Idealwert und Tipps zum Senken: Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer

Bei zu hoher Raumfeuchte im Schlafzimmer sollten Sie handeln.
FotoDuets / shutterstock.comNach Küche und Bad ist das Schlafzimmer wohl der Raum, der die meiste Feuchtigkeit aufnehmen muss. Durch nächtliches Schwitzen und Atmen gibt ein Mensch rund 0,3 Liter Feuchtigkeit ab. Wo die ideale Raumfeuchte im Schlafzimmer liegt und wie Sie den Wert senken können, lesen Sie im Artikel.
Die optimale Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer
Das Umweltbundesamt gibt an, dass eine Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 65 % im Behaglichkeitsbereich der meisten Menschen liegt. Herrschen im Schlafzimmer aber dauerhaft über 60 % Luftfeuchtigkeit, sollte man den Wert mit geeigneten Maßnahmen senken. Ideal sind meist Werte zwischen 40 und 60 %. Ein Hygrometer kann helfen, die Luftfeuchtigkeit zu überwachen und bei zu hohen Werten gegenzusteuern.
Merke: Die ideale Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer liegt zwischen 40 und 60 %. Steigt der Wert dauerhaft über 60 %, muss die Luftfeuchtigkeit durch Lüften, Heizen und andere Maßnahmen gesenkt werden.
Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer senken: 8 Tipps
Sollte ihr Schlafzimmer dauerhaft zu feucht sein, sollten Sie schnell reagieren, um mögliche Folgeschäden durch Schimmel zu vermeiden. Hier sind einige Maßnahmen, mit denen sich die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer senken lässt.
1. Das Schlafzimmer richtig lüften
Das Umweltbundesamt empfiehlt, das Schlafzimmer vor und nach dem Schlafen gründlich zu lüften. Denn durch nächtliches Schwitzen und unseren Atem gelangt viel Feuchtigkeit in die Luft. Im Sommer sollten Sie 20 bis 30 Minuten lüften. Im Frühling und Herbst 10 bis 20 Minuten und im Winter zwischen 3 und 5 Minuten. Am besten sorgen Sie für einen Durchzug in der ganzen Wohnung, sodass die Luft einmal komplett ausgetauscht werden kann.
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2. Richtiges Heizverhalten im Schlafzimmer
Neben dem Lüften ist auch das Heizen wichtig, um die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer in den Griff zu bekommen. Denn warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern als kalte. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) empfiehlt, alle Räume auf mindestens 17 °C in den kalten Wintermonaten zu heizen. Dabei sollte die Heizung tagsüber auf konstanter Temperatur laufen und nur nachts zum Schlafen gedrosselt werden.
3. Pflanzen aus dem Schlafzimmer entfernen
Pflanzen verbessern zwar die Raumluft, können aber auch große Mengen an Feuchtigkeit abgeben. Sollten Sie mit Feuchtigkeitsproblemen im Schlafzimmer kämpfen, ist es ratsam, Zimmerpflanzen für eine Weile zu entfernen, um zu schauen, ob sich das Problem dadurch bessert. Falls ja, sollten Sie einen anderen Platz für die Pflanzen finden.
4. Möbel von der Wand wegstellen
Ist das Gebäude, in dem Sie wohnen, schlecht gedämmt, sollten Sie laut Umweltbundesamt im Winter keine großen Möbelstücke direkt an die Außenwände stellen. Grund dafür ist, dass sich dort schnell Feuchtigkeit sammelt und zu Schimmel führen kann. Bett und Kleiderschrank sollten daher 5 bis 10 Zentimeter von der Außenwand weggerückt werden, damit die dort gefangene Feuchtigkeit beim Lüften abtransportiert werden kann.
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5. Türen geschlossen halten
In vielen Haushalten ist das Schlafzimmer kühler als die anderen Wohnräume. Dringt nun durch eine offenstehende Tür wärmere Luft ein, kühlt sich diese ab und die relative Luftfeuchtigkeit steigt an. Dadurch bildet sich vorwiegend an den Außenwänden oder in Ecken Kondenswasser. Sollte das Schlafzimmer also niedriger temperiert sein als der Rest der Wohnung, lassen Sie die Tür geschlossen.
6. Wäsche nicht im Schlafzimmer trocknen
Durch das Wäschetrocknen in der Wohnung können selbst bei gut geschleuderter Wäsche bis zu 0,5 Liter Wasser in die Raumluft gelangen. Durch das Ausatmen im Schlaf geben wir rund 300 g Wasser an die Raumluft ab. Das ist eine Menge Feuchtigkeit, die dann durch Heizen und Lüften wieder abtransportiert werden muss. Trocknen Sie die Wäsche daher am besten in einem Trockenraum oder passen Sie das Lüft- und Heizverhalten entsprechend an, wenn Sie sie in der Wohnung aufhängen müssen.
7. Luftentfeuchter einsetzen
Hausmittel wie Katzenstreu, Salz oder Reis sind nur wenig effizient, wenn man einen ganzen Raum entfeuchten will. Dasselbe gilt auch für passive Entfeuchter auf Granulatbasis. Elektrische Entfeuchter bringen zwar mehr Leistung, sind laut Stiftung Warentest aber eher eine Übergangslösung. Denn wird die Ursache für die zu hohe Luftfeuchtigkeit nicht behoben, sind die Luftentfeuchter nur ein Mittel zur Symptombekämpfung. Darüber hinaus können elektrische Luftentfeuchter nicht nur in der Anschaffung teuer sein, sondern auch im Betrieb.
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8. Vermieter oder Sachverständigen hinzuziehen
Lässt sich die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer trotz der oben genannten Tipps nicht senken, könnte das auf ein tiefgreifenderes Problem hindeuten. Ursachen für eine erhöhte Raumfeuchte können laut Umweltbundesamt zum Beispiel Baufeuchte, Rohrbrüche, bauliche Mängel, Wärmebrücken oder eine unzureichende Wärmedämmung sein. Als Mieter sollten Sie in diesem Fall den Vermieter informieren. Spätestens bei einem Schimmelbefall sind Sie dazu sogar verpflichtet. Eigentümer dagegen können mithilfe eines Sachverständigen auf die Ursachensuche gehen, um dann entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.
