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So dumm ist die Welt: Alle doof – außer ich!

Auch beliebt, weil sie so herrlich begriffsstutzig schauen konnten: Szene mit Oliver Hardy (li.) und Stan Laurel in der Filmkomödie „Dem Henker entronnen“.
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Spielten gern die täppischen Handwerker: „The Finishing Touch“ (in Deutschland unter dem Titel „Das unfertige Fertighaus“) mit Stan Laurel (re.) und Oliver Hardy von 1928.
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Weil die Dummen auch gern tollpatschig sind: Slapstick-Szene aus „Busy Bodies“ (in Deutschland bekannt als „Dick und Doof im Sägewerk“, „Am Rande der Kreissäge“ oder „Fleißige Hände“) mit Stan Laurel (li.) und Oliver Hardy.
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Und während sich die Tölpel gegenseitig behindern, lacht der Zuschauer und bildet sich ein, selbst viel geschickter und klüger zu sein. Stan Laurel (li.) und Oliver Hardy in „Brats“ von 1930.
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Wut und Weinen: Szene aus „Early To Bed“ mit Stan Laurel (li.) und Oliver Hardy, 1928.
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Irgendwas geht immer schief bei dem Duo: Stan Laurel & Oliver Hardy in dem US-Film „Below Zero“ von 1930, Regisseur: James Parrott.
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„A Fool And A Woman“. Der Dumme küsst gern. wie in dem Kunstwerk von 1520 von Lucas van Leyden.
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Der Mensch denkt, er seit ein König. Der Schatten sagt – aber einer mit Narrenkappe.
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Gemälde eines lachenden Narren. Der Narr durfte seinem Herrscher sagen, die dumm er ist. Gefallen ließ er es sich, solange er sich in seiner absoluten Macht nicht gefährdet sah.
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Auch in Filmkomödien ist der Narr ein beliebtes Motiv. Szene aus dem US-Film „Alles, was Sie schon immer über Sex wissen wollten“ von und Mit Woody Allen aus dem Jahr 1972.
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Das Wort dumm war in der Antike nicht wirklich bekannt, wohl aber artverwandte Adjektive wie idiotisch, lasterhaft. Beim griechischen Philosophen Aristoteles (Abb.), der von 384 bis 322 v. Chr. lebte, taucht der „agroikos“ auf, eine Art rustikaler Dorfdepp. Die alten Denker hielten generell wenig vom Volk, wie auch Emil Kowalski in „Dummheit. Eine Erfolgsgeschichte“ schreibt: „Die Staatsphilosophen haben schon damals mit der Dummheit des Menschen gerechnet. Das dumme Volk musste durch die wissende Elite, durch einen gottgleichen Regenten regiert werden.“
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Als dumm und böse galt viele Jahrhunderte jener Mensch, der kritisch und ungläubig ist. Der edel Einfältige dagegen galt als gut. Mit Humanismus und Reformation begann sich dies zu verändern. Der Humanist, Jurist und Dichter Sebastian Brant (im Bild), der von 1457 bis 1521 lebte, schickt 1494 in der Moralsatire „Das Narrenschiff“ 100 Narren per Schiff ins fiktive Narragonien. Er zählt diverse dumme Eigenschaften der Zeitgenossen auf, rät aber auch zum Selberdenken. Brant schrieb mit dem reich illustrierten Buch einen Bestseller – bis zu Goethes „Werther“ 1774 war’s das meistgelesene Buch in deutscher Sprache.
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Ohne die Dummheit kein Leben, das ist im „Lob der Torheit“ (1509) zu lesen. Die bekannteste spöttische Verteidigungsschrift der Dummheit stammt vom niederländischen Gelehrten Erasmus von Rotterdam (im Bild), der von 1466 bis 1536 lebte. In dem Text spricht die personifizierte Dummheit – rhetorisch klug – über ihre Gaben. Wer wenig grübelt, sei besserer Laune, bleibe länger jung und komme rascher zur Tat als ein bedenkenträgerischer Gelehrter. Ohne ein gehöriges Maß an Tollheit würde keiner heiraten und sich fortpflanzen. Und nur wer wie ein Dummer die Augen vor Fehlern anderer verschließe, sei der Freundschaft fähig.
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Im Zuge der Aufklärung im 18. Jahrhundert kam die Vernunft besonders in Mode. Und die damit verbundene Aufforderung, nicht freiwillig dumm zu bleiben, nicht nachzubeten, was einem von Kirche und Herrschaft vorgesagt wird. Besonders prägnant formulierte der deutsche Philosoph Immanuel Kant (Bild), der von 1724 bis 1804 lebte, diese Forderung nach Mündigkeit und Emanzipation in dem Essay „Was ist Aufklärung?“ im Jahr 1784. „Sapere aude“ – trau dich, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen und dich aus selbst verschuldeter Unmündigkeit zu befreien.
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Mit der Erforschung des menschlichen Gehirns, mit dem Aufkommen der Biologie und Medizin beschäftigte man sich auch damit, was man mit jenen macht, die nicht denkfaul sind, sondern denkschwach. Wurden im Mittelalter noch sogenannte Narrenfeste gefeiert, wurden seit der Reformation sogenannte Irre aus den Städten vertrieben. Der französische Philosoph Michel Foucault (1926–1984) denkt in „Wahnsinn und Gesellschaft“ darüber nach – und über die Frage: Welche Instanz entscheidet, was normal und was dumm und verrückt ist?.
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