Bis 2027 will der Autohersteller Mercedes Kosten von jährlich fünf Milliarden Euro einsparen. Im Interview sagt Vorstandschef Ola Källenius, wie das Programm bisher läuft.
Mercedes will effizienter werden und soll nach den Vorgaben des Vorstandes bis 2027 fünf Milliarden Euro an jährlichen Kosten einsparen. Im Interview unserer Zeitung begründet der Vorstandschef Ola Källenius das Effizienzprogramm mit dem Titel „Next Level Performance“ mit der Konkurrenz durch chinesische Anbieter und schildert, ob das Unternehmen aus seiner Sicht auf Kurs liegt.
Der Mercedes-Chef, der den Autohersteller aus Stuttgart seit 2019 führt, hält das Bemühen um eine möglichst effiziente Organisation für ein Dauerthema. „In einem dynamischen Marktumfeld mit der Wettbewerbssituation in China ist die Steigerung der Effizienz so etwas wie eine Ewigkeitsaufgabe“, sagt Källenius. Er wolle „das Unternehmen auch im Management schlanker, flacher und schneller machen“. Dazu gehöre nicht nur der geplante Stellenabbau.
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Auf die Frage, was das konkret bedeute, sagt der 56 Jahre alte, deutsch-schwedische Manager: „Wir verschlanken auch die Prozesse und nutzen dafür neue Technologien. Die Künstliche Intelligenz etwa unterstützt uns bei der Unternehmens- und Organisationsentwicklung. Diese Dinge adressieren wir in unserem Programm ,Next Level Performance’. Da geht es neben Erlösen oder der Kundenansprache auch um Entscheidungswege und unsere Erfolgsmentalität.“
Källenius: Mercedes liegt beim Abbau der Jobs im Plan
Was den angestrebten Stellenabbau angeht, liege Mercedes im Plan, sagt Källenius. Offenbar wurden die Abfindungsangebote, die in den „indirekten Bereichen“, also außerhalb der Produktion, gemacht wurden, gut angenommen. Mit weiteren Verschärfungen des Sparprogramms müssten die Beschäftigten derzeit nicht rechnen, lässt Källenius durchblicken. „Wir haben einen Plan und an dem halten wir fest“, sagt er.
Die Abfindungsangebote waren im Frühjahr 2025 angekündigt worden. Seitdem befassen sich viele Beschäftigte mit der Frage, ob sie das Unternehmen verlassen sollen. Worauf sie dabei achten sollen, hat der renommierte Stuttgarter Arbeitsrechtler Frank Hahn kürzlich im ersten digitalen Autotalk unserer Zeitung geschildert. Wie es Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geht, die sich zum Weggang entschlossen haben und nun neue Ziele verfolgten, schildert unsere Reportagenreihe „Nach Mercedes“.