Totholzhecke: Benjeshecke anlegen: So geht’s

Eine geschichtete Benjeshecke im Frühling.
Shutterstock/Cora MuellerDurch Rückschnitte und Pflanzenpflege im Garten fällt regelmäßig Schnittgut an. Dieses muss in der Regel aufwendig und kostspielig entsorgt werden. Doch das Totholz muss nicht zwingend aus dem Garten entfernt werden, denn es kann durchaus sinnvoll genutzt werden.
Was ist eine Benjeshecke?
Bei einer sogenannten Benjeshecke handelt es sich um eine Totholzhecke, die vielfältige Lebensräume für verschiedenste Lebewesen bieten kann. Die Hecke besteht aus aufgeschichtetem Gehölzschnitt wie Zweigen, Ästen und Laub. In ihr finden zahlreiche Tiere Unterschlupf, die wiederum Pflanzensamen in die Hecke tragen. Dadurch wird die Totholzhecke von Pflanzen bewachsen, die sie zum Leben erwecken.
Ihren Namen verdankt die Totholzhecke Heinrich Benjes, einem nachhaltigen Landschaftsgestalter, der eine sinnvolle Verwendung für Totholz suchte.
Der beste Standort für die Benjeshecke
Im ersten Schritt sollte man den passenden Standort aussuchen. Der Standort sollte im Idealfall mehrere Stunden Sonne am Tag abbekommen. Denn nicht nur Pflanzen lieben Sonne und Wärme, sondern auch Eidechsen. Idealerweise steht die Hecke an einem luftigen Standort, damit sich dank Luftzirkulation kein Pilzbefall entwickeln kann.
Was darf nicht in die Benjeshecke?
Eine Totholzhecke ist eine einfach Möglichkeit, kein Grüngut entsorgen zu müssen. Damit die Benjeshecke nicht überwuchert wird, sollte man keine starkwuchernden Pflanzenteile in die Hecke legen. Auch kranke oder von Schädlingen befallene Pflanzenteile, sollten nicht in die Hecke. Wer zu viel Nadelgehölz, wie Schnitt von Fichten oder Tannen in der Benjeshecke hat, läuft Gefahr, den Boden zu übersäuern. Auch Rasenschnitt sollte nur in geringen Mengen in der Totholzhecke integriert werden. Denn dieses Material verdichtet die Hecke zu stark und verhindert gute Luftzirkulation und kann zu Fäulnis führen.
Was sind die Vorteile einer Benjeshecke?
In einem naturnahen Garten eine Benjeshecke anzulegen, bringt zahlreiche Vorteile mit sich:
Die Totholzhecke bietet zahlreichen Lebewesen wie Insekten, Reptilien, Vögeln, Amphibien und Säugetieren Unterschlupf. Außerdem siedeln sich hier viele Nützlinge an, wovon der eigene Garten wiederum profitieren kann. Zusätzlich stellt die Hecke ab einer gewissen Höhe einen günstigen Sicht- und Windschutz dar. Auch das verwendete Schnittholz muss nicht mehr entsorgt werden, sondern wird direkt im Garten wiederverwendet.
Welche Nachteile hat eine Totholzhecke?
Doch auch in diesem Fall gibt es nicht nur positive Eigenschaften. Denn auch die Benjeshecke bringt einige wenige Nachteile mit sich:
Durch das sehr trockene Totholz entsteht vor allem in trockenen und heißen Sommern eine Brandgefahr. Um dieses Risiko zu verringern, könnte man die Hecke an besonders heißen Tagen bewässern. Wer Lebensraum im Garten schafft, schafft diesen nicht zwangsläufig nur für gebetene Bewohner. Auch ungeliebte Bewohner, wie Wühlmäuse oder Ratten können sich in der Benjeshecke wohlfühlen. Die Hecke braucht auf Dauer etwas Pflege. Sinkt sie langsam ab, da die unterste Schicht kompostiert ist oder die Hecke durch Stürme beschädigt wurde, muss neuer Holzschnitt nachgelegt werden.
Da es sich bei einer Totholzhecke um ein natürliches Element handelt, kann es einige Zeit dauern, bis sich Pflanzen angesiedelt haben und die Hecke bewachsen. Bis dahin wirkt sie doch recht kahl und trocken. Dies kann man beschleunigen, indem man gezielt Pflanzen an der Hecke ansiedelt. Als letztes gilt zu erwähnen, dass die Benjeshecke ihr volles Potenzial entfalten, wenn sie eine gewisse Größe hat. Dementsprechend ist es optimal, wenn sie einige Meter lang ist. Dafür benötigt man Platz. Trotzdem ist eine solche Hecke auch in kleinen Gärten sinnvoll und besser, als keine Hecke zu haben.
Wie lange hält eine Benjeshecke?
Wenn man die Hecke regelmäßig nachschichtet und eventuelle Zerstörungen durch Witterung repariert, kann die Totholzhecke viele Jahre halten.
Ist das Anlegen einer Totholzhecke genehmigungspflichtig?
In der Regel benötigt man für die Benjeshecke keine Genehmigung. Jedoch kann man das nicht pauschal sagen, da es davon abhängt, wie nah die Hecke an der Grenze zum Nachbarsgrundstück errichtet wird und wie hoch sie ist. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann im Vorfeld bei der zuständigen Behörde anfragen, ob eine Benjeshecke errichtet werden darf.
Zieht eine Benjeshecke Ratten an?
Eine Benjeshecke zieht nicht zwingend Ratten an. Sie bietet Unterschlupf für verschiedene Tiere und somit auch für Tiere, die man nicht gerne im Garten haben möchte. Um keine Ratten anzulocken, sollte man zwingend darauf achten, dass keine Essensreste auf einem Kompost direkt neben einer Benjeshecke entsorgt werden.
Benjeshecke anlegen: Schritt für Schritt
Als Grundgerüst für die Benjeshecke benötigt man mehrere lange Stämme, die man im Abstand von etwa einem Meter in den Boden steckt. Das Totholz legt man dann vertikal dazwischen. Zu Beginn verdichtet man das Füllmaterial einmal. Dazu kann man auf die aufgeschichteten Äste stehen. Wichtig ist, dass man das nach dem ersten Aufschichten nicht mehr tut. Stehen Äste aus der Hecke heraus, können diese einfach abgeschnitten werden. Nach einiger Zeit sackt die Hecke dann ab und Tiere tragen Samen in die Hecke, die später für die Bepflanzung sorgen.