Nico Gunzelmann zieht als jüngster Abgeordneter in den Landtag ein. Foto: pr

Die CDU gewinnt im Wahlkreis Enz deutlich an Stimmen und bekommt das Direktmandat. Nico Gunzelmann zieht als jüngster Abgeordneter in den Landtag ein. Auch die AfD legt zu.

Spät wurde es, bis alle Stimmen ausgezählt waren, die Bürger mussten sich gedulden. In den Gemeinden Eisingen und Mühlacker wurde noch einmal nachgezählt. Erst gegen 22.30 Uhr stand das endgültige Ergebnis der Landtagswahl im Wahlkreis Enz fest.

 

Schon früh hatte sich jedoch ein klarer, wenn auch nicht haushoher Sieg der CDU abgezeichnet. Nur in drei Gemeinden im Wahlkreis lag der Zweitstimmenanteil der Grünen über dem der Christdemokraten.

Die CDU kam am Ende auf 28,8 Prozent der Stimmen und legte damit im Vergleich zur Landtagswahl 2021 um 9,3 Prozentpunkte zu. Den höchsten Zuspruch erhielt sie mit 33,1 Prozent in Friolzheim.

23 Jahre alter CDU-Kandidat gewinnt das Direktmandat für den Enzkreis

Der erst 23-jährige Nico Gunzelmann (CDU) aus Wiernsheim gewann 31,2 Prozent der Erststimmen. Damit erhält erstmals seit der Landtagswahl 2011 wieder ein CDU-Kandidat das Direktmandat im Wahlkreis Enz. Gunzelmann wird zugleich der jüngste Abgeordnete im neuen Landtag.

Er arbeitet bei der Stadt Sindelfingen als Abteilungsleiter der Geschäftsstelle des Gemeinderats. In Wiernsheim ist Gunzelmann Mitglied des Gemeinderats sowie stellvertretender Bürgermeister. Außerdem steht er als Kreisvorsitzender an der Spitze der Jungen Union im Enzkreis und ist bei der SG Pforzheim/Eutingen Vorstandsmitglied. Gunzelmann spielt dort Handball und bezeichnet sich selbst als bekennenden Christen.

Politische Schwerpunkte setzt er vor allem bei der Stärkung des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg. Dies will er unter anderem durch Bürokratieabbau und die Einrichtung eines Zukunftsfonds erreichen. In der Bildungspolitik plädiert er dafür, die Vermittlung von Kernkompetenzen wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

Für die Grünen fällt das Ergebnis ernüchternd aus. Mit 26,2 Prozent landen sie auf dem zweiten Platz vor der AfD und verlieren im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl 4,7 Prozentpunkte.

Landtagswahl im Enzkreis: Grüne verlieren, bleiben aber zweitstärkste Kraft

Die bisherige Wahlkreisabgeordnete Stefanie Seemann konnte das Direktmandat zwar nicht verteidigen, zieht aber über die Landesliste der Grünen erneut in den Landtag ein. Den höchsten Zweitstimmenanteil im Wahlkreis erreichten die Grünen mit 31,7 Prozent in Heimsheim, wo sie nur knapp hinter der CDU lagen.

Deutlich verbessern konnte sich die AfD. Sie erreicht 22,6 Prozent und steigert sich damit stark gegenüber 2021, als sie noch 12,9 Prozent erzielt hatte.

Ihr bestes Ergebnis im Wahlkreis holte sie mit 27,7 Prozent in Eisingen, nur einen Zehntelprozentpunkt hinter der CDU. Das schwächste Resultat erzielte die Partei in Heimsheim mit 15,4 Prozent.

Einstecken müssen dagegen FDP und SPD. Die Liberalen verlieren mehr als die Hälfte ihrer Stimmen und kommen nur noch auf 7,2 Prozent.

Auch die SPD büßt deutlich ein und erreicht 5,1 Prozent. Bei der vergangenen Landtagswahl lag sie im Wahlkreis Enz noch bei 9,6 Prozent.

Die Wahlbeteiligung stieg im Vergleich zu 2021 an: 71,8 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab, bei der letzten Landtagswahl waren es nur 66,3 Prozent.