Verbesserung im ÖPNV-Angebot: Die Buslinie 205 soll von Schmiden bis nach Hofen verlängert werden. Sinnvoller Lückenschluss und neue Anbindung an die Stadtbahnlinien der SSB.
Vom Max-Eyth-See mit dem Bus direkt bis zum Bahnhof nach Waiblingen – das soll im kommenden Jahr möglich werden. Der Stuttgarter Gemeinderat hat die Mittel für die Verlängerung der Buslinie 205 aus dem Rems-Murr-Kreis bereit gestellt. So wird nicht nur eine bestehende Lücke im Netz geschlossen, sondern auch neue Anbindungen an die Stadtbahnen der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) geschaffen.
Nicht nur der Bezirksbeirat Mühlhausen, sondern auch die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Technik zeigten sich angesichts der guten Nachrichten für Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs erfreut. Schließlich war der lange gehegte Wunsch bereits immer wieder „auch Teil des städtischen Nahverkehrsplans gewesen“, betonte Lucia Schanbacher (SPD). Dass dieser nun umgesetzt werden kann, liegt an der geplanten Ausschreibung eines ganzen Bündels an Buslinienverbindungen durch den Rems-Murr-Kreis.
Neue Buslinie 205 soll ab 1. Januar 2027 starten
Im Zuge dessen soll die Linie 205 ab dem 1. Januar 2027 von Waiblingen über den Ortskern von Fellbach-Schmiden bis nach Hofen verlängert werden. Laut einer vom Verkehrswissenschaftlichen Institut an der Universität Stuttgart durchgeführten Untersuchung mit großem Nutzen für die Fahrgäste. Unter anderem werden durch die neuen Bushaltestellen am Schmidener Sportpark sowie am Seeblickweg in Steinhaldenfeld neue Bereiche, unter anderem der Einkaufspark Neugereut und die Seniorenwohnanlage Haus Monika, erschlossen. Zudem entsteht eine Anbindung an die Stadtbahnlinien U2 und U19 in Steinhaldenfeld sowie an die U12 und U14 am Max-Eyth-See in Hofen.
Noch sind die genauen Fahrpläne aufgrund der laufenden Ausschreibung noch festgelegt. Die verlängerte Buslinie 205 soll im Stundentakt von Montag bis Freitag zwischen Waiblingen und Mühlhausen verkehren. Das sei sinnvoll, um durch die wichtige Querverbindung „am Wochenende nicht noch mehr Ausflügler an den Max-Eyth-See zu locken“, sagte Cornelius Hummel (FDP). Der zunächst einmal auf vier Jahre angelegte Verkehrsversuch soll nach drei Jahren vom Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart untersucht werden.
Geld von der Bahn als Ausweichstrecke für S-Bahn-Sperrungen?
Für den Betrieb stellt der Gemeinderat jährlich 40.000 Euro aus dem Budget für Ergänzungsverkehre des öffentlichen Nahverkehrs zur Verfügung. Weitere 30.000 Euro für den Bau der neuen Bushaltestellen kommen aus den laufenden Mitteln des Tiefbauamts.
Unverständnis herrschte bei den Stadträten hinsichtlich der in der Vorlage erwähnten Gesamtmittel für die Ergänzungsverkehre in Höhe von 400.000 Euro. „Wir haben in den Beratungen für den Doppelhaushalt jährlich 500.000 Euro bereit gestellt. Warum sich das nun geändert haben sollte, erschließt sich uns nicht“, blickt Leonard Rzymann (CDU) auf den nur wenige Monate zurückliegenden Beschluss im Dezember.
Auch für Björn Peterhoff von den Grünen ist die geplante Buslinie ein Gewinn. Aber nicht nur die Fahrgäste, sondern auch für die Deutschen Bahn. Daher sieht der Stadtrat durchaus die Chance für das neue Angebot auch zusätzliche Mittel vom Verkehrsunternehmen generieren zu können. Die Buslinie 205 „kann als Bypass, als Ausweichstrecke für die immer wiederkehrenden Sperrungen der S-Bahn-Linie zwischen Waiblingen und Bad Cannstatt fungieren“. Schließlich können Fahrgäste am Max-Eyth-See auf die Stadtbahn U12 umsteigen, die direkt zum Stuttgarter Hauptbahnhof fährt.