Besoldungsreform: So gut verdienen Beamte

Der Staatsapparat funktioniert auch dank attraktiver Besoldung.
picture alliance / dpaDie Beamtenbesoldung in Deutschland erfährt aktuell eine umfassende Reform. Besonders Bundesbeamte, Richter und Soldaten können sich schon mit den Bezügen im Mai auf deutliche Gehaltssteigerungen freuen. Der Auslöser dafür ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom September 2025, das die Besoldungsregelungen im Land Berlin für größtenteils verfassungswidrig erklärte.
Lesen Sie auch: 1000 Euro Krisenbonus für Beamte in BW? (von Matthias Schiermeyer)
Der Reformentwurf von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht Mehrausgaben von insgesamt 736,65 Millionen Euro für Nachzahlungen auf Bundesebene vor. Im Haushalt bedeutet die Reform jährliche Mehrausgaben von über drei Milliarden Euro.

Das Bundesverfassungsgericht urteilt in der Regel sehr beamtenfreundlich.
Foto: Uli Deck/dpaAls neue Untergrenze für die Beamtenbesoldung gilt künftig mindestens 80 Prozent des Median-Äquivalenzeinkommens der Gesamtbevölkerung. Für Bundesbeamte sind folgende konkrete Verbesserungen geplant:
Ein Beispiel verdeutlicht die Auswirkungen: Ein verheirateter Oberregierungsrat (A14) mit zwei Kindern in Erfahrungsstufe zwei verdient aktuell 6.136,38 Euro brutto monatlich. Durch die Reform steigt seine Besoldung auf 7.307,42 Euro – ein Plus von 1.171,04 Euro.
Beispiele zur Besoldungserhöhung 2026: Das verdienen Beamte
Strukturelle Änderungen: künftig ohne Beihilfe für Ehepartner?

Die Besoldungserhöhung für Kanzler Friedrich Merz fällt knapper aus als ursprünglich gedacht.
Foto: NDR/Thomas Ernst/dpaBesoldungserhöhung auch für den Bundeskanzler
Die ursprünglich ebenfalls geplanten erheblichen Gehaltssteigerungen für Spitzenbeamte der B-Besoldung wurden allerdings korrigiert. Bundeskanzler Friedrich Merz muss sich mit etwa 10.000 Euro mehr pro Jahr begnügen, statt der zunächst in einem Entwurf aufgetauchten 60.000 Euro. Eine „Leistungsprämie“ hat er sich im ersten Amtsjahr nach Meinung vieler Beobachter nicht gerade verdient.
Neue Besoldung für Landesbeamte
Für Landesbeamte gibt es indes keinen zentralen Gesetzentwurf. Stattdessen muss jedes Bundesland den TV-L-Tarifabschluss vom Februar 2026 per eigenem Landesgesetz auf seine Beamten übertragen. Dieser sieht für Angestellte der Länder folgende Steigerungen vor:
Besoldungserhöhung in Baden-Württemberg nach dem 13. Mai
Während Länder wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Brandenburg bereits angekündigt haben, das Tarifergebnis zeitnah zu übernehmen, müssen bayerische Beamte bis zum 1. Oktober 2026 warten. In Berlin verzögert sich die Vorlage des Gesetzentwurfs ebenfalls. In Baden-Württemberg muss die Regierungsbildung am 13. Mai abgewartet werden.
Besoldungstabelle Beamte Bund 2026 - PROGNOSE
Besoldungsgruppe
Stufe 2
Stufe 3
Stufe 4
Stufe 5
Stufe 6
Fast 10.000 Euro Beamtenbesoldung möglich
Die Besoldungstabelle für Bundesbeamte 2026 beinhaltet auch die höheren Erfahrungsstufen 7 und 8, die nach längerer Dienstzeit erreicht werden. In Stufe 7 betragen die monatlichen Bezüge für die Besoldungsgruppen: A3 (3.550,02 Euro), A4 (3.628,11 Euro), A5 (3.707,92 Euro), A6 (3.893,31 Euro), A7 (4.087,99 Euro), A8 (4.292,39 Euro), A9 (4.721,65 Euro), A10 (5.193,81 Euro), A11 (5.713,18 Euro), A12 (6.284,50 Euro), A13 (6.975,77 Euro), A14 (7.743,14 Euro), A15 (8.594,88 Euro) und A16 (9.540,31 Euro).
Für die höchste Erfahrungsstufe 8 sind folgende monatliche Bezüge vorgesehen: A3 (3.645,87 Euro), A4 (3.726,01 Euro), A5 (3.808,03 Euro), A6 (3.998,43 Euro), A7 (4.198,37 Euro), A8 (4.408,28 Euro), A9 (4.849,05 Euro), A10 (5.334,04 Euro), A11 (5.867,44 Euro), A12 (6.454,18 Euro), A13 (7.164,14 Euro), A14 (7.952,20 Euro), A15 (8.826,94 Euro) und in der höchsten Besoldungsgruppe A16 (9.797,90 Euro).
Die Entwicklung zeigt, dass der öffentliche Dienst im Vergleich zur Privatwirtschaft zunehmend attraktiver wird. Laut dem kununu Gehaltscheck 2026 gehört die öffentliche Verwaltung aktuell zu den Top-Branchen in Deutschland. Das Durchschnittsgehalt stieg in nur zwei Jahren von 47.775 Euro auf 52.360 Euro.