Schädlingsbekämpfung: Effektive Maßnahmen gegen Ameisen im Garten

Die kleinen Krabbeltiere sind oft unerwünschte Gäste im Garten.
Shutterstock/ OasishifiAmeisen sind oft unerwünschte Besucher im Garten. Obwohl sie wichtige Rollen in der Natur spielen, können sie zu lästigen Plagen werden, insbesondere wenn sie Pflanzen befallen. Tipps und Tricks, um Ameisen effektiv aus dem Garten zu vertreiben und eine ameisenfreie Zone zu schaffen, gibt es in diesem Artikel.
Inhalt:
Warum gibt es so viele Ameisen im Garten?
Der Garten erblüht in einer Symphonie aus betörenden Düften und leuchtenden Farben, die Bienen und Schmetterlinge magisch anziehen. Doch es sind nicht nur geflügelte Besucher, die sich von der Pracht angezogen fühlen. Auf der Suche nach süßem Nektar, bahnen sich Ameisen ihren Weg durch Gräser und Blumen. Warum sich Ameisen in Gärten besonders wohlfühlen, gibt es hier im Überblick:
Wie findet man heraus, wo die Ameisen herkommen?
Um herauszufinden, woher die Ameisen kommen, sollte man ihre Bewegungen beobachten und die Ameisenstraßen verfolgen. Diese Wege führen normalerweise von den Nestern zu den Nahrungsquellen. Indem man den Verlauf der Ameisenstraßen verfolgt, kann man den Ursprungsort identifizieren und dort gezielt gegen sie vorgehen.
Wie lange leben Ameisen?
Die Lebensdauer der kleinen Arbeiter variiert je nach Art und Umgebung. Es gibt mehr als 12.000 bekannte Ameisenarten, und jede Art kann unterschiedliche Lebensspannen aufweisen. Im Allgemeinen haben die meisten Arbeiterinnen eine Lebensdauer von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten. Männliche Ameisen haben oft eine noch kürzere Lebensdauer und leben nur wenige Wochen. Grund dafür ist, dass sie kurz nach der Begattung mit den Königinnen sterben. Ameisenköniginnen hingegen können länger leben, in einigen Fällen mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte.
Sind viele Ameisen im Garten gut oder schlecht?
Die Anwesenheit einer großen Anzahl von Ameisen im Garten kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Ameisen spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Wenn es die Tiere nicht gäbe, könnten sich einige Aspekte des natürlichen Gleichgewichts verändern. Sie tragen zur Bestäubung von Pflanzen bei, dienen als natürliche Schädlingsbekämpfer und helfen bei der Zersetzung von organischem Material. Darüber hinaus sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für andere Tiere. Das Fehlen von Ameisen könnte daher Auswirkungen auf die Biodiversität und das Funktionieren des Ökosystems haben. Allerdings können Ameisen auch Schäden verursachen.
Sollten jedoch Probleme auftreten, wie zum Beispiel eine große Anzahl von Ameisen oder Schäden an Pflanzen, kann es notwendig sein, geeignete Maßnahmen zur Kontrolle der Ameisenpopulation zu ergreifen.
Können Ameisen Pflanzen kaputt machen?
Ja, Ameisen können Pflanzen schädigen. Einige Arten von Ameisen bauen ihre Nester in der Nähe von oder unter Pflanzenwurzeln und können diese dadurch ruinieren. Darüber hinaus können Ameisen Blattläuse auf Pflanzen anlocken, da sie Honigtau ausscheiden. Dies kann zu einer Vermehrung der Blattläuse führen und die Pflanzen so indirekt schädigen.

