Tapinoma Magnum im Garten: Wie geht man mit der invasiven Ameisenart um?

Die geflügelte Königin der Tapinoma Magnum inmitten ihres Hofstaates.
Shutterstock/Roberto PirasTapinoma Magnum ist eine von fünf in Deutschland vorkommenden Arten der Gattung Tapinoma. Dabei sehen sich optisch alle Arten sehr ähnlich. Im Gegensatz zu anderen Ameisenarten bei uns, bildet Tapinoma Magnum sogenannte Superkolonien mit mehrspurigen Ameisenstraßen, in denen mehrere Königinnen und tausende Arbeiterinnen zusammenleben.
Die Art bevorzugt warme, sonnige und trockene Bereiche sowie sandige Böden unter Pflastersteinen. Sie unterhöhlt Bauwerke, verdrängt heimische Ameisenarten und hat bereits Schäden an technischer Infrastruktur angerichtet wie etwa in der baden-württembergischen Kleinstadt Kehl oder in Tübingen. Die Stadtverwaltung Tübingen kontrolliert daher regelmäßig öffentliche Flächen und hält ein Fahrzeug für den Heißwassereinsatz bereit.
Woran erkennt man Tapinoma Magnum?
Hier einmal die wichtigsten Merkmale von Tapinoma Magnum zusammengefasst: Die Größe der Arbeiterinnen variiert zwischen zwei bis vier Millimeter. Dabei kann eine Arbeiterin doppelt so groß wie eine andere sein. Sind die Ameisen gleich groß, ist es sehr wahrscheinlich eine heimische Art. Die Ameisen sind komplett schwarz gefärbt. Zudem ist der Knoten zwischen Vorder- und Hinterleib, welcher flach ist und vom Hinterleib verdeckt wird, charakteristisch für diese Art. Bei anderen Gattungen ist dieser deutlich sichtbar. Gut zu wissen: Beim Reizen der Tapinoma Magnum verströmt diese einen ranzig-buttrigen Geruch.
Wie kann man Tapinoma Magnum sicher bestimmen?
Experten des Forschungsprojekts vom Naturkundemuseum Stuttgart empfehlen, Zucker oder Sirup auf ein rund fünf Zentimeter großes Stück Papier zu tröpfeln. Dieses am besten in die Nähe des Nesteingangs legen oder neben einer Ameisenstraße platzieren. Nach zehn bis 20 Minuten sollten sich dort die ersten Ameisen versammelt haben. Anschließend können nun in Ruhe Fotos aus mehreren Perspektiven gemacht werden. Gerne kann auch ein Lineal danebengelegt werden, damit die Wissenschaftler die Größe der Tiere einfacher bestimmen können. Wenn die im ersten Abschnitt beschriebenen Kriterien zutreffen, können die fertigen Bilder per E-Mail an das Forschungsprojekt geschickt werden, um den Fund von den Experten bestätigen zu lassen.
Welche Schäden können Tapinoma Magnum im Garten verursachen?
Die Ameisen können unter Wegen, Terrassen oder Fundamenten graben, was zu deren Absinken oder Beschädigung führen kann. Tapinoma Magnum bildet große Superkolonien mit mehreren Ameisenstraßen und verdrängt dabei heimische Ameisenarten, was das ökologische Gleichgewicht im Garten stören kann. In bekannten Meldungen wurde über Schäden an Stromkästen und anderen Grundstücken berichtet. Betroffene Städte in Baden-Württemberg sind Lörrach, Tübingen, Winnenden, Kehl und Kämpfelbach, wie eine Quelle des Umweltministeriums Baden-Württemberg zeigt.
Auch in Innenräumen werden die Krabbler lästig – auf der Suche nach Nahrung dringen sie in Küchen, Müllräume und Vorratskammern ein.
Wie kann man Tapinoma Magnum bekämpfen?
Die Insekten lassen sich nur schwer bekämpfen. Das Tapinoma-Forschungsprojekt des Naturkunde Museums Stuttgart rät Privatpersonen davon ab, Insektizide einzusetzen – es gelinge meist nicht, ganze Kolonien dauerhaft zu beseitigen. Bei einem Befall sollte die Gemeinde verständigt werden, da eine abgestimmte Bekämpfung über mehrere Grundstücke hinweg oft entscheidend für den Erfolg ist. Was dennoch helfen kann, ist der Einsatz von heißem Wasser. Dadurch können Kolonien kurzfristig beeinträchtigt werden, indem es die Nester stört und die Ameisen vertreibt.
Sind Tapinoma Magnum gefährlich für Menschen?
Nein, die invasive Ameisenart ist weder giftig noch überträgt sie Krankheiten.
Wie schützt man sich vor Tapinoma Magnum?
Um sich vor Tapinoma Magnum zu schützen, kann man vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Das Umweltamt der Stadt Kehl etwa empfiehlt, Pflanzentöpfe vor dem Kauf auf Ameisen zu kontrollieren. Dazu sollten die Pflanzen aus dem Topf genommen und auch ihre Wurzelballen sorgfältig kontrolliert werden. Auch Grünschnitt sollte vor der Entsorgung gründlich auf Ameisen überprüft werden, da diese ihre Eier bevorzugt im Wurzelbereich ablegen. Um frühzeitig festzustellen, ob sich die invasiven Insekten im eigenen Garten ansiedeln, empfehlen Experten außerdem, Laub und Unkraut an Grundstücks- und Wegrändern regelmäßig zu entfernen.
Wer also frühzeitig auf erste Anzeichen achtet und konsequent gegen Tapinoma Magnum vorgeht, kann eine Ausbreitung im Garten verhindern und trägt gleichzeitig zum Schutz der heimischen Arten bei.