Checken Sie regelmäßig den Zustand. Foto: FotoDuets / shutterstock.com

Alle wichtigen Infos zur Haltbarkeit und Lebensdauer von Reifen im Überblick.

Wie lange darf man Reifen gesetzlich fahren?

Der Gesetzgeber gibt zwar kein Mindestalter für Reifen vor, wohl aber eine Mindestprofiltiefe. Laut § 36 StVZO Satz 3 muss das Hauptprofil des Reifens am ganzen Umfang eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm aufweisen. Damit sind die breiten Profilrillen im mittleren Bereich des Reifens gemeint, die etwa 3/4 der Laufflächenbreite einnehmen. Ist diese Grenze unterschritten, brauchen Sie neue Reifen. Bei Fahrrädern mit Hilfsmotor, Kleinkrafträdern und Leichtkrafträdern gilt 1 mm als Mindestgrenze.

Hinweis: Der ADAC empfiehlt für Sommerreifen eine Mindestprofiltiefe von mindestens 3 mm und für Winterreifen von 4 mm. Außerdem sollten Sie die rechtlichen Vorgaben anderer Länder zur Mindestprofiltiefe beachten, wenn Sie in den Urlaub fahren.

Achtung: Ausnahme

Eine Ausnahme von der Mindestprofilregelung bilden Reifen für Anhänger mit einer Zulassung bis 100 km/h. Nach der 9. Ausnahmeverordnung zur StVO § 3 dürfen die Reifen nicht älter als 6 Jahre alt sein.

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Profiltiefe regelmäßig messen

Bei abgefahrenen Reifen droht ein Bußgeld von 60 € und 1 Punkt in Flensburg. Wer außerdem andere gefährdet oder einen Unfall verursacht, muss mit Bußgeldern zwischen 75 und 90 € rechnen.

Sie sollten daher die Profiltiefe regelmäßig messen. Wie das geht, wird in diesem Video gezeigt:


Lebensdauer von Reifen

Nur weil gesetzlich kein Mindestalter vorgegeben ist, heißt das nicht, dass die Reifen ewig halten. Unfallanalysen der DEKRA zeigen, dass ab 6 Jahren das Ausfallrisiko von Reifen zunimmt. Nach 5 bis 6 Jahren macht es daher Sinn, diese regelmäßig checken zu lassen. Der ADAC rät, Winterreifen nicht länger als 6 bis 8 Jahre und Sommerreifen nicht länger als 8 bis 10 Jahre zu fahren.


Woran erkenne ich das Reifenalter?

Ob Motorrad oder Auto, das Reifenalter erkennen Sie an den letzten vier Ziffern der sogenannten DOT-Kennzeichnung. Diese befindet sich direkt auf dem Reifen, die Altersangabe ist dabei von einem ovalen Kreis umgeben. Die ersten beiden Ziffern stehen für die Herstellungswoche, die letzten beiden für das Herstellungsjahr. Im Beispiel unten (4818) ist der Reifen also in der 48. Kalenderwoche 2018 hergestellt worden.


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Verlängert Nichtbenutzung die Haltbarkeit?

Die Haltbarkeit und Lebensdauer von Reifen wird durch eine Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Vollbremsungen, schnelles und langes Fahren sowie falscher Reifendruck sind einige der offensichtlichen Faktoren, die zum Verschleiß von Reifen beitragen. Doch auch chemische Prozesse, also die Einwirkungen von UV-Licht, Temperaturen und Luftfeuchtigkeit machen den Reifen zu schaffen. Selbst wenn Sie das Auto selten nutzen oder die Reifen separat irgendwo lagern, altern diese. Grund dafür ist laut TÜV die Aushärtung der Gummimischung. Dadurch verschlechtert sich der Grip auf der Straße und der Bremsweg wird länger. Behalten Sie also nicht nur den Verschleiß im Auge, sondern auch das Alter.

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Sind neue Reifen wirklich neu?

Wie oben bereits erwähnt, altern Reifen auch ohne Benutzung im Straßenverkehr. Allerdings gelten Reifen bei fachgerechter Lagerung bis zu einem Alter von 3 Jahren als fabrikneu und von bis zu 5 Jahren als neu. Dies begründet der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) mit der Nachfrage am Markt. Nur so könne eine ständige Verfügbarkeit unterschiedlicher Reifenmodelle gesichert werden. Gleichzeitig räumt der BRV aber auch ein, dass neue Reifen, die schon etwas länger gelagert worden sind, eine kürzere Nutzungsdauer haben. Der ADAC empfiehlt Verbrauchern daher, beim Kauf darauf hinzuweisen, dass die Reifen nicht älter als 2 Jahre alt sind.


Was, wenn nur ein Reifen kaputt ist?

Der ADAC empfiehlt, Reifen immer achsenweise zu wechseln. Sollte also zum Beispiel der rechte Vorderreifen kaputtgehen oder verschlissen sein, sollten Sie auch den linken auswechseln.


Reifen richtig lagern

Um die Lebensdauer der Reifen zu verlängern, sollten Sie diese in einer kühlen, dunklen Umgebung mit niedriger Luftfeuchtigkeit lagern.

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