Tipps fürs Fliegen: Ohrendruck im Flugzeug: Wenn der Landeanflug schmerzt

Valsalva-Manöver: Man atmet ein, hält dann Mund und Nase geschlossen und versucht, gegen den Widerstand auszuatmen. Das sorgt für einen Druckausgleich im Ohr.
Imago/McPhotoWenn der Sinkflug beginnt, kommt bei vielen Passagieren irgendwann dieses unangenehme Druckgefühl im Ohr. Oft helfen schon kleine Kniffe, damit sich alles wieder frei anfühlt. Manche Menschen aber haben mehr damit zu kämpfen – etwa, wenn sie mit Allergien oder Schnupfen fliegen. Was hinter dem Ohrendruck steckt und was man dagegen tun kann.
Woher kommt das Druckgefühl und warum gerade beim Landen?
Was kann man dagegen tun?
Warum macht der Landeanflug manchen besonders große Probleme?
Die meisten haben keine Probleme mit dem Druckausgleich. Doch wer Schnupfen hat, allergische Symptome, Polypen (insbesondere Kinder), eine Mittelohrentzündung oder eine verbogene Nasenscheidewand kann damit zu kämpfen haben. Hier braucht die Ohrtrompete dauernd Unterstützung, sonst kann es schnell sehr schmerzhaft werden.
„Wer solche Probleme hat, sollte schon zu Beginn des Sinkflugs damit beginnen, selbst Druckausgleich zu machen“, rät Junge-Hülsing. Also die oben beschriebenen Maßnahmen anwenden. Bei Schnupfen und Allergiesymptomen sollte man zudem abschwellendes Nasenspray nehmen.
Gerade kleine Kinder sollten viel trinken, weil ihnen das Schlucken gegen die Beschwerden hilft. Wovon der Mediziner bei ihnen abrät, sind das Lutschen von Bonbons oder das Kauen von Gummibärchen oder Kaugummi – Verschluck- und damit Erstickungsgefahr.
Welchen Einfluss haben Infekte?
Wichtig zu wissen: Infekte oder Allergien lösen Entzündungen der Schleimhäute aus. Das kann dazu führen, dass die Ohrtrompete verstopft – sie öffnet und schließt dann nicht mehr richtig. Im Extremfall kann das Trommelfell reißen, wenn es gar keinen Druckausgleich mehr gibt. Das passiert aber sehr selten.
Woher kommen allergische Symptome im Flugzeug?
Laut Junge-Hülsing könnten Hausstaubmilben die Übeltäter sein. Sie kommen demnach über die Kleidung und die Haut von Passagieren an Bord und nisten sich auf den Flugzeugsitzen ein, besonders in Stoffbezügen. Woher er die Vermutung hat: „Wenn mir Patienten sagen, dass sie immer beim Fliegen ein Problem mit dem Druckausgleich haben, mache ich einen Allergietest“, betont der Arzt. „Oft kommt dann raus, dass eine Hausstaubmilbenallergie vorliegt, von der sie bislang nichts wussten.“