Blick in die Zukunft: könnte der Arnulf-Klett-Platz sich eines Tages so aufgeräumt präsentieren? Foto: Landeshauptstadt Stuttgart

Stuttgart 21 nähert sich der Fertigstellung, doch der Arnulf-Klett-Platz bleibt eine Herausforderung. Wie könnte es dort in Zukunft aussehen? Ein Ideenwettbewerb soll Klarheit bringen.

Mit der nahenden Fertigstellung von Stuttgart 21 rückt in der öffentlichen Debatte das Umfeld des Bahnhofs in den Fokus – für manchen Beobachter fast schon ein bisschen spät. Denn insbesondere am Arnulf-Klett-Platz an der Schnittstelle zwischen Bahnhofsgebäude und Innenstadt liegt vieles im Argen.

 

Klar sind eigentlich nur zwei Dinge: auf dem Arnulf-Klett-Platz der Zukunft sollen so gut wie keine Autos mehr unterwegs sein. Nur Linienbusse und Taxen rollen über die neu gestaltete Fläche, die vor allem Fußgängern und Radfahrern mehr Raum geben soll. Aber, und das ist die zweite Gewissheit, das passiert nicht von heute auf morgen.

Langwierige Planungen am Arnulf-Klett-Platz

Wenn die Stuttgart-21-Bauer einmal abgezogen sind, werden sich die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) daran machen, die unter dem Platz liegende zentrale Stadtbahnhaltestelle Hauptbahnhof zu sanieren und vor allem den Brandschutz der Station auf den neusten Stand bringen. Als Zwischenschritt plant die Stadt zumindest den Bodenbelag zwischen dem ehemaligen Hindenburgbau und der Fahrstreifen zu erneuern und die Fläche zu entrümpeln. Ob sich angesichts der angespannten Haushaltslage Geld dafür findet, muss abgewartet werden.

Visualisierung zeigt mögliche Zukunft des Arnulf-Klett-Platzes

Wie sich der Platz, der heute eine mehrspurige Straße mit wenig Platz für den nicht motorisierten Verkehr oder für Fußgänger bietet, tatsächlich einmal aussehen könnte, soll im kommenden Jahr bei einem Ideenwettbewerb ausgelotet werden. Gleichwohl hat die Stadt aber bereits erste Visualisierungen des Areals. Im Rathaus legt man aber Wert auf die Feststellung, dass mit der am Computer entstandenen Darstellung lediglich die Potenziale der Platzgestaltung gezeigt werden sollen.

Konkrete städtebauliche Entwürfe seien erst nach Abschluss des Wettbewerbs zu erwarten. Besonders knifflig dürfte dabei das Thema Begrünung werden. Weil nahezu der ganze Platz durch die Klett-Passage untertunnelt ist, scheiden größere Bäume aus, die ein entsprechendes Wurzelwerk ausbilden. Die heute auf dem Arnulf-Klett-Platz angeordneten Beete mit ihren hohen Rändern wiederum gelten als Barrieren.

Für den Verkehr müssen neue Wege gefunden werden

Die Verkehrsplaner machen zudem geltend, dass vor der Reduzierung der Verkehrsfläche zunächst eine Ausweichroute für den heute vor dem Bahnhof vorbeifließenen Verkehr zu finden sei. Dazu soll der sogenannte City-Ring, der an dieser Stelle über die Schillerstraße und den Arnulf-Klett-Platz führt, auf die Achse Neckartor und Wolframstraße verlegt werden, was wiederum dort umfangreiche Umbauarbeiten erfordert.

Während im Rathaus die Einsicht vorherrscht, dass sich am Hauptbahnhof auch abseits von Stuttgart 21 etwas ändern muss, ist unklar, wann mit Ergebnissen zu rechnen ist – und ob sich die klamme Stadt den großen Umbau wird überhaupt leisten können.