Vitamin D und D3
: Ab dieser Dosis wird die Einnahme kritisch

Vitamin D ist wichtig für den Körper. Im Gegensatz zum veganen Vitamin D2, wird meist eine andere Form empfohlen. Was steckt hinter den Varianten und wo liegt die richtige Dosis?
Von
Michael Maier
Stuttgart
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Vitaminmangel in der kalten Jahreszeit?

Christin Klose, dpa-tmn

Vitamin D spielt eine zentrale Rolle für unsere Gesundheit und soll laut Studien mutmaßlich sogar ein Stück weit vor schweren Krankheiten wie Krebs schützen. Auch Hinweise auf hilfreiche Wirkungen bei Atemwegserkrankungen gibt es. Dabei handelt es sich um einen Sammelbegriff für verschiedene Substanzen, die wissenschaftlich als Calciferole bezeichnet werden.

Diese fettlöslichen Vitamine dienen im Körper vor allem der Kalziumregulation und werden teilweise vom Körper selbst hergestellt, wobei das Sonnenlicht der entscheidende Faktor ist. Wer ausreichend an der frischen Luft ist und genug Sonne abbekommt, braucht kein Vitamin D zusätzlich - zumindest im Sommerhalbjahr nicht. Doch gerade in den dunklen und kalten Wintermonaten in Europa kann unter Umständen ein Vitamin-D-Mangel entstehen.

Unterschied zwischen Vitamin D und Vitamin D3

Was im allgemeinen Sprachgebrauch als Vitamin D bezeichnet wird, ist wissenschaftlich betrachtet Vitamin D3. Neben D3 existieren auch die Formen D1, D2, D4 und D5, wobei es sich bei diesen um künstlich hergestellte Varianten handelt. Die bedeutendsten Formen sind D2 und D3.

Der Nobelpreisträger für Chemie, Adolf Windaus, erforschte und benannte die Vitamine D1, D2 und D3 umfassend. Vitamin D1, eine frühe Bezeichnung für eine Mischung aus Vitamin D2 (Ergocalciferol) und Lumisterol, findet heute keine Verwendung mehr. Vitamin D2 (Ergocalciferol) kommt hauptsächlich in Pflanzen und Pilzen vor und kann nach der Aufnahme im Körper zu D3 umgewandelt werden.

2000 I.E. Vitamin D gelten bereits als relativ hohe Dauerdosis.

Foto: imago images/MiS

Zwei Formen von Vitamin D3

Vitamin D3 (Cholecalciferol) existiert in zwei Formen: Als Provitamin D3, das in der Leber gebildet und in der Haut gespeichert wird, und als aktives Vitamin D3. Das Provitamin wirkt als Hormon und wird durch Sonnenlicht aktiviert. Durch biochemische Prozesse wandelt der Körper es in aktives Vitamin D3 um. Das in der Haut gespeicherte Cholecalciferol wird zunächst in der Leber zu Calcidiol und später in den Nieren zu Calcitriol umgewandelt.

Vitamin D: Wo beginnt die Überdosis?

  • Vitamin D3 ist die für Menschen bedeutsamste Form.
  • Natürliche Vitamin-D-Quellen sind Sonnenlicht und Lebensmittel wie Milch.
  • Bei Mangel wird primär eine D3-Supplementierung empfohlen.
  • D3 ist besonders wichtig für den Knochenstoffwechsel.
  • D2 eignet sich als vegane Alternative für Menschen, die keine tierischen Produkte konsumieren.
  • Eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme ist ratsam.
  • Über 1000 I.E. Vitamin D pro Tag kann bedenklich sein (über längere Zeit).
  • 1000 I.E. Vitamin D entsprechen 25 µg (Mikrogramm).
  • Auf ärztliche Empfehlung kommt unter Umständen auch eine höhere Dosis in Frage.
  • Ärzteblatt und Stiftung Warentest empfehlen nur für bestimmte Gruppenmaximal 800 I.E. täglich (bei langfristiger Einnahme)
  • Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sieht 4000 IE/Tag als sichere Obergrenze an (bei kurzfristiger Einnahme)
  • Bei einem diagnostizierten Vitamin-D-Mangel empfehlen Mediziner in erster Linie die Einnahme von Vitamin D3-Präparaten, da diese Form besonders effektiv vom Körper verwertet werden kann und eine zentrale Rolle im Knochenstoffwechsel spielt.

    Vitamin-D-Mangel im Winter ausgleichen?

    Bis ein Vitamin-D-Mangel ausgeglichen ist, kann es je nach Dosierung einige Wochen oder Monate dauern – gerade im sonnenarmen Winterhalbjahr. Vor der Einnahme von Vitamin-D-Präparaten sollte jedoch möglichst Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden, um die individuell richtige Dosis zu bestimmen.

    Nierensteine und Arterienverkalkung durch Vitamin D

    Vor einer Überdosierung warnt Internist und Endokrinologe Dr. Stephan Scharla im Gespräch mit unserer Redaktion jedoch ausdrücklich – das könne eine schädliche Wirkung haben: Angefangen von vermehrtem Knochenabbau, was das Knochenbruchrisiko erhöhe. Steigender Kalziumspiegel könne dazu führen, dass Gefäße verkalken, das Risiko für Nierensteine steigt und Herz-Rhythmus-Störungen auftreten. „Eine Überdosierung kann wirklich gefährlich werden.“