Raus aus den Schuhen: Unten ohne: Wie gesund ist Barfußlaufen?

Barfuß laufen kann orthopädischen Erkrankungen vorbeugen.
Imago/BihlmayerfotografieBeim Spaziergang am Strand oder beim Laufen über Gras lohnt es sich, auch mal die Schuhe auszuziehen. Der Grund: „Wenn wir Barfußlaufen, dann trainieren wir unsere Fußmuskeln“, erklärt Orthopäde Matthias Manke aus Bochum. Insbesondere die Muskeln an der Fußsohle werden beim Laufen ohne Schuhe aktiviert. Das ist wichtig, denn „wenn wir die nicht trainieren, dann verkümmern die“.
Positive Impulse für Fußnerven
Außerdem liegen viele freie Nerven in den Füßen, über die Impulse aufgenommen werden. Der Körper erhält also neue Signale. Und das kann sich positiv auswirken. So können beispielsweise Schmerzen im Nacken, Rücken oder an der Lendenwirbelsäule weniger werden, sagt Manke.
Und nicht nur das: Der Fersensporn, eine oft schmerzhafte dornartige Verknöcherung an der Ferse, entsteht häufig durch eine untrainierte Fußmuskulatur. Barfuß zu laufen, kann dem entgegenwirken.

Die meisten Kinder lieben es, am Bord barfuß herumzutollen.
Foto: Imago/Westend61Kleine Kinder sollten, so Manke, deswegen auch möglichst ohne Lauflernschuhe oder Socken laufen, um ihre Füße natürlich zu entwickeln.
Für wen ist barfuß laufen geeignet und für wen nicht?
„Barfußlaufen ist eigentlich erst mal für jeden gedacht“, betont der Mediziner. Aber es gibt Einschränkungen:
Barfußschuhe für den Alltag

Extrem bequem und gesundheitsfördernd: Barfußschuhe
Foto: Imago/ImagebrokerGenerell gilt: Man muss natürlich nicht ausschließlich barfuß laufen. Unsere Füße bräuchten aber ein Wechselspiel zwischen dem Laufen im Schuh und dem Barfußgehen, erläutert der Orthopäde. Ein Grund, warum der Mediziner zu Hause beispielsweise keine Hausschuhe anzieht.
Übrigens: Wer im Alltag seine Fußmuskulatur stärken möchte, kann dafür auch spezielle Schuhe nutzen, sogenannte Barfußschuhe mit sehr dünner und flexibler Sohle, in denen man auch die Zehen bewegen kann. „Der Barfußschuh ist dafür da, dass der Schuh auch auf rauem Gelände den Fuß schützt, aber der Fuß gleichzeitig arbeiten muss.“