage wird es aber nicht geben: Wann wird aus der Baustelle ein Bahnhof, in dem Züge halte? Die Deutsche Bahn musste im Herbst vorigen Jahres ihre Prognose von einer Teilinbetriebnahme Ende 2026 kassieren. Ein neues Datum will der Staatskonzern erst Mitte dieses Jahres nennen.

Reges Interesse an der S-21-Ausstellung

Diese neuerlichen Unwägbarkeiten schlagen sich noch nicht in den Besucherzahlen des ebenfalls vom Bahnprojektverein betriebenen Infoturms Stuttgart (ITS) nieder. Bauer zieht eine positive Jahresbilanz für 2025. Im zurückliegenden Jahr verzeichnete der Verein 203 175 Besucherinnen und Besucher. „Der Infoturm Stuttgart zählt weiterhin auch noch nach über fünf Jahren zu den Top-Adressen aller Stuttgarter Museen und Ausstellungen. Darauf sind wir besonders stolz“, sagt Bauer.

Seit die Ausstellung im Mai 2020 an der jetzigen Stelle eröffnet wurde – zuvor waren die Exponate im Bahnhofsturm zu sehen und mussten wegen des Umbaus des Bonatzbaus umziehen – haben nach Vereinszählung mehr als 800 000 Menschen die Schau angesehen. „Ich bin mir sicher, dass wir den einmillionsten Gast in diesem Jahr begrüßen werden“, sagt Bauer voraus.