Heißgetränk: Sencha-Tee: Der grüne Klassiker aus Japan

Eine dampfende Tasse Sencha – der perfekte Begleiter für entspannte Momente, wenn die Tage kürzer werden.
Shutterstock/funny faceWenn draußen die Tage kürzer und die Luft kühler wird, tut eine heiße Tasse Tee gut. Aber grüner Tee ist nicht gleich grüner Tee – und Sencha ganz besonders nicht. Wer beim Tee auf Geschmack, Achtsamkeit und ein kleines Extra fürs Wohlbefinden steht, sollte Sencha unbedingt ausprobieren. Gerade jetzt im Herbst, wenn es gemütlich wird, ist dieser japanische Klassiker perfekt für entspannte Momente.
Was heißt Sencha auf Deutsch?
Der Begriff „Sencha“ lässt sich aus dem Japanischen grob mit „aufgegossener Tee“ übersetzen. Das Wort setzt sich aus „Sen“ (aufgießen, ziehen lassen) und „Cha“ (Tee) zusammen. Damit ist Sencha der typische grüne Tee, wie er in Japan am häufigsten getrunken wird – im Gegensatz etwa zu pulverisiertem Matcha.
Was ist der Unterschied zwischen Sencha und normalem Grüntee?
Sencha gehört zur Familie der grünen Tees – aber nicht jeder grüne Tee ist auch Sencha. Der wichtigste Unterschied liegt in der Verarbeitung: Sencha wird direkt nach der Ernte mit heißem Dampf behandelt, um die Oxidation (oft auch Fermentation genannt) zu stoppen. Das bewahrt die grüne Farbe, das frische Aroma und viele wertvollen Inhaltsstoffe. Bei chinesischen Grüntees hingegen werden die Blätter meist geröstet, was ebenfalls die Oxidation verhindert, dem Tee aber ein anderes, oft nussigeres Aroma verleiht. Sencha schmeckt hingegen eher frisch, leicht grasig und hat eine zarte Süße.
Wie gesund ist Sencha?
Sencha-Tee hilft, schädliche Stoffe zu bekämpfen, indem er freie Radikale im Körper „auffängt“. Freie Radikale sind kleine, aggressive Teilchen, die Zellen beschädigen können. Die Antioxidantien im Tee „fangen“ diese Teilchen ein und verhindern so, dass sie Schaden anrichten. Wer Sencha regelmäßig trinkt, fühlt sich zudem oft energiegeladener, hat eine bessere Verdauung und ein gutes allgemeines Wohlbefinden.
Welcher grüne Tee ist am gesündesten?
Das lässt sich nicht so einfach sagen, aber Sencha gehört auf jeden Fall zu den gesünderen Sorten. Durch die schonende Verarbeitung bleiben besonders viele natürliche Inhaltsstoffe erhalten. Noch konzentrierter ist nur Matcha, da hier das ganze Blatt in Pulverform genossen wird.
Matcha versus Sencha: Welcher ist gesünder?
Matcha enthält in der Regel mehr Antioxidantien und Koffein, da das gesamte Teeblatt verwendet wird. Es wird zu feinem Pulver vermahlen und mit Wasser aufgeschlagen, sodass alle Inhaltsstoffe aufgenommen werden.
Bei Sencha hingegen werden die Teeblätter gedämpft, gerollt und getrocknet. Anschließend wird der Tee klassisch aufgegossen – es wird also nur der Auszug der Blätter getrunken, nicht das Blatt selbst. Sencha gilt daher als milder, magenfreundlicher und hat ein leichteres Aroma. Matcha wirkt intensiver und anregender.
Wie wirkt grüner Tee auf den Darm?
Grüner Tee kann die Verdauung unterstützen. Die enthaltenen Catechine wirken leicht antibakteriell und können das Wachstum unerwünschter Bakterien im Darm hemmen. Viele berichten, dass sie sich nach einer Tasse grünen Tee wohler und weniger aufgebläht fühlen.
Der japanische Tee sollte nur in Maßen getrunken werden. Zu viel Sencha kann bei empfindlichen Personen zum Beispiel Magenbeschwerden, Unruhe oder Schlafprobleme verursachen.

Shizuoka – eine der bedeutendsten Teeanbauregionen Japans und bekannt für erstklassigen Sencha.
Shutterstock/peacefooWie wirkt Sencha auf Psyche und Angst?
Sencha enthält L-Theanin, eine Aminosäure, die beruhigend wirkt und gleichzeitig hilft, konzentriert zu bleiben. In stressigen Momenten oder wenn vieles im Kopf kreist, kann Sencha dabei helfen, den Geist zu beruhigen und klarer zu werden.
Obwohl Sencha kein Mittel gegen Angst ist, kann das bewusste Trinken mit der warmen Tasse in der Hand, dem Duft des Tees in der Nase und dem langsamen Genießen dafür sorgen, dass man sich entspannt und ruhiger fühlt.
Hat Sencha-Grüntee viel Koffein?
Eine Tasse Sencha mit 300 Millilitern enthält etwa 60 Milligramm Koffein, das ist etwas weniger als bei Espresso. Grüner Tee hat jedoch den Vorteil, dass sein Koffein sanfter wirkt, länger anhält und nicht unruhig macht.
Warum wirkt das Koffein im Sencha sanfter?
Das Koffein im Sencha wirkt deutlich sanfter, weil es zusammen mit L-Theanin vorkommt. Dabei handelt es sich um eine Aminosäure, die beruhigend wirkt und dafür sorgt, dass das Koffein langsamer ins Gehirn gelangt. Mit einer Tasse Sencha nimmt man also nicht nur Koffein zu sich, sondern auch L-Theanin – und genau diese Kombination macht den Unterschied. Die Wirkung hält länger, fühlt sich ausgewogener an und führt seltener zu innerer Unruhe. Ganz anders als beim Kaffee, wo das Koffein oft schnell und intensiv wirkt.

Die richtige Zubereitung macht den Unterschied: Sencha entfaltet sein mildes, grasiges Aroma am besten bei nicht zu heißem Wasser.
Shutterstock/Food ShopIst grüner Tee am Abend geeignet?
Ja, grundsätzlich schon – allerdings hängt es von der Koffeinempfindlichkeit jedes Menschen ab. Sencha enthält zwar weniger Koffein als Kaffee, kann aber dennoch den Schlaf beeinträchtigen, wenn man empfindlich reagiert. Bei wem der Schlaf erfahrungsgemäß durch Koffein nicht gestört wird und wer den Tee nur kurz ziehen lässt, kannst diesen auch abends ohne Probleme genießen. Eine gute Alternative ist außerdem der zweite Aufguss, da dabei bereits ein Großteil des Koffeins entzogen ist – so bleibt der Geschmack, aber die Wirkung ist sanfter.
Wie viel Sencha-Tee am Tag ist empfehlenswert?
Für die meisten Menschen sind zwei bis vier Tassen pro Tag gut verträglich. Wer noch keinen grünen Tee gewohnt ist, sollte mit einer Tasse beginnen. Wichtig: Viel hilft nicht immer viel – bei übermäßigem Konsum können Magenreizungen auftreten.
Ist es in Ordnung, jeden Tag Sencha zu trinken?
Ja, absolut – solange man ihn gut verträgt. Viele Menschen trinken täglich grünen Tee, um Körper und Geist zu unterstützen. Wichtig ist auf Qualität zu achten, insgesamt moderate Mengen und ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, damit der Tee seine Wirkung optimal entfalten kann.
Trinkt man Sencha-Tee mit Milch?
Eigentlich nicht, denn Sencha trinkt man am besten pur, damit das feine Aroma erhalten bleibt. Milch kann außerdem die Wirkung der Antioxidantien beeinflussen. Wer es trotzdem probieren möchte, sollte das mit einem eher kräftigen Sencha versuchen – aber klassisch bleibt Sencha ohne Milch.
Sencha ist mehr als nur ein Getränk – er bietet eine kleine Auszeit vom Alltag, die Körper und Geist guttut. Einfach ausprobieren und entdecken, wie dieser japanische Klassiker das persönliche Wohlbefinden bereichern kann.