Mit einem großen Programm und viel guter Stimmung feiern Mundelsheim und La Motte-Servolex mit mehr als 100 Gästen ihre 50-jährige Städtepartnerschaft.
Die Rotbuche gilt als robuster Baum, der bei guter Pflege mehrere hundert Jahre alt werden kann. Ein solcher Baum und damit ein gutes Omen für die Zukunft steht nun für die Partnerschaft von Mundelsheim und La Motte-Servolex in Frankreich. Mit einer fröhlichen Baumpflanz-Aktion in Mundelsheim setzten die Stadtoberhäupter, Bürgermeister Boris Seitz und Maire Luc Berthoud, jetzt ein grünes Zeichen zum 50-jährigen Jubiläum der Verbindung.
Bei strahlendem Sonnenschein wurden mehr als hundert Gäste aus La Motte-Servolex gemeinsam mit etlichen Mundelsheimern Zeugen, wie die beiden Bürgermeister zu den Schaufeln griffen, um der Rotbuche einen festen Halt zu verschaffen. Die Franzosen waren bester Stimmung, sie feuerten ihren Gemeindechef kräftig an. „Au Travail, au travail – an die Arbeit, los!“, dann „Allez La Motte, allez La Motte“, und „Allez Luc, Allez Luc!“ Das freundschaftliche Wettschaufeln wurde eifrig beklatscht.
Der Standort für den Baum, da wo das Adergässle auf den Seebachweg trifft, unterhalb des Friedhofs an der Kilianskirche, war bewusst gewählt. Dort stehen nämlich auch zwei Liegebänke, für die sich Boris Seitz bedankte, Geschenke der französischen Partner. Vier solche Bänke haben die Mundelsheimer bekommen, zwei laden an der Jubiläumsbuche ein, zwei schauen auf den Neckar.
Viertägiger Besuch
Der viertägige Besuch aus Frankreich mit reichhaltigem Programm und vielen Begegnungen war bereits der zweite Teil der Feierlichkeiten mit der 454 Kilometer Luftlinie entfernten Kommune im Savoyer Voralpenland. Im Vorjahr, im Mai 2024, weilte bereits eine Delegation aus dem Schwabenland zum Jubiläum in La Motte-Servolex.
Exakt 1974 hatten die „Gründerväter“ den Bund besiegelt. Wie lebendig er ist, zeigte nicht nur die Baumpflanzaktion. Plötzlich stimmten die Zuschauer das schon vor einigen Jahren eigens für diese deutsch-französisch Verbindung komponierte Partnerschaftslied an. „Les deux amis se sont trouvés“ – die beiden Freunde haben sich gefunden, heißt es da.
Und auch für die Franzosen gab es ein besonderes Geschenk: eine aus verschiedenen Holzarten und Röhrchen gefertigte Bildtafel des Mundelsheimer Stadtwappens mit der Schwurhand. Der Clou der ästhetischen ansprechenden Arbeit: Die dekorative Tafel kann auch als Insektenhotel dienen – ein Präsent, das man in La Motte-Servolex gewiss würdigen wird, denn diese Gemeinde schreibt Ökologie und Naturschutz groß.
Vorarbeit für künftige Generationen
Bürgermeister Luc Berthoud betonte, das Besondere an dieser Partnerschaft sei, „dass wir nach 50 Jahren immer noch da sind“. Die deutsch-französische Freundschaft sei wichtig, man arbeite daran, dass künftige Generationen sie fortführten. Der Mundelsheimer Schultes Boris Seitz zog ebenfalls eine zufriedene Bilanz. Auf beiden Seiten finde der Partnerschaftsgedanke eine positive Resonanz, aber da sei auch viel gutes Gefühl dabei: „Das ist nicht aufgesetzt.“
Das bestätigten Gäste aus Frankreich wie Pascal und Florence Psuya: „Wir sind immer wieder begeistert, wie warmherzig wir hier empfangen werden.“ Einig waren sich alle: Diese Erfolgsgeschichte muss fortgeschrieben werden. Michael Wolf, der Vorsitzende des Partnerschaftsausschusses in Mundelsheim, meinte: „Wir freuen uns, dass heute auch junge Menschen dabei sind – zum Beispiel einige Musiker der Union musicale aus La Motte-Servolex.“ Brigitte Rinchet, Partnerschaftsvorsitzende von La Motte , die für ihren Einsatz bereits die Mundelsheimer Bürgermedaille bekommen hat, freute sich, einfach da zu sein: „Das ist hier wie eine zweite Heimat für mich, wo ich sogar eine tante de coeur, eine Herzens- oder Lieblingstante habe.“ Auch sie ist zuversichtlich, dass es weitergeht: Zwei ihrer Enkel sind mitgekommen zu den Feiern am Neckar.