Verkehrsminister Winfried Hermann, hier bei einer Versuchsfahrt auf der neuen Bahnstrecke beim Stuttgarter Flughafen, lobt die kurze Planungsdauer für den nun genehmigten Pfaffensteigtunnel. Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

Nach der erteilten Baugenehmigung für den Pfaffensteigtunnel der Bahn äußern sich Landesverkehrsminister, Landrat und Abgeordnete positiv – und fordern einen zügigen Bau.

Der baden-württembergische Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat die Baugenehmigung für den Pfaffensteigtunnel zwischen dem Stuttgarter Flughafen und Böblingen begrüßt. Durch den nun genehmigten, rund 11 Kilometer langen Tunnel soll die Gäubahnstrecke an die neue Infrastruktur von Stuttgart 21 angeschlossen werden.

 

Hermann hebt vor allem die vergleichweise kurze Planungs- und Genehmigungsphase hervor. Die sei „Grundlage für einen baldigen Baubeginn des Pfaffensteigtunnels. Bislang ist der neue Anschluss der Gäubahn in vielfacher Hinsicht ein Positivbeispiel dafür, dass Großprojekte auch schnell geplant und genehmigt werden können.“ Die Idee für den Tunnel hatte der damalige Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger (CDU), im Sommer 2020 aufgebracht.

Beim Bau des Fern- und Regionalbahnhofs beim Flughafen und bei der Landesmesse ist der Anschluss des Pfaffensteigtunnels bereits vorbereitet. „Es gilt, die Gäubahn so bald wie möglich direkt an den Flughafen und den Hauptbahnhof anzubinden. Im Sinne der Fahrgäste muss die problematische Kappung der Gäubahn so kurz wie möglich gehalten werden“, sagt Hermann. Vorgesehen ist, die Gäubahnstrecke in Stuttgart zwischen dem Nordbahnhof und dem Hauptbahnhof im Zuge der weiteren Bauarbeiten für Stuttgart 21 zu unterbrechen. Da es derzeit keinen Zeitplan gibt, wie es mit dem Milliardenvorhaben weitergeht, lassen sich auch keine verlässlichen Aussagen zum Termin der Kappung treffen.

Auch im Landkreis Böblingen ist die Freude über die Baugenehmigung groß. „Die heutige Nachricht ist ein guter Tag für den Landkreis Böblingen, denn der Tunnel sichert langfristig eine schnelle und attraktive Verbindung für diese wichtige Magistrale im Südwesten“, sagtLandrat Roland Bernhard. Der Kreis-Chef erinnert daran, dass während der Diskussion über den Gäubahn-Ausbau vorübergehend die Streichung des IC-Halts in Böblingen im Raum stand. Mit der nun genehmigten Planung sieht der Landrat den Fernverkehrshalt in Böblingen langfristig gesichert. „Angesichts der überregionalen Bedeutung des Wirtschaftsraums Böblingen/Sindelfingen ist eine direkte Anbindung an den Fernverkehr schlichtweg unabdingbar. Mit dem Pfaffensteigtunnel und dem gesicherten Halt wird nun die beste Lösung für unseren Landkreis Realität.“ Wie auch Hermann spricht sich Bernhard dafür aus, die Zeit der Gäubahnunterbrechung so kurz wie möglich zu halten.

Ruf nach Gäubahnzüge via Renningen

Hans Dieter Scheerer (FDP), Landtagsabgeordneter aus dem Landkreis Böblingen, nimmt die Baugenehmigung zum Anlass, nochmals eine alternative Führung der Gäubahn in der Zeit der Kappung anzuregen. „Bis zur Realisierung des Pfaffensteigtunnels und ab der Sperrung der Panoramabahn in Stuttgart muss aus meiner Sicht die Gäubahn auch über Renningen an den Stuttgarter Hauptbahnhof angebunden werden“. Diese Variante wie auch verschiedende andere – Gäubahnzüge via Tübingen oder durch den Stuttgarter S-Bahntunnel – hatte die Bahn bei einem Faktencheck als nicht durchführbar zurückgewiesen.