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Giftstoffe in Gewürzen und Gemüsen: Diese Lebensmittel können tödlich sein

In frischen Bohnen steckt Phasin, ebenso wie in Kichererbsen und grünen Erbsen. Ungekocht ist das Eiweiß für den Menschen gefährlich. Es kann zu blutenden Magen-Darm-Entzündungen führen
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Lakritz: Wochenlang hat der 54-jährige Mann aus Amerika jeden Tag anderthalb Packungen Lakritz gegessen – dann erlitt er einen Herzstillstand. Schuld daran war die sogenannte Glycyrrhizinsäure. Sie kommt in Lakritze und vielen anderen Lebensmitteln vor, die den Wurzelextrakt von echtem Süßholz enthalten. Die Säure kann unter anderem eine gefährlich niedrige Kaliumversorgung verursachen. Kurz: Sie bringt den Nährstoffgehalt aus dem Gleichgewicht ...
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Selbst kleine Mengen Lakritz können dadurch den Blutdruck leicht erhöhen, zu Bluthochdruck oder Schwindel führen. „Menschen mit hohem Blutdruck sollten deshalb ganz auf Lakritz verzichten“, sagt Ernährungswissenschaftler Peter Grimm von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung Baden-Württemberg. Für alle anderen gilt: Mehr als 50 Gramm der Süßigkeit sollte man nicht auf einmal essen – und sich insbesondere vor Stark-Lakritz aus dem Ausland in Acht nehmen.
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Bohnen: In frischen Bohnen, Erbsen und Kichererbsen steckt Phasin. Ungekocht ist dieses Eiweiß für den Menschen gefährlich, denn es kann zu blutenden Magen-Darm-Entzündungen führen. „Bei kleinen Kindern können schon wenige rohe, grüne Bohnen tödlich sein“, warnt Grimm. Er empfiehlt auch, das Kochwasser lieber wegzuschütten, da es – wenn auch in geringen Mengen – Phasin enthält.
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Muskatnuss: Muskatnuss ist ein beliebtes Gewürz – und in der normalen Dosierung völlig unbedenklich. Ab einer Menge von etwa einer halben Muskatnuss sind allerdings Symptome wie psychische Erregung, schneller Atem, Benommenheit, Herzrasen, Kopf- und Magenschmerzen möglich – vor allem bei Kindern. Eine noch größere Menge kann bei ihnen auch tödlich wirken ...
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„Denn die Muskatnuss enthält Myristicin und weitere Halluzinogene“, erklärt Lena Melzer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung Baden-Württemberg. Dafür müsste man allerdings schon eine ganze Muskatnuss herunterschlucken. „Gemahlen schmeckt sie zu intensiv, um in größeren Mengen genießbar zu sein“, sagt Melzer.
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Bittermandel: Auf Süßmandelbäumen wachsen vereinzelt Bittermandeln – weshalb sich diese auch vereinzelt in der Süßmandel-Packung finden. Äußerlich zu unterscheiden sind die Mandelarten nicht. „Wenn es dann bitter schmeckt, bitte gleich ausspucken“, sagt Melzer. Denn Bittermandeln enthalten Amygdalin, aus dem Blausäure freigesetzt wird ...
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„Dadurch wird der Sauerstofftransport im Blut behindert, es treten Symptome wie Kopfschmerzen, Atemnot, ein roter Kopf oder gar Bewusstlosigkeit auf“, sagt Melzer. Für Kinder können fünf bis zehn Bittermandeln tödlich sein, bei Erwachsenen braucht es schon rund 50 Stück. Da Bittermandeln aber wirklich sehr unangenehm schmecken, kommen solche Fälle höchst selten vor.
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Kartoffeln: Um Fraßfeinde abzuwehren, enthalten Kartoffeln Solanin, einen giftigen Bitterstoff. Solanin steckt besonders in der Schale, in grünen Stellen sowie in den Keimen und Augen. Isst man davon zu viel, kann es zu Magen-Darm-Beschwerden, Gliederschmerzen und Krämpfen kommen ...
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Deshalb: „Die entsprechenden Stellen vor dem Kochen großzügig wegschneiden und auch das Kochwasser dann wegschütten“, sagt Ernährungswissenschaftler Peter Grimm ...
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Wer Ofenkartoffeln mit Schale machen möchte, sollte dafür frische, gute Kartoffeln verwenden, so Grimm. Kartoffeln bekommen Triebe, wenn sie zu Hause bei Temperaturen über 12 Grad Celsius aufbewahrt werden. Hat man keinen kühlen Keller zum Lagern, kauft man besser nur kleine Mengen Kartoffeln.
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Koffein: Wer täglich zwei, drei Tassen Kaffee trinkt, fühlt sich danach normalerweise gut. Für gelegentliche Kaffeetrinker reicht diese Menge allerdings bereits, um nervös zu werden, zu zittern, Herzrasen zu bekommen oder Schlafprobleme. Daran zeigt sich, welche Wirkungen Koffein auf den Körper hat – und dadurch auch immer wieder zu Todesfällen führt ...
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Betroffen sind insbesondere Jugendliche, die innerhalb kurzer Zeit große Koffeinmengen zu sich nehmen, beispielsweise über hoch konzentriertes Koffeinpulver in Kombination mit Energydrinks. Bei normalen Getränken muss man dagegen schon ordentlich zulangen, um eine tödliche Dosis zu erwischen: Für einen Erwachsenen steckt diese Menge in etwa 100 Tassen Kaffee oder in zwanzig Dosen Energydrinks.
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Salz: Zwei Esslöffel Salz statt Zucker hatte die Vierjährige versehentlich in den Schokopudding gerührt. Die Mutter zwingt sie trotz angewiderten Gesichts zum Aufessen. Wenige Stunden später ist das Mädchen tot. Das Beispiel aus den USA zeigt: Schon wenige Esslöffel Salz reichen, um selbst einen Erwachsenen umzubringen, denn zu viel Salz zieht dem Körper das Wasser aus den Zellen. Tatsächlich sterben auch jeden Tag sehr viele Menschen an einem zu hohen Salzkonsum ...
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Allerdings nicht, weil sie einmalig zu viel Salz gegessen hätten, sondern weil sie dauerhaft sehr salzig essen. Etwa acht bis zehn Gramm Salz nimmt jeder Erwachsene in Deutschland täglich etwa zu sich, das ist um ein Drittel mehr als die Menge, die Mediziner empfehlen. Das liegt vor allem an Fertigprodukten, die viel verstecktes Salz enthalten, wie Tiefkühlpizza, Hering oder gar Cornflakes. Wer über Monate hinweg zu viel Salz isst, lässt den Körper austrocknen und erhöht den Blutdruck.
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Alkohol: Liegt der Blutalkoholspiegel zwischen drei und sechs Promille, schaltet der Körper irgendwann ab: Es kommt zu Kreislaufversagen, Atemstillstand, Bewusstlosigkeit. Unter Umständen kann das sogar zum Tod führen. „Die genaue Alkoholmenge, die für so einen Blutalkoholspiegel notwendig ist, lässt sich nicht angeben, weil Alkohol im Körper ständig abgebaut wird und es deshalb auch sehr auf die Trinkgeschwindigkeit ankommt“, sagt Grimm.
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Rhabarber enthält Oxalsäure – und die ist in großen Mengen giftig. Der höchste Gehalt ist allerdings in den Blättern enthalten, die man normalerweise nicht isst. Bei den Stangen steckt Oxalsäure vor allem in der Schale, weshalb man diese besser entfernt. Man geht davon aus, dass 5 bis 15 Gramm Oxalsäure für einen Erwachsenen tödlich sind ...
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Je 100 Gramm enthalten Rhabarberstangen aber nur zwischen 150 und 500 Milligramm Oxalsäure. Außerdem verringert das Kochen den Gehalt an Oxalsäure. Wer zum Rhabarber Milchprodukte isst, braucht sich gar keine Gedanken zu machen: Das darin enthaltene Kalzium verbindet sich mit der Oxalsäure und wird dann ausgeschieden.
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Zucchini: Der Rentner hatte einen Auflauf mit selbst angebauter Zucchini gegessen, wenig später ist er an einer Vergiftung gestorben. Dieser Fall aus Heidenheim hat vor einigen Jahren viele Gartenbesitzer erschreckt. Zwar enthalten Zucchini, Gurken oder Kürbisse Bitterstoffe, so genannte Curcurbitacine. Allerdings in sehr unterschiedlicher Konzentration ...
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„Nur wenn das Gemüse roh gegessen wirklich sehr, sehr bitter schmeckt, ist eine Vergiftung möglich“, sagt Grimm. Dies sei äußerst selten – und gesunde Menschen spucken ein bitteres Essen normalerweise auch wieder aus.
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Apfelkerne: In den Kernen von Äpfeln, Kirschen, Aprikosen oder Birnen steckt Amygdalin. Der Stoff wird im Körper zu giftiger Blausäure umgewandelt. Allerdings müsste man für eine tödliche Dosis schon sehr viele Kerne pur essen und zerkauen. „Das Kerngehäuse eines Apfels kann man bedenkenlos mitessen“, sagt die Ernährungsexpertin Lena Melzer. Einzig bei Kindern sollte man etwas aufpassen, wobei die Kerne auch einfach sehr bitter schmecken.
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