Die S-Bahn zwischen Fellbach und Bad Cannstatt ist seit Dienstagmorgen gesperrt. Auf den Einfallstraßen im Nordosten von Stuttgart kam es teilweise zu langen Staus.
Das ganz große Chaos blieb aus. Dennoch bildeten sich aufgrund der Sperrung der S-Bahn-Linien S2 und S3 zwischen Fellbach und Bad Cannstatt am Dienstagmorgen auf einigen Strecken zum Teil lange Staus. Besonders betroffen waren die B10 und die B14, aber auch die Waiblinger Straße durch Bad Cannstatt. Zur Überraschung der Integrierten Verkehrsleitzentrale Stuttgart (IVLZ) war der Grund dafür aber nicht der Neubau des Nesenbachkanals unter der Cannstatter Straße zwischen Leuzeknoten und Neckartor. Das muss aber in den kommenden Wochen nicht so bleiben.
Deutlich mehr Verkehr auf den Bundesstraßen
Der Verkehr im nordöstlichen Bereich der Landeshauptstadt brach – wie von manchen prognostiziert – nicht völlig zusammen. Dennoch mussten sich Autofahrer und auch Pendler in den Bussen des Schienenersatzverkehrs in Geduld üben. Viele wählten wohl vorsorglich eine Ersatzroute. So kam es unter anderem laut IVLZ bereits ab 6.45 Uhr von Fellbach kommend auf der Waiblinger Straße ab dem Augsburger Platz zu einem Stau, welcher sich bis 8 Uhr bis an die Ortsgrenze zu Fellbach aufbaute. „Erst gegen 9 Uhr hatte sich die Verkehrslage auf der alten B14 wieder beruhigt.“
Ebenfalls bereits kurz vor 7 Uhr stauten sich die Autos vor dem Fellbacher Kappelbergtunnel. Zwar gilt der Zusammenschluss der B14 und B29 auch an normalen Tagen als stauträchtig, dennoch war dieser deutlich länger als üblich und auch als bei der vorangegangenen Sperrung im Dezember. Bis kurz nach 8 Uhr standen die Fahrzeuge bis weit über den Teiler der Bundesstraßen in Waiblingen hinaus. „Wir hatten aber keine besonderen Einsätze diesbezüglich“, betont ein Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen. Für das deutlich höhere Verkehrsaufkommen zeichnen aus Sicht der IVLZ gleich Faktoren verantwortlich: Zum einen, weil viele Pendler auf das Auto umsteigen, zum anderen durch die erhöhte Belastung mit Ersatzbussen des Schienenersatzverkehrs, die verteilt auf drei Linien zwischen Waiblingen, Hauptbahnhof sowie Bad Cannstatt pendeln.
Als Glück im Unglück erwies sich für diese am Dienstagmorgen ein Unfall auf der B10 in Fahrtrichtung Stuttgart auf Höhe von Esslingen. „Zwischen 7 und 9 Uhr staute sich der Verkehr von Esslingen bis Plochingen“, teilt die IVLZ mit. Der Unfall fungierte dabei als eine Art „Pförtnerampel“, so dass das erhöhte Verkehrsaufkommen auf der B14 vom Kappelbergtunnel besser über die B10 und den Schwanenplatzunnel abfließen konnte. Erst ab 8.30 Uhr reichte das Stauende in Richtung Innenstadt bis maximal zum Dreieck Neckarpark.
Eine Entspannung ist nicht zu erwarten
Aufgrund dieser außergewöhnlichen Situation entsprach laut IVLZ die Lage auf Stuttgarter Gemarkung – bis auf den zusätzlichen Stau auf der Waiblinger Straße – einem gewöhnlichen Aufkommen an einem Dienstag im morgendlichen Berufsverkehr. Das wird den Stau geplagten Autofahrern aus Richtung Rems-Murr-Kreis und Esslingen allerdings nicht viel helfen.
Eine Entspannung ist vorerst nicht zu erwarten. Zum einen dauert die Sperrung der S-Bahnstrecke der S2 und S3 zwischen Fellbach und Bad Cannstatt für den im Rahmen von Stuttgart 21 geplanten Einbau der neuen digitalen Sicherungs- und Leittechnik noch bis zum 25. März an. Zum anderen ist der mehr als 100 Millionen Euro teure, notwendige Neubau des Nesenbachkanals unter der Cannstatter Straße auf insgesamt sechs Jahre veranschlagt – mindestens. Und nicht immer wird ein Unfall auf Höhe von Esslingen für die nötige Entspannung vor dem Schwanenplatztunnel in Richtung Stuttgarter City sorgen.