Nicht immer geht es so friedlich zu wie bei diesem Treffen. Hunde, zumal Kampfhunde, können auch gefährlich sein. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

In der Landeshauptstadt soll die Hundesteuer erhöht werden. Dafür ist es höchste Zeit. Mit der Änderung sollten Restriktionen gegen Kampfhunde ausgeweitet werden.

Nein, der will nicht nur spielen, der will manchmal einfach nur kläffen, an Passanten hochspringen, die Zähne zeigen und natürlich auf den Gehweg kacken. Letzteres in Stuttgart zumindest gefühlt ein paar Millionen Mal im Jahr. Über 16 000 Hunde gibt es in der Landeshauptstadt, Tendenz seit Erfassung der Zahlen: von Jahr zu Jahr fast ausnahmslos steigend.

 

Seit fast 30 Jahren keine Erhöhung

Dabei genießen die Hundehalter seit 1996 das Privileg einer unveränderten Steuer. Bei welchem Thema gab es in den letzten rund 30 Jahren keine Erhöhung der Belastung? Sie finden keines? Mit welcher Begründung also werden Hundehalter über derart lange Zeit von der Preisentwicklung abgekoppelt und genießen eine Art Steuerprivileg? Eine deutliche Erhöhung der Hundesteuer ist längst überfällig, eine Steuererhöhung für die Kampfhunde sowieso. Dass es für diese Erkenntnis erst einer städtischen Haushaltskrise bedarf, ist bedenklich.

Kampfhunde sind gefährlich

Die Zahl der Kampfhunde stieg nach dem Tiefststand 2014 (58) in Stuttgart auf 159 an. Dabei dürfen Kampfhunde laut Polizeiverordnung bereits seit mehr als 20 Jahren weder gezüchtet noch gekreuzt werden. Ihre Zahl soll also zurückgehen, deshalb soll die Steuer auch eine Lenkungswirkung haben. Wenn die Steuer für Nicht-Kampfhunde um 50 Prozent auf 162 Euro im Jahr steigen würde, wären künftig 918 statt 612 Euro im Jahr für einen Kampfhund ebenso angemessen. Ein zweiter sollte noch deutlich höher besteuert werden, denn kein Mensch braucht ein solch potenziell gefährliches Tier.

Eine Lenkungswirkung darf die Steuer auch bei den Haltern sonstiger Hunde entwickeln. Die Vierbeiner scheinen zurzeit ein Modeartikel zu sein wie teure Balenciaga-Täschchen. Manche Halter vergessen allerdings, dass sie ein Tier nicht wie eine Tasche in den Schrank stellen können, wenn der Modegeschmack sich ändert, dass Hunde Erziehung, Grenzen und Auslauf brauchen – und eine Großstadt nicht der ideale Lebensraum für Hunde ist.