Besoldungsreform
: So gut verdienen Beamte

Besoldungsreform 2026: Warum Bundesbeamte jetzt deutlich mehr Geld bekommen, künftig aber Kürzungen beim Beihilfe-Anspruch für Ehepartner drohen.
Von
mic/red
Stuttgart
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Der Staatsapparat funktioniert auch dank attraktiver Besoldung.

picture alliance / dpa

Die Beamtenbesoldung in Deutschland erfährt aktuell eine umfassende Reform. Besonders Bundesbeamte, Richter und Soldaten können sich schon mit den Bezügen im Mai auf deutliche Gehaltssteigerungen freuen. Der Auslöser dafür ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom September 2025, das die Besoldungsregelungen im Land Berlin für größtenteils verfassungswidrig erklärte.

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Der Reformentwurf von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht Mehrausgaben von insgesamt 736,65 Millionen Euro für Nachzahlungen auf Bundesebene vor. Im Haushalt bedeutet die Reform jährliche Mehrausgaben von über drei Milliarden Euro.

Das Bundesverfassungsgericht urteilt in der Regel sehr beamtenfreundlich.

Foto: Uli Deck/dpa

Als neue Untergrenze für die Beamtenbesoldung gilt künftig mindestens 80 Prozent des Median-Äquivalenzeinkommens der Gesamtbevölkerung. Für Bundesbeamte sind folgende konkrete Verbesserungen geplant:

  • Rückwirkend zum 1. April 2025: Lineare Erhöhung aller Bezüge um 3,0 Prozent (bereits als Abschlagszahlung seit September 2025 in Auszahlung)
  • Ab 1. Mai 2026: Weitere Anhebung um mindestens 2,8 Prozent unter Berücksichtigung der neuen Tabellenstruktur
  • Ein Beispiel verdeutlicht die Auswirkungen: Ein verheirateter Oberregierungsrat (A14) mit zwei Kindern in Erfahrungsstufe zwei verdient aktuell 6.136,38 Euro brutto monatlich. Durch die Reform steigt seine Besoldung auf 7.307,42 Euro – ein Plus von 1.171,04 Euro.

    Beispiele zur Besoldungserhöhung 2026: Das verdienen Beamte

  • Pförtner (A4, höchste Erfahrungsstufe): 474 Euro mehr (14,6 Prozent) auf ein neues Gehalt von 3726 Euro pro Monat
  • Polizeimeister Bundespolizei (A7 – Stufe 4): 394 Euro mehr (11,6 Prozent) – 3774 Euro
  • Hauptkommissar Bundespolizei (A12 – Stufe 8): ca. 500 Euro mehr (8,3 Prozent) – 6454 Euro
  • Strukturelle Änderungen: künftig ohne Beihilfe für Ehepartner?

  • Wegfall des Ehegattenzuschlags („Alleinverdienermodell“) – dieser wird ins Grundgehalt integriert.
  • Wegfall der untersten Erfahrungsstufe (Berufseinsteiger starten künftig direkt in der Stufe 2).
  • 2028 dürfte aus Gleichbehandlungsgründen die Beihilfe für Ehepartner entfallen, falls die Familienversicherung für GKV-Versicherte gestrichen wird.
  • Die Besoldungserhöhung für Kanzler Friedrich Merz fällt knapper aus als ursprünglich gedacht.

    Foto: NDR/Thomas Ernst/dpa

    Besoldungserhöhung auch für den Bundeskanzler

    Die ursprünglich ebenfalls geplanten erheblichen Gehaltssteigerungen für Spitzenbeamte der B-Besoldung wurden allerdings korrigiert. Bundeskanzler Friedrich Merz muss sich mit etwa 10.000 Euro mehr pro Jahr begnügen, statt der zunächst in einem Entwurf aufgetauchten 60.000 Euro. Eine „Leistungsprämie“ hat er sich im ersten Amtsjahr nach Meinung vieler Beobachter nicht gerade verdient.

