Die vier Landtagsbewerber der FDP: Gabriele Heise, MdL Friedrich Haag, Claudia Schober und Juliane Becker (v.li). Foto: FDP/ 

Aktuell sind die Umfragewerte mau, doch bis zur Wahl sind es noch elf Monaten hin. Die FDP-Fraktion stellt bisher nur zwei Frauen – auch etwas, was sich aus Sicht des Stuttgarter Kreisverbands ändern soll.

In Berlin sind sie nicht mehr im Parlament, in Baden-Württemberg dagegen hofft Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke für die Liberalen, dass sie bei der Landtagswahl (voraussichtlich am 8. März 2026) als Koalitionspartner der CDU ein Plätzchen auf der Regierungsbank finden. Für die FDP ist Stuttgart ein besonders einträgliches Feld. In den vier Wahlkreisen holten die Bewerber 2021 zwischen 9,7 und 12,9 Prozent. Friedrich Haag zog damit in den Landtag ein. Aktuelle Umfragen sehen die Liberalen landesweit um die Hürde von fünf Prozent – doch das muss bis zur Wahl nicht in Stein gemeißelt seien.

 

Friedrich Haag will Mandat verteidigen

Bei der Nominierungskonferenz, die bereits vor der Bundestagswahl stattfand, haben die Liberalen Haag erneut für den Wahlkreis II vorgesehen. Der 36-Jährige hat 2024 auch den Einzug in den Stuttgarter Gemeinderat geschafft und gilt als starke liberale Stimme. Als Landwirt und Tankstellenbetreiber schreibt die FDP ihm Bodenhaftung und Erfahrung zu. „Er hakt nach, so wie er es im Wahlkampf versprochen hat“, so FDP-Kreisvorsitzenende Gabriele Reich-Guthjahr. „Weniger Bürokratie, mehr Freiräume“ ist sein Motto. Haag lebt in Degerloch, ist ledig und engagiert sich auch in der Freiwilligen Feuerwehr.

Neben Haag haben die Liberalen drei Frauen nominiert: Claudia Schober für den Wahlkreis I, die Regionalrätin und stellvertretende Landesvorsitzende Gabriele Heise für Stuttgart III und Juliane Becker für Stuttgart IV. Schober und Becker wollen laut Reich-Gutjahr „dort politisch ansetzen, wo sie aus ihren Erfahrungen in Beruf und Familie Handlungsbedarf sehen, insbesondere in der Bildung und beim Bürokratieabbau“.

Weniger Bürokratie wollen alle

Claudia Schober (49) ist Unternehmerin und als Immobilienbestandsentwicklerin im Land tätig. Weniger Bürokratie und mehr Eigeninitiative ist auch ihr Thema. Die dreifache Mutter engagiert sie sich für mehr Chancengleichheit im Bildungssystem und Talentförderung. Schober ist verheiratet und lebt in Stuttgart-Nord.

Der Frauenanteil bei der FDP ist sehr gering

Die Rechtsanwältin Gabriele Heise (59) engagiert sich für unternehmerische Freiheit, ein starkes Eigentumsrecht und einen verlässlichen Rechtsstaat. Auch sie setzt auf den Abbau übermäßiger Regulierung und der Stärkung individueller Verantwortung. In der FDP muss für Heise „mehr Vielfalt sichtbar werden“ – mit ebenso engagierten Frauen wie Männern. Das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl zur Besetzung der aktuellen Fraktion, in der der Frauenanteil bei elf Prozent liegt – unter den 18 Parlamentariern sind nur zwei Frauen. Heise lebt in Zuffenhausen, ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern.

Im Wahlkreis IV tritt Juliane Becker an. Die 56-jährige Studienrätin und engagiert sich für eine grundlegende Reform der Bildungspolitik. Ihr Ziel ist ein leistungsorientiertes Schulsystem mit mehr Autonomie, Wahlfreiheit und individueller Förderung. Sie plädiert dafür, die Stiefkinder der derzeitigen Landespolitik, die Haupt - und die Realschulen neu in den Fokus zu rücken. Becker lebt in Stuttgart-Süd, ist ledig und zweifache Mutter.