Hummeln das Leben retten: So schafft man einen hummelfreundlichen Garten

Hummeln sterben vermehrt aufgrund von Nahrungs- und Wassermangel. Ein hummelfreundlicher Garten hilft ihnen dabei, den Sommer zu überleben.
Shutterstock/Urs.InhoHummeln haben im Moment zwei Probleme: Sie finden zu wenig Wasser und sie finden zu wenig Nahrung. Die Nahrungsquellen für Hummeln verschwinden sowohl auf dem Land als auch in den Städten, weil die Menschen ihre Gärten und Grünanlagen so gestalten, dass in ihnen nur noch wenige unterschiedliche Pflanzenarten vorkommen und sie wenig bis keinen Mehrwert für die Insektenwelt bieten. Um zu gewährleisten, dass sie ausreichend Nahrung bekommen, muss es möglichst viele blühende Pflanzen geben.
Was muss der Garten den Hummeln bieten?
Hummeln gehören zu den wichtigsten Bestäubern in unseren Gärten. Damit sie überleben und ihre Arbeit erledigen können, brauchen sie vor allem drei grundlegende Dinge: Nahrung, Nistplätze und Schutz. Ein hummelfreundlicher Garten bietet durchgehend blühende Pflanzen von Frühling bis Herbst, verzichtet auf Pestizide und lässt auch mal an manchen Stellen ein wenig „Unordnung“ zu - beispielsweise wilde Ecken, alte Holzstapel und ungemähte Wiesen. Denn: ein perfekt aufgeräumter Garten ist oft ein toter Garten für Insekten.
Was sind hummelfreundliche Pflanzen?
Ein vielfältiges Blütenangebot ist das A und O für hungrige Hummeln. Wichtig ist nicht nur die Auswahl der Pflanzen, sondern auch deren Blühzeitpunkt – denn Hummeln sind schon ab Frühling aktiv und brauchen bis in den Herbst hinein Nektar und Pollen.
Pflanzen, die im Frühling (März bis April) blühen, sind zum Beispiel:
Die Salweide eignet sich zudem optimal für den Nestbau der Hummeln.
Optimale Sommerblüher (Mai bis Juli) sind unter anderem:
Geeignete Spätblüher (August bis Oktober) sind beispielsweise:
Tipp: Wildpflanzen und ungefüllte Blüten sind immer die beste Wahl für Hummeln und andere Insekten. Gefüllte Zuchtpflanzen bieten oft wenig oder gar keinen Nektar für die Tiere. Im Gartencenter finden sich einige Saatgutmischungen, die bei einer einfachen, abwechslungsreichen Bepflanzung helfen.
Wie kann man es den Hummeln zusätzlich gemütlich machen?
Nicht nur das Blütenangebot muss stimmen – wer einen wirklich hummelfreundlichen Garten haben möchte muss auch an die anderen Bedürfnisse der Hummeln denken, wie an den Nistplatz und die nötigen Abkühlmöglichkeiten im Sommer. Wer eine geschwächte Hummel findet, kann ihr helfen, indem er ihr etwas Wasser mit Zucker anbietet (etwa ein Teil Zucker, zwei Teile Wasser).
Nistmöglichkeiten schaffen: Hummel-Nistkasten und mehr
Hummeln nisten am liebsten unterirdisch oder in Hohlräumen. Hierbei kann man ein Hummelhaus kaufen oder selbst basteln, oder für schattige Plätze wie Laub- oder Komposthaufen sorgen. Falls vorhanden, bieten sich für die Hummeln im Garten auch alte Mäuse- oder Maulwurfslöcher sowie Totholz optimal für den Nistbau an.
Trinkstellen schaffen
Hummeln brauchen Wasser, besonders in den heißen Sommermonaten – sie können allerdings nicht schwimmen. Eine flache Schale mit Wasser und Moos oder Steinen am Rand als Landehilfe ist optimal für sie zum Trinken, ohne in Gefahr zu geraten.
Auf Pestizide verzichten
Chemische Dünger und andere Mittel schaden Hummeln massiv – schon geringe Mengen können sie töten oder benommen machen. Auch bienenfreundliche Mittel sind häufig nicht gleichzeitig hummelfreundlich.
Mit kleinen Veränderungen Großes bewirken
Ein hummelfreundlicher Garten muss weder wild wuchern noch unansehnlich sein. Wer bedacht pflanzt, bewusst auf giftige Mittel verzichtet und den Hummeln kleine Rückzugsräume schafft, kann aktiv dazu beitragen, dass die Hummeln den Sommer überleben – und wird von ihnen mit einem fröhlichen Summen und einer reichen Blütenpracht belohnt.