Obwohl eine Ameise knapp zehn Milligramm wiegt, kann sie das Vierzigfache ihres eigenen Gewichts tragen - in einer Gruppe sogar mehr.
Shutterstock/ Rapin_1981Allerdings ziehen sich Ameisen normalerweise während der kälteren Wintermonate in ihre Nester zurück. Die genaue Zeit kann dabei je nach Ameisenart und Klima variieren. In wärmeren Regionen, in denen die Temperaturen das ganze Jahr über mild sind, können die Insekten das ganze Jahr über aktiv bleiben.
Wo können Ameisen vorkommen?
Obwohl Ameisen sowohl faszinierend als auch herausfordernd sein können, sind sie nicht überall erwünscht. Hier ist ein kleiner Überblick zu den Krabbeltieren im Haus und im Beet:
Info: Ameisen in einem Beet haben direkten Zugang zum Boden und somit mehr Möglichkeiten, in den Boden einzudringen und dort Nester zu bauen. In einem Pflanzenbeet können Ameisen ebenfalls in den Boden gelangen, jedoch ist der Zugang durch die Wurzeln der Pflanzen möglicherweise eingeschränkt.
Bekämpfung der Ameisen
Bei der Bekämpfung von Ameisen gibt es verschiedene Ansätze, die je nach Situation angewendet werden können. Hier sind einige gängige Methoden:

Die fliegenden Ameisen sind mit den normalen Ameisen nicht zu verwechseln.
Shutterstock/ Stephane BidouzeHausmittel gegen Ameisen
Begegnet man in seinem Garten unerwünschten Besuchern - den Ameisen, dann kann man, statt zu schweren Chemikalien zu greifen, unterschiedliche Hausmittel und Köder ausprobieren, um diese winzigen Eindringlinge auf sanfte Weise zu vertreiben.
Kann man mit Kaffeesatz Ameisen vertreiben?
Kaffeesatz kann als natürliches Abwehrmittel gegen Ameisen verwendet werden, da der Geruch sie abschreckt. Hierfür kann man Kaffeesatz entlang der Ameisenstraßen und an den Stellen streuen, an denen sie aktiv sind. Man sollte allerdings beachten, dass dies möglicherweise nicht bei allen Ameisenarten oder in stark befallenen Bereichen wirksam ist.
Es kann erforderlich sein, weitere Schritte einzuleiten, um das Problem vollständig zu lösen.
Was macht Essig mit Ameisen?
Essig kann für Ameisen eine abschreckende Wirkung haben, da die Tiere einen starken Geruchssinn haben und empfindlich auf bestimmte Gerüche reagieren. Denn Essig enthält Essigsäure, die für Ameisen ätzend und irritierend ist.

Die Nester der Ameisen können über einen Meter hoch werden und mindestens genauso tief in die Erde gehen.
Shutterstock/ Noemi S RiveraWenn Ameisen mit Essig in Kontakt kommen, kann das dazu führen, dass ihre Fühler und Beine gereizt werden und ihnen unwohl wird. Dadurch lassen sich die kleinen Tiere vertreiben. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass Ameisen Schmerzen empfinden, wie wir Menschen sie verstehen, da sie ein einfacheres Nervensystem haben. Ihre Reaktion auf Essig ist eher eine natürliche Schutzreaktion, um einer potenziellen Bedrohung zu entgehen.
Ein weiterer Effekt, den Essig hat, ist die Zerstörung des Duftmusters der Ameisen, das sie benutzen, um Nahrung zu finden und Kommunikation innerhalb der Kolonie aufrechtzuerhalten. Verteilt man Essig auf Ameisen oder ihren Pfaden, werden sie den Bereich zukünftig meiden.
Kann man mit Backpulver Ameisen vertreiben?
Wenn Ameisen Backpulver essen, kann das für sie schädlich sein. Backpulver enthält normalerweise Natriumbicarbonat (Natron) und eine Säurekomponente wie Weinsäure oder Zitronensäure. Beim Verschlucken des Backpulvers kann das Natron mit der Magensäure der Ameisen reagieren und Kohlendioxidgas freisetzen. Das entstehende Gas kann zu einer übermäßigen Ausdehnung des Magens, und möglicherweise zu einer Verstopfung oder Schädigung des Verdauungssystems der Ameise führen. Die Ameisen platzen dabei allerdings nicht.
Um Backpulver zur Ameisenabwehr einzusetzen, kann man es entlang der Ameisenstraßen oder an den Stellen streuen, an denen man die Ameisen bemerkt. Obwohl Backpulver als Hausmittel zur Ameisenbekämpfung vorgeschlagen wird, ist seine Wirksamkeit begrenzt. Es kann zwar dazu führen, dass einzelne Ameisen sterben, aber es hat normalerweise keinen großen Einfluss auf eine gesamte Ameisenkolonie.
Grund hierfür ist, dass Natron nicht attraktiv für Ameisen ist, da es keine süßen oder proteinhaltigen Substanzen enthält, nach denen Ameisen typischerweise suchen. Daher ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Tiere freiwillig Backpulver aufnehmen.

