Tarifrunde der Metaller
: Arbeitgeber bieten 1,3 Prozent mehr – IG Metall reagiert mit Streiks

Die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie spitzt sich mit ersten Warnstreiks nächste Woche zu. Südwestmetall legt beim zweiten Treffen ein differenziertes Angebot vor.
Von
Matthias Schiermeyer
Stuttgart
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Beginn der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie: Barbara Resch (r), Verhandlungsführerin der IG Metall Baden-Württemberg, und Peter Sebastian Krause, Verhandlungsführer Südwestmetall, reden nach dem Auftakt der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie am Rande einer Pressekonferenz. (zu dpa: «Metall und Elektro: Tarifgespräche gehen in die zweite Runde»)

Verhandlungsführer im vertraulichen Austausch: Der Südwestmetall-Vorsitzende Peter Sebastian Krause und IG-Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch.

Marijan Murat/dpa
  • Metall-Tarifrunde spitzt sich zu, IG Metall plant ab 1. November Warnstreiks in Baden-Württemberg.
  • Südwestmetall bietet: 1 Prozent Einmalzahlung im Juli 2027, dazu 1,3 Prozent tabellarisch im Juli 2028.
  • Zahlung kann bei Nettoumsatzrendite unter 2,3 Prozent verschoben oder gestrichen werden – Laufzeit 26 Monate bis Ende Dezember 2028.
  • Arbeitgeber knüpfen Angebot an ein betriebliches Instrument für Investitionen, Standorte und Jobs.
  • IG Metall lehnt ab: zu spät, zu niedrig, zu lang, zu wenig Zukunft – Reallohnverlust befürchtet.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Eine nüchterne Arbeitsatmosphäre dominiert das zweite Treffen in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie in Kornwestheim – jetzt geht es darum, wie man sich in den Verhandlungen annähern kann. Doch weitere emotionale Auftritte werden nicht lange auf sich warten lassen: Die IG Metall plant nach dem Ende der Friedenspflicht am 31. Oktober für die nächste Woche Warnstreiks in Baden-Württemberg.

„Fairer und sehr fein austarierter Vorschlag“

Mit den ohnehin vorgesehenen Aktionen reagiert die Gewerkschaft nun auch auf das Angebot des Arbeitgeberverbandes. Südwestmetall hat jetzt einen, wie betont wird, „fairen und sehr fein austarierten Vorschlag, der den Interessen beider Seiten gerecht wird“ vorgelegt. Es beinhaltet eine Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts im Juli 2027. Dies entspricht 700 Euro. Die Zahlung kann von Firmen, die nicht wenigstens eine Nettoumsatzrendite von 2,3 Prozent erwirtschaften, verschoben oder gestrichen werden.

Ferner soll im Juli 2028 eine reguläre Tabellenerhöhung in Höhe von 1,3 Prozent folgen. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 26 Monaten bis Ende Dezember 2028 haben. Der Südwestmetall-Verhandlungsführer Peter Sebastian Krause betonte, das Angebot sei ein Signal der Arbeitgeber, „die Einkommensinteressen der Beschäftigten nicht aus den Augen zu lassen“ – trotz schwierigster Lage, die eigentlich gar keinen Spielraum zulasse.

Dieser Ansatz solle eine schnelle Verhandlungslösