Das baden-württembergische Verkehrsministerium hat seine Übersicht für den Fahrplanwechsel am 14. Dezember präsentiert. Was das für Stuttgart und die Region bedeutet.
Was ändert sich zum kommenden Fahrplanwechsel im Schienenpersonennahverkehr in Baden-Württemberg und rund um Stuttgart? Das Landesverkehrsministerium hat nun die aus seiner Sicht relevanten Änderungen zusammengefasst.
Eine dem grünen Landesverkehrsminister Winfried Hermann besonders am Herzen liegende Änderung hat gleich schon einmal Verspätung. Nicht zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember, sondern nach bisheriger Planung erst am 31. Januar 2026 wird die reaktivierte Hermann-Hesse-Bahn zwischen Weil der Stadt und Calw feierlich eröffnet.
Einzige reaktivierte Strecke für den Minister
Nach jahrelangen Verzögerungen insbesondere wegen des Fledermausschutzes an der Trasse werden hier dann moderne Akkuzüge fahren und dem grünen Verkehrsminister nach zwölf Jahren Amtszeit ein ganz neues Erfolgserlebnis schenken.
Kurz vor seinem Ausscheiden nach der Landtagswahl Anfang März wird dies die erste und einzige Streckenreaktivierung seiner Ministerjahre sein – wenn man Strecken betrachtet, die komplett stillgelegt waren.
Ministerium: So viele Züge wie noch nie
Das Verkehrsministerium spricht insgesamt in Baden-Württemberg von einem neuen Rekord beim regionalen Zugverkehr. 2026 legen die Regionalzüge und S-Bahnen in Baden-Württemberg demnach insgesamt rund 103 Millionen Zugkilometer zurück. Der Anteil der direkt vom Land finanzierten Regionalzüge liegt dabei bei 87,8 Millionen Zugkilometern – also 7,5 Millionen Zugkilometer mehr als vor vier Jahren.
„Allerdings werden wir die ganz großen Verbesserungen und Angebotserweiterungen für die Fahrgäste erst umsetzen können, wenn uns die Deutsche Bahn die notwendige Infrastruktur dafür bereitstellt und Stuttgart 21 in Betrieb geht,“ sagt Verkehrsminister Hermann. Er warnt gleichzeitig von einem von vielen Baustellen geprägten Fahrplanjahr: „Für die Fahrgäste bedeutet das unter Umständen, dass sie ihren Alltag und ihren Pendelweg umstellen müssen. Das bedauere ich sehr.“ Betroffen sei insbesondere die Region Stuttgart rund um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21. Verantwortlich sind hier vor allem die verspäteten Arbeiten am digitalen Signalsystem.
Rund um Stuttgart nur Änderungen im Detail
Während beispielsweise im Rhein-Neckar-Raum sich die Liniennummern des dortigen S-Bahn-Netzes grundlegend und einige Linienführungen im Detail ändern, gibt es in der Großregion Stuttgart nur kleinere Änderungen.
So fährt die Ermstalbahn zwischen Tübingen und Bad Urach ab dem Fahrplanwechsel montags bis freitags durchgehend im Halbstunden-Takt. Zwischen Stuttgart und Ulm sowie zwischen Stuttgart und Tübingen verschieben sich teilweise Fahrzeiten, zumeist nur im Minutenbereich. Etwas größer ist die Verschiebung bei der Linie RE 6a/b. Sie fährt zukünftig in Stuttgart vier Minuten früher ab und kommt neun Minuten später an.
Keine alten Nahverkehrswagen mehr
Zwischen Stuttgart und Aalen sowie Stuttgart und Würzburg werden keine Züge des Anbieters TRI mehr unterwegs sein, der mit nostalgisch anmutenden, aber auch nicht barrierefreien alten Nahverkehrswagen übergangsweise einzelne Leistungen übernommen hatte, damit die normalerweise dort verkehrenden Züge auf das künftige rund um Stuttgart verbaute digitale Signalsystem umgerüstet werden konnten.
Auf der Linie nach Würzburg sind nun moderne Triebwagen des Typs Alstom/Bombardier Talent 3+ unterwegs. Die einst von den Österreichischen Bundesbahnen bestellten Züge tragen immer noch deren Farben. Auch zwischen Stuttgart und Aalen fahren nun neue Züge, dort von Siemens in Landesfarben. Für Nostalgiker bleiben noch einige Verbindungen auf der Linie RE 90 nach Crailsheim und Nürnberg.
Neuer ICE sorgt für Verwerfungen
Auf der Murrbahn zwischen Stuttgart und Schwäbisch Hall Hessental führt die neu eingeführte ICE-Sprinter-Verbindung zwischen Stuttgart und Berlin zu veränderten Fahrzeiten einiger Regionalzüge.
So muss ein morgendlicher Regionalexpress der Linie RE 90 neun Minuten früher in Stuttgart abfahren, also um 6.44 Uhr. Durch veränderte Zugkreuzungen auf der eingleisigen Strecke wegen des zusätzlichen ICE muss ein morgendlicher MEX 90 um fünf Minuten früher, also um 7.20 Uhr, von Schwäbisch Hall-Hessental abfahren. Ein abendlicher RE 90 wird Stuttgart Hbf um 21.23 Uhr statt bisher um 21.06 Uhr erreichen.