Die kleinen Tierchen haben schon bei den kleinsten Rissen und Löchern leichtes Spiel.
Shutterstock/ Yashkin IlyaWichtig: Backpulver kann auch andere Tiere oder Haustiere beeinträchtigen, wenn sie Backpulver schlucken. Daher ist es ratsam, das Backpulver vorsichtig und gezielt einzusetzen, insbesondere in Bereichen, die für Kinder oder Haustiere zugänglich sind.
Ameisenköderdose als Ameisenfalle
Ameisenköderdosen sind eine beliebte Methode zur Bekämpfung von Ameisen. Diese Dosen enthalten einen Köder in Form von Gel oder Flüssigkeit, der mit einem attraktiven Lockstoff versehen ist. Die Ameisen gelangen durch kleine Öffnungen in die Dose, nehmen den Köder auf und tragen ihn in ihr Nest. Dort wird der Köder mit anderen Mitgliedern der Kolonie geteilt.
Der Wirkstoff im Köder bekämpft die Ameisen effektiv, indem er sich im Nest verbreitet und die gesamte Kolonie abtötet, einschließlich der Königin. Diese Art von Ameisenfalle ist eine praktische und saubere Methode, um Ameisenplagen zu bekämpfen, da sie das Gift sicher enthalten und eine gezielte Anwendung ermöglicht. Es ist wichtig, die Anweisungen auf der Verpackung sorgfältig zu befolgen und die Dosen außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufzustellen.
Pflanzen gegen Ameisen
Es gibt einige Pflanzen, die von Ameisen gemieden werden oder als natürliche Abschreckung dienen können. Einige Beispiele dafür sind Lavendel, Minze, Zitronenmelisse, Katzenminze, Nelken, und Knoblauch. Das Pflanzen dieser Kräuter und Gewürze im Garten kann dazu beitragen, Ameisen fernzuhalten.
Welche Feinde haben Ameisen?
Ameisen haben verschiedene natürliche Feinde. Zu diesen gehören Insekten wie Ameisenjäger wie zum Beispiel Ameisenlöwen und Ameisengrillen. Diese Insektenarten sind spezialisiert darauf, Ameisen zu jagen und zu fressen. Auch einige Wespenarten gehören zu den Feinden der Ameisen. Ebenso zählen Marienkäfer mit ihren gepunkteten Flügeln zu den natürlichen Feinden der Ameisen. Sie sondern ein Sekret aus, das die Ameisen abschreckt. Vögel können ebenfalls helfen, vor allem der Specht, der die Tiere am Boden auf dem Gras oder Holz aufspürt, ist ein natürlicher Feind der Ameisen.
Darüber hinaus sind Spinnen auch natürliche Feinde von Ameisen. Sie bauen ihre Netze, um Beute zu fangen, und manchmal fallen auch Ameisen in diese Netze und werden von den Spinnen gefressen. Verschiedene Vogelarten haben Ameisen in ihrem Nahrungsspektrum. Sie können Ameisen aufspüren und jagen, um ihren Hunger zu stillen.
Kleinsäuger wie Ameisenbären und Gürteltiere ernähren sich ebenfalls von Ameisen. Diese Tiere haben spezialisierte Fähigkeiten, um Ameisen zu finden und zu fressen.

Einige Ameisen bauen ihre Nester auch in Pflanzen.
Shutterstock/ stockphoto for youFazit
Ist es nicht zu spät, und die Ameisen haben den Garten noch nicht befallen, dann kann man mit einer sauberen Umgebung, ohne süße Verlockungen, Ameisen vorbeugen. Andernfalls bieten sich viele Methoden und Hausmittel an, sei es Kaffeesatz, Pflanzen oder die bekannte Ameisenköderdose, um die kleinen Krabbeltiere loszuwerden und den Garten mit all seinen Pflanzen und Beeten gesund zu erhalten.