Schönheit: Kollagen als Wundermittel für eine schöne Haut?

Der Körper enthält Kollagen, das mit steigendem Alter abgebaut wird.
Shutterstock/ Irina BgEine junge, straffe Haut voller Elastizität und Spannkraft. Wer wünscht sich nicht, möglichst spät die ersten Falten zu bekommen und möglichst lange jung auszusehen. Doch die Natur hat andere Pläne. Welche Rolle Kollagen im Körper spielt, was genau das eigentlich ist und wie man dem natürlichen Abbau entgegenwirken kann.
Für was ist Kollagen gut?
Bei Kollagenen handelt es sich um eine Gruppe verschiedener Proteine, die ganze 28 verschiedene Typen umfasst. Natürliches Kollagen kommt im Körper vor und gibt dem Gewebe eine Struktur. Rund ein Drittel aller menschlicher Proteine bestehen als Kollagen. Sie bilden je nach Vorkommen im Körper verschiedene Strukturen. So bilden sie in Knochen kollagene Gitternetze, während sie in Bändern und Sehnen parallel zueinander verlaufen. Von den zuvor erwähnten 28 Kollagen-Typen, sind Typ eins, zwei und drei im Körper am meisten vertreten.
Auch wenn längst nicht alle Funktionen des Kollagens im Körper ausreichend erforscht sind, ist bekannt, dass die Proteine für Elastizität, Festigkeit und Feuchtigkeit sorgen. Eine kollagenreiche Haut ist gesund, frei von Falten und erscheint jugendlich. Deshalb ist der altersbedingte Abbau von Kollagen mit ein Grund für Hautalterung.
Kollagenabbau: Welches Kollagen wirkt gegen Falten?
Es ist ganz natürlich: altert man, nimmt das Kollagen im Körper ab. Bereits ab Mitte 20 baut der Körper jährlich etwa ein Prozent seines natürlichen Kollagens ab. In den ersten Jahren der Wechseljahre, der sogenannten Perimenopause, verliert die weibliche Haut rund 30 Prozent ihres Kollagens. Helle Haut enthält dabei von Natur aus weniger Kollagens als dunklere Haut. Durch den Kollagenabbau verliert die Haut langsam an Struktur und beginnt infolgedessen zu erschlaffen. Das in der Haut vorherrschende Kollagen ist das Typ 1 Kollagen. Im hohen Alter von etwa 80 Jahren verbleibt dann nur noch grob ein Viertel des Kollagens. Doch auch andere Faktoren begünstigen den Abbau von körpereigenem Kollagen:
In welchen Lebensmitteln ist viel Kollagen?
Neben einer künstlichen Kollagenzufuhr kann man das Protein auch über die Nahrungsaufnahme zuführen. Denn in einigen Lebensmitteln ist Kollagen enthalten. Doch das beschränkt sich ausschließlich auf tierische Lebensmittel. Denn die begehrten Aminosäuren stecken in Muskel- oder Bindegewebe.
Kollagenquellen für Typ 1 Kollagen sind:
Nicht kollagenhaltig aber dafür anregend für die Kollagenproduktion sind Lebensmittel, die bestimmte Vitamine und Mineralien enthalten. Besonders anregend sind Kupfer, Zink, Biotin, Vitamin A und Vitamin C. Süßkartoffeln beispielsweise, die reich an Vitamin A sind, regen die Kollagenproduktion an.
Welches Obst hat viel Kollagen?
Unangenehme Antwort: keines! Doch rotes Obst, besonders Erdbeeren, Tomaten, rote Paprika, Kirschen oder Rote Beete enthalten das antioxidative Lycopin, einen natürlichen Booster. Auch oranges Obst und Gemüse regt die Zellerneuerung und somit auch die körpereigene Kollagenproduktion an. Hier unterstützen Karotten, Mangos oder Aprikosen. Denn Abbau von Kollagen verhindern oder verlangsamen kann die Avocado mit ihrer großen Menge an Omega-3-Fettsäuren.
Haben Haferflocken Kollagen?
Nein. Jedoch unterstützen sie aufgrund ihrer Inhaltsstoffe wie Vitamin B1, Mangan, Eisen, L-Arginin und Selen die Kollagenbildung und können somit durch Zellerneuerung und eine verbesserte Durchblutung zu einem jüngeren und strafferen Hautbild beitragen.
Was passiert, wenn man Kollagen einnimmt?
Eine beliebte Option, um den Verlust des natürlichen Kollagens abzubauen, ist die Substitution durch eine externe Kollagenzufuhr. Hierbei gibt es verschiedene Optionen – von Kollagen Trinkampullen, über Kollagen Pulver bis hin zu Cremes. Der Körper kann zugeführtes Kollagen über den Dünndarm aufnehmen, von wo es über die Blutbahn hauptsächlich in die Haut transportiert wird. Um Kollagen aufnehmen und verarbeiten zu können, muss jedoch genug Vitamin C im Körper vorhanden sein. Das in Kollagen-Pulvern enthaltene Protein ist in den meisten Fällen ein wasserlösliches Kollagenhydrolysat, das aus Schlachtabfällen gewonnen wird.
Die eingenommenen Proteine sollen dann im Körper als Art Bausteine zur Reparatur verwendet werden. Ob das im Darm zerlegte Kollagen aber am Ende tatsächlich Wirkung auf die Elastizität der Haut und die Tiefe von Falten hat, ist nicht umfassend bestätigt. Es gibt Studien, die belegen, dass das im Körper vorhandene Kollagen ansteigt, jedoch ist nicht vollumfänglich geklärt, ob es positive Auswirkungen auf die Haut hat. Zudem sind einige der durchgeführten Studien von Medizinern umstritten.
Kollagen Cremes: Wirken sie Wunder?

Obwohl Kollagencremes ein riesen Hit in der Beauty-Industrie sind, ist die nachhaltige Wirkung der Cremes mehr als umstritten.
Shutterstock/ fizkesEine Kollagenzufuhr einzig durch Kollagen Cremes funktioniert nicht besonders effizient. Denn die Peptide sind meist zu groß und gelangen so nicht durch die wirksame Hautbarriere. Um im Körper wirken zu können, müssen die Proteine in den Blutkreislauf gelangen.
Fazit: Wer eine junge und straffe Haut, ohne Falten möchte oder sich diese bestenfalls erhalten möchte, sollte täglich genug Proteine zu sich nehmen. Besonders wichtig ist das für Frauen ab einem Alter von etwa 40 Jahren. Um die Kollagensynthese anzuregen, sollte man außerdem einen guten Vitamin-C-Spiegel haben. Eine ausgewogene proteinreiche Ernährung und viel Obst und Gemüse für ausreichend Vitamine und Mineralien sind deshalb das A und O. Überdies sollte man auch seinen Lebensstil unter die Lupe nehmen. Genug Bewegung und Schlaf, sowie viel Wasser und wenig UV-Strahlung setzen dem Kollagen am wenigsten zu.