Das traditionelle Fastenbrechen auf dem Sindelfinger Marktplatz ist wegen Sicherheitsbedenken der Stadt abgesagt.
Das für den kommenden Sonntag, 15. März, geplante traditionelle gemeinsame Fastenbrechen auf dem Sindelfinger Markplatz ist abgesagt. Wie die Organisatoren am Dienstagvormittag in einer Pressemitteilung schreiben, hatte die Stadt wegen Sicherheitsbedenken keine Genehmigung erteilt.
„Nach intensiven Gesprächen wurde den Veranstaltern mitgeteilt, dass das Event aufgrund sicherheitsrechtlicher Anforderungen keine Genehmigung erhalten wird. Wir respektieren die Entscheidung der Behörden, auch wenn wir die Absage in Anbetracht der aktuellen öffentlichen Debatte und der langjährigen Tradition sehr bedauern“, so die Organisatoren bestehend aus der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG), Ditib Ulu Moschee Sindelfingen und dem Nationalen Verein Türkischer Arbeitnehmer (Türk Federasyon).
Türkischer Verein wird vom Verfassungsschutz beobachtet
Vor wenigen Tagen schon hatten Gemeinderat, Stadtverwaltung und auch Oberbürgermeister Markus Kleemann ihre Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt. Als Grund nannte die Stadt die Beobachtung einzelner zum Veranstalterkreis gehörenden Vereinen durch den Verfassungsschutz. Gemeint ist damit vor allem der Nationale Verein Türkischer Arbeitnehmer, der als Vertreter der Ülkücü-Bewegung der Bewegung der „Grauen Wölfe“, also dem Türkischen Rechtsextremismus zugerechnet wird.
Trotz der Absage durch die Stadt betonen die Veranstalter in ihrer Presseerklärung weiter: „Das Fastenbrechen war für uns stets ein Ort der Begegnung und des friedlichen Miteinanders – fernab jeglicher politischer Vereinnahmung.“ Trotz der „diesjährigen Enttäuschung“ blickten die Vereine nach vorne. Ziel sei es, „in einem konstruktiven Austausch mit der Stadtverwaltung Wege zu finden, um dieses Format künftig wieder gemeinsam zu ermöglichen.“ Ab dem 15. April möchte die Stadtverwaltung einen direkten Austausch mit den drei Vereinen anstoßen.
Festenbrechen in Sindelfingen: Unstimmigkeiten begannen im vergangenen Jahr
Dissonanzen hat es zum ersten Mal im vergangenen Jahr gegeben, als der damalige OB Bernd Vöhringer wegen der Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu seine Teilnahme am Sindelfinger Fastenbrechen absagte. Weil einzelne Stadträte dennoch mit den Veranstaltern feierten, kam es gerade im Wahlkampf der OB-Wahl im Mai 2025 zu Aufwallungen.