Alarmierende Studien zum Klimawandel: Wo Hitzewellen und Starkregen weltweit häufiger werden

Überschwemmungen wie im September 2024 im chinesischen Chongzuo könnten in vielen Regionen der Erde die neue Realität werden.
Imago/VCGDer Klimawandel lässt die Temperaturen steigen. Dabei nimmt nicht nur die Zahl der Hitzewellen weltweit zu. Auch die Wetterextreme dauern länger und verlaufen langsamer. Mit verheerenderen Auswirkungen, wie eine neue Studie im Fachmagazin „Nature Geoscience” zeigt.
Treibhausgase erreichen Rekordmenge
Die Konzentration der klimaschädlichen Treibhausgase in der Atmosphäre klettert von Rekord zu Rekord. Das wichtigste davon, Kohlendioxid (CO2), erreichte 2023 eine markante Marke: Die Konzentration lag 50 Prozent über dem vorindustriellen Niveau, wie die Weltwetterorganisation (World Meteorological Organization, WMO) berichtet.

Weil CO2 eine lange Lebensdauer hat, wird der schon jetzt eingetretene Temperaturanstieg noch Jahrzehnte anhalten. Ist es dann vielleicht schon für die Menschheit zu spät?
Foto: Imago/Design PicsDie weltweiten Treibhausgas-Werte sind so hoch wie nie. Und die Tendenz? Weiter steigend. Die dadurch verursachte rasch fortschreitende Klimaerwärmung wirkt sich bereits jetzt massiv auf das Wetter aus und führt in vielen Regionen der Erde zu intensiveren Hitzewellen und Regenfällen.
Können sich Mensch und Natur an die Klimaveränderungen anpassen?
Je wärmer die Erde, desto stärker und intensiver werden diese Wetterextreme ausfallen, wie zahlreiche Studien belegen. Das führt unter anderem zu Ernteausfällen, Überschwemmungen und Hitzetoten.
Wie schnell diese Veränderungen eintreten und wie zeitnah die Wetterextreme zunehmen werden, wurde bislang allerdings wenig untersucht. Es ist jedoch wichtig, die Geschwindigkeit des Wandels zu verstehen, damit Mensch und Natur sich an die sich ändernden Bedingungen anpassen und so die Folgen der Wetterereignisse reduzieren können.

Wo früher Boote anlegten, ist heute eine Wüstenei: Normalerweise versorgt der Sau-Stausee in Spanien eine ganze Region mit Wasser. Doch jetzt ist er zu 90 Prozent geleert.
Foto: Imago/SOPA ImagesWo werden Wetterextreme zunehmen?
Ein Forscherteam um Carley Iles vom Zentrum für internationale Klimaforschung in Oslo (CICERO) hat analysiert, wie sich Temperatur- und Niederschlagsextreme in den nächsten zwei Jahrzehnten verändern werden und welche Regionen besonders betroffen sind. Mit Hilfe großer Ensembles von Klimamodellen simulierten sie, wie häufig und wo diese Wetterextreme auftreten werden, je nachdem, wie sich das Klima weiter entwickeln wird.
Dabei blickten sie – wie schon die Studie der Klimaforscher Taejin Park vom Ames Research Center der US-Raumfahrtbehörde Nasa 2023 in „Advancing Earth and Space Scienes” oder die Klimaforscher Gregory S. Cooper, Simon Willcock und John A. Dearing 2020 in „Nature“– auf die zwei extremsten Szenarien:

Opfer von Überschwemmungen durch Monsunregen tragen Habseligkeiten aus ihrem überfluteten Haus in der pakistanischen Provinz Sindh.
Foto: Pervez Masih/AP/dpa4,8 Gad mehr – und was dann?

Bewohner der brasilianischen Flussufergemeinde Manaquiri tragen Lebensmittel und Trinkwasserbehälter, nachdem sie von staatlichen Stellen aufgrund der anhaltenden Dürre im Amazonas verteilt wurden.
Foto: dpa/Martin GertenZwei Grad mehr – und was dann?
Bessere Luft wird Extremwetter-Risiko verschärfen
„Wir stellen auch fest, dass eine schnelle Beseitigung der Luftverschmutzung, vor allem über Asien, zu einer beschleunigten gleichzeitigen Zunahme von warmen Extremen führt und den asiatischen Sommermonsun beeinflusst“, erläutert Koautorin Laura Wilcox von der University of Reading.

Ausgetrocknetes Wasser-Reservoir in Villajoyosa bei der spanischen Stadt Valencia.
Foto: Imago/ImagebrokerDenn die Luftverschmutzung hat das lokale Klima bislang gekühlt und das Ausmaß der Klimafolgen beschränkt. Verringern nun strengere Umweltauflagen den Schadstoffausstoß von Industrie und Verkehr, könnte die Zahl der Extremwetterereignisse dort besonders heftig zunehmen, so Iles und ihre Kollegen.
Zwar beruhen die Ergebnisse auf Modellierungen und sind daher zwangsläufig mit Unsicherheiten behaftet. Dennoch zeigen sie nach Ansicht der Forscher, wie wichtig es ist, unsere Emissionen schnell und kontinuierlich zu senken und uns an die Klimaveränderungen anzupassen, um die Auswirkungen des Klimawandels in den nächsten 20 Jahren zu begrenzen.
