Seit 2007 gehören die montäglichen Proteste gegen Stuttgart 21 zum Stadtbild. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Die Gegner des Bahnhofsprojekts Stuttgart 21 denken bei ihren Protesten nicht ans Aufgeben. Sie haben zu ihrem Jubiläum am Montag bereits ein neues Ziel im Visier.

Am Montag, 30. März, wollen die Gegner von Stuttgart 21 ihre 800. so genannte Montagsdemonstration mit einer größeren Kundgebung begleiten. Dies hat das „Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21“ angekündigt. Seit 2007 sind die Kritiker des Stuttgarter Tiefbahnhofs fast kontinuierlich jede Woche zu ihrem Protest zusammengekommen.

 

Kritik am Bau des Pfaffensteigtunnels

„Wie aktuell die Montagsdemos bleiben, zeigt sich beim nächsten S21-Tunnelprojekt, dem sogenannten Pfaffensteigtunnel, der – als hätte man nichts gelernt – wieder mit denselben hochmanipulativen Methoden durchgedrückt wird“, sagt Dieter Reicherter, Sprecher des Aktionsbündnisses. Der Bau des elf Kilometer langen Tunnels zwischen Flughafen und der Gäubahn bei Böblingen hat vor wenigen Wochen begonnen.

Moderiert wird die Veranstaltung von der S21-Gegnerin und Ärztin Angelika Linckh, die vor wenigen Tagen den Umweltpreis der Deutschen Umwelthilfe (DUH) erhalten hat. Die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung ist laut DUH Deutschlands höchstdotierter Preis für bürgerschaftliches Engagement im Umweltbereich.

Gegner: Mängel des Projekts immer deutlicher

„Ein wesentlicher Grund für den einzigartigen Durchhaltewillen der jeden Montag Demonstrierenden sind die immer deutlicher aufbrechenden Mängel und Widersprüche des Projekts“, sagt Linckh. Man werde so lange weiter demonstrieren, bis der Kopfbahnhof erhalten bleibe und die Gäubahn an den künftigen Bahnhof direkt angebunden werde.

Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr am Schlossplatz. Um 18.40 Uhr startet ein Protestzug in die Innenstadt durch die Bolzstraße, die Stauffenbergstraße bis zum Württembergischen Kunstverein. Es kommt in diesem Bereich zu Sperrungen.