    Neue Besoldung für Landesbeamte

    Für Landesbeamte gibt es indes keinen zentralen Gesetzentwurf. Stattdessen muss jedes Bundesland den TV-L-Tarifabschluss vom Februar 2026 per eigenem Landesgesetz auf seine Beamten übertragen. Dieser sieht für Angestellte der Länder folgende Steigerungen vor:

  • Ab 1. April 2026: +2,8 Prozent (mindestens 100 Euro)
  • Ab 1. März 2027: weitere +2,0 Prozent
  • Ab 1. Januar 2028: zusätzlich +1,0 Prozent
  • Besoldungserhöhung in Baden-Württemberg nach dem 13. Mai

    Während Länder wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Brandenburg bereits angekündigt haben, das Tarifergebnis zeitnah zu übernehmen, müssen bayerische Beamte bis zum 1. Oktober 2026 warten. In Berlin verzögert sich die Vorlage des Gesetzentwurfs ebenfalls. In Baden-Württemberg muss die Regierungsbildung am 13. Mai abgewartet werden.

    Besoldungstabelle Beamte Bund 2026 - PROGNOSE

    Besoldungsgruppe Stufe 2 Stufe 3 Stufe 4 Stufe 5 Stufe 6 A 16 8350,46 Euro 8575,92 Euro 8807,47 Euro 9045,27 Euro 9289,49 Euro A 15 7522,94 Euro 7726,06 Euro 7934,66 Euro 8148,90 Euro 8368,92 Euro A 14 6777,42 Euro 6960,41 Euro 7148,34 Euro 7341,35 Euro 7539,57 Euro A 13 6105,78 Euro 6270,64 Euro 6439,95 Euro 6613,83 Euro 6792,40 Euro A 12 5500,70 Euro 5649,22 Euro 5801,75 Euro 5958,40 Euro 6119,28 Euro A 11 5000,64 Euro 5135,66 Euro 5274,32 Euro 5416,73 Euro 5562,98 Euro A 10 4546,04 Euro 4668,78 Euro 4794,84 Euro 4924,30 Euro 5057,26 Euro A 9 4132,76 Euro 4244,34 Euro 4358,94 Euro 4476,63 Euro 4597,50 Euro A 8 3757,05 Euro 3858,49 Euro 3962,67 Euro 4069,66 Euro 4179,54 Euro A 7 3578,14 Euro 3674,75 Euro 3773,97 Euro 3875,87 Euro 3980,52 Euro A 6 3407,75 Euro 3499,76 Euro 3594,25 Euro 3691,29 Euro 3790,95 Euro A 5 3245,48 Euro 3333,11 Euro 3423,10 Euro 3515,52 Euro 3610,44 Euro A 4 3175,62 Euro 3261,36 Euro 3349,42 Euro 3439,85 Euro 3532,73 Euro A 3 3107,26 Euro 3191,16 Euro 3277,32 Euro 3365,81 Euro 3456,69 Euro

    Fast 10.000 Euro Beamtenbesoldung möglich

    Die Besoldungstabelle für Bundesbeamte 2026 beinhaltet auch die höheren Erfahrungsstufen 7 und 8, die nach längerer Dienstzeit erreicht werden. In Stufe 7 betragen die monatlichen Bezüge für die Besoldungsgruppen: A3 (3.550,02 Euro), A4 (3.628,11 Euro), A5 (3.707,92 Euro), A6 (3.893,31 Euro), A7 (4.087,99 Euro), A8 (4.292,39 Euro), A9 (4.721,65 Euro), A10 (5.193,81 Euro), A11 (5.713,18 Euro), A12 (6.284,50 Euro), A13 (6.975,77 Euro), A14 (7.743,14 Euro), A15 (8.594,88 Euro) und A16 (9.540,31 Euro).

    Für die höchste Erfahrungsstufe 8 sind folgende monatliche Bezüge vorgesehen: A3 (3.645,87 Euro), A4 (3.726,01 Euro), A5 (3.808,03 Euro), A6 (3.998,43 Euro), A7 (4.198,37 Euro), A8 (4.408,28 Euro), A9 (4.849,05 Euro), A10 (5.334,04 Euro), A11 (5.867,44 Euro), A12 (6.454,18 Euro), A13 (7.164,14 Euro), A14 (7.952,20 Euro), A15 (8.826,94 Euro) und in der höchsten Besoldungsgruppe A16 (9.797,90 Euro).

    Die Entwicklung zeigt, dass der öffentliche Dienst im Vergleich zur Privatwirtschaft zunehmend attraktiver wird. Laut dem kununu Gehaltscheck 2026 gehört die öffentliche Verwaltung aktuell zu den Top-Branchen in Deutschland. Das Durchschnittsgehalt stieg in nur zwei Jahren von 47.775 Euro auf 52.360 Euro.

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