K-Pop-Wissen: Sasaeng: Obsessive Fans im K-Pop

Sasaengs lauern ihren Idolen auch Zuhause auf oder finden deren private Telefonnummern heraus. (Symbolbild)
Monster Ztudio/ ShutterstockSasaengs sind extrem aufdringliche Fans in der K-Pop-Szene, die massiv in die Privatsphäre von Idols eingreifen. Der Begriff kommt aus dem Koreanischen (사생팬, sa-saeng), wobei "sa" für privat und "saeng" für Leben steht — also sinngemäß „Fans, die sich ins Privatleben einmischen“.
Typische Sasaeng-Verhalten umfasst zum Beispiel:
Sasaengs sind im K-Pop ein großes Problem, weil sie die Grenze zwischen Fanliebe und Besessenheit komplett überschreiten. Viele Idols haben sich schon öffentlich gegen Sasaengs gewehrt, aber das Phänomen bleibt leider sehr präsent – vor allem bei extrem bekannten Gruppen wie BTS, EXO oder NCT.
Warum sind Sasaengs so ein großes Thema in K-Pop?
K-Pop lebt stark von der Fanbindung. Durch Fancalls, Fansigns und Vlogs entsteht der Eindruck, dass Fans ihren Idols sehr nah sein können. Diese Nähe bringt leider auch eine Schattenseite mit sich: Manche Fans entwickeln eine obsessive Fixierung und glauben, sie hätten ein Anrecht auf das Privatleben ihrer Idols.
Gerade in Südkorea gibt es ganze Netzwerke, die private Infos über Idols sammeln und weiterverkaufen – Telefonnummern, Flugrouten, Hotelzimmernummern. Sasaengs greifen darauf zurück und machen daraus eine Art Wettbewerb, wer seinem Idol am nächsten kommt.
Weil K-Pop-Idols oft extrem abgeschirmt werden, steigt bei manchen Fans die Begierde, „exklusive“ Momente mit ihnen zu erleben – sei es durch illegales Eindringen in Privaträume oder durch „zufällige“ Begegnungen, die eigentlich gestalkt wurden.
Krasse Beispiele für Sasaeng-Aktionen
2023 hat Jungkook von BTS sich öffentlich über sogenannte Sasaeng-Fans beschwert. Die aufdringlichen Fans lauerten ihm direkt vor seinem Zuhause auf. In einem Livestream hat der Sänger sehr deutlich gemacht, dass er das als massive Verletzung seiner Privatsphäre empfindet.
Anderen K-Pop-Idols geht es ähnlich: Sasaengs brechen teilweise sogar in die Privathäuser der Stars ein (1), durchwühlen ihren Müll oder installieren Kameras an privaten Häusern oder Parkplätzen (2).
Idols wie beispielsweise ENHYPEN hatten mehrfach das Problem, dass Sasaengs ihre Flugrouten und Sitzplätze herausgefunden haben (3). Manche Sasaengs kaufen sich dann Tickets direkt neben dem Idol oder versuchen, auf dem Flug Fotos zu machen.
Mehrere Idols haben erzählt, dass sie regelmäßig nachts von unbekannten Nummern angerufen werden – das sind oft Sasaengs, die ihre privaten Nummern gekauft haben (4).
In Seoul gibt es sogar sogenannte „Sasaeng-Taxis“ – Fahrer, die sich darauf spezialisiert haben, Idols nach Terminen zu verfolgen und Sasaengs mitzunehmen. Diese Verfolgungsjagden haben schon öfter zu Unfällen geführt.
Wie reagieren Idols und Agenturen darauf?
Um sich vor Sasaengs zu schützen, greifen K-Pop-Idols und ihre Agenturen zu verschiedenen Maßnahmen. Viele Idols sprechen die Problematik inzwischen direkt an und appellieren öffentlich an die Fans, ihre Privatsphäre zu respektieren – sei es in Livestreams, auf Social Media oder bei Fanmeetings.
Große Agenturen wie HYBE oder SM Entertainment setzen zudem verstärkt auf Sicherheitsvorkehrungen, etwa durch den Einsatz von Bodyguards, streng kontrollierte Sicherheitszonen bei Veranstaltungen oder den Schutz privater Adressen.
In besonders schweren Fällen führen die Agenturen sogenannte Sasaeng-Blacklists, auf denen auffällige Fans erfasst werden. Diese Personen dürfen dann beispielsweise nicht mehr an offiziellen Fan-Events teilnehmen.
Immer häufiger gehen Agenturen auch rechtlich gegen Sasaengs vor, vor allem wenn es um Stalking, Einbrüche oder die Veröffentlichung privater Informationen geht. Trotz dieser Maßnahmen bleibt der Umgang mit Sasaengs für viele Idols eine große psychische Belastung.
