Sonne, Mond und Sterne im November: Sternschnuppen der Leoniden schwärmen am Nachthimmel

Die Milchstraße leuchte über dem Lake Louise and Victoria Glacier im Banff National Park, kanadische Provinz Alberta.
Imago/VWPicsGestirn des Nachthimmels ist zweifellos Jupiter. Der Riesenplanet steht kurz vor seiner Opposition zur Sonne. Er beherrscht den Nachthimmel als auffällig heller Lichtpunkt. Um Mitternacht sieht man ihn hoch im Süden im Sternbild Stier nahe dem offenen Sternhaufen der Hyaden, auch als Regengestirn bekannt.
Schon in einem kleinen Fernglas sind die vier großen und hellen Jupitermonde zu erkennen. Sie heißen auch Galileische Monde nach ihrem Entdecker Galileo Galilei. Aber auch Simon Marius aus Ansbach nahe Nürnberg hat sie unabhängig 1609 gefunden und seine Entdeckung in dem Buch „Mundus Iovialis“ – Die Welt des Jupiter – beschrieben.
Vor 400 Jahren, am 26. Dezember 1624, starb Marius. Zahlreiche Gedenkveranstaltungen in diesem Jahr erinnern an diesen bedeutenden Astronomen. Auf Vorschlag von Johannes Kepler wurden die großen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto benannt.

Galileo Galilei
Foto: Imago/Granger Historical Picture Archiv
Simon Marius
Foto: Mundus Iovialis/Bild-PD alt
Johannes Kepler
Foto: Imago/Gemini CollectionSonde dreht Runden auf dem Weg zu den Jupitermonden
Von der Erde aus betrachtet erscheinen die Jupitermonde nur als Lichtpunkte. Doch die europäische Raumsonde „Juice“ ist auf dem Weg zu ihnen, um diese eisigen Welten aus der Nähe zu erforschen.
Am 14. April 2023 vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch Guyana) gestartet, passierte „Juice“ in diesem Jahr am 20. August Erde und Mond in geringer Entfernung. Die Schwerkräfte von Erde und Mond brachten die Raumsonde auf eine neue Bahn.
Am 29. Januar 2029 wird sie abermals knapp an der Erde vorbeirasen, wobei sie auf ihre endgültige Bahn geschleudert wird. Schließlich wird Juice am 31. Juli 2031 im Jupitersystem eintreffen und mit ihren Erforschungen der eisigen Monde beginnen.

3D-Darstellung der Esa-Raumsonde „Juice“.
Foto: EsaVenus, Mars, Saturn und Merkur
Komet, Sternschnuppen, Mond

Der Komet C/2023 A3 – auch Tsuchinshan-Atlas genannt – wurde erst Anfang 2023 von Astronomen in China und Südafrika unabhängig voneinander entdeckt.
Foto: Imago/Kyodo News
Leoniden: 6. November bis 30. November
Sommerhimmel wird am Abend zum Herbsthimmel

Blick auf die nächtliche Konjunktion von Jupiter, Venus und der Andromeda-Galaxie vom Mount Teide National Park auf Teneriffa.
Foto: Imago/Pond5 ImagesAndromedanebel: 400 Milliarden Sonnen
In der Andromeda erkennt man unter sehr guten Sichtbedingungen, auf alle Fälle aber im Fernglas, ein längliches, spindelförmiges Lichtfleckchen. Man nennt es den Andromedanebel. Erst in großen Teleskopen erkennt man, dass dieses Gebilde ein Sternsystem ist, das sich aus 400 Milliarden Sonnen zusammensetzt. Der Andromedanebel ist unsere Nachbarmilchstraße in 2,5 Millionen Lichtjahren Entfernung.
Der Sage nach ist Andromeda die unglückliche Tochter der Königin Kassiopeia, bekannt als Himmels-W, und ihres Gemahls, dem König Kepheus. Das Elternpaar ist ebenfalls am Sternenhimmel vertreten.

Cassiopeia and Cepheus.
Foto: Imago/Kena ImagesDreieck, Widder, Fuhrmann, Stier, Zwilling
Südlich der Andromeda stößt man auf das winzige Sternbild Dreieck. Darunter findet sich das bekannte Tierkreissternbild Widder, das aus einem stumpfwinkeligen Sternendreieck gebildet wird. Der Hauptstern des Widders heißt Hamal. Er ist ein alternder, oranger Riesenstern in 66 Lichtjahren Entfernung. Hoch im Osten strahlt unübersehbar die helle Kapella im Fuhrmann.
Inzwischen hat der Aufmarsch der Wintersternbilder begonnen: der Stier mit dem orangenen Aldebaran und den beiden Sternhaufen Hyaden und Plejaden im Südosten sowie die Zwillinge mit Kasto r und Pollux im Nordosten.

Die Plejaden am Nachthimmel
Foto: Imago/WirestockDas Leitsternbild des Winterhimmels, der Himmelsjäger Orion, ist eben aufgegangen. Noch fehlt der Große Hund mit Sirius. Er erscheint am Morgenhimmel. Sirius funkelt in einem bläulich-weißen Licht und ist der hellste Fixstern am irdischen Himmel.
Tage werden noch einmal merklich kürzer
Die Sonne wandert am absteigenden Ast ihrer Jahresbahn und nähert sich dem Winterpunkt, mit dem sie im nächsten Monat zusammentrifft. Am 21. passiert abends den Schützepunkt, der den Beginn des gleichnamigen Tierkreiszeichens markiert.
Am 23. verlässt die Sonne das Sternbild Waage und wechselt in das Sternbild Skorpion, in dem sie nur eine Woche verbleibt.
Denn schon am 29. tritt sie nachmittags in das Tierkreisbild Ophiuchus, dem Schlangenträger.

Sternen-Cluster im Tierkreiszeichen Opiuchus.
Foto: Imago/DepositphotosDie Mittagshöhe der Sonne nimmt um sieben Grad ab, die Tageslänge schrumpft um rund eine Stunde und zwanzig Minuten. Am Sonntag, 3. November 2024, endet für die meisten Bundesstaaten der USA und Kanada die Sommerzeit (Daylight Saving Time).
Info: Bekannte Meteorströme im Jahreslauf
Lyriden
16. April bis 25. April / Maximum: 22. April
Eta-Aquariide
19. April bis 6. Mai /Maximum: 5./6. Mai
Perseiden
17. Juli bis 24. August / Maximum:12. August
Tauriden
15. September bis 25. November / Maximum: 10. November
Draconiden
6. bis 10. Oktober / Maximum: 8. Oktober
Orioniden
12. bis 29. Oktober / Maximum: 21./22. Oktober
Leoniden
6. November bis 30. November / Maximum: 17. November
Geminiden
4. Dezember bis 17. Dezember / Maximum: 14. Dezember
Ursiden
22./23. Dezember
Quadrantiden
28. Dezember bis 12. Januar / Maximum: 3. Januar
Sternschnuppen
Der Ursprung von Sternschnuppen sind Trümmer aus dem Weltall. Sternschnuppen entstehen, wenn kleine Objekte in die Erdatmosphäre eindringen und dort verglühen. Die weit sichtbaren Leuchtstreifen stammen dabei jedoch nicht von den verglühenden Staubkörnchen, sondern von den Luftmolekülen. Denn die schnellen kosmischen Geschosse übertragen einen Teil ihrer Energie auf die Luftmoleküle, die daraufhin Licht aussenden.
Kometen
Ursprung der Bruchstücke von Sternschnuppen sind oft Kometen, die diese Teilchen entlang ihrer Bahn um die Sonne verstreuen. Die überwiegende Zahl der kosmischen Partikel ist recht klein, von Staubkörnchen – bis etwa Tennisballgröße. Gerät die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne in eine solche Trümmerwolke, entwickeln sich Sternschnuppen-Schauer. Den einzelnen Lichtstreif nennen Astronomen auch Meteor. Zu den wohl auffallendsten Meteorströmen der Gegenwart gehören neben den Perseiden im August auch die Leoniden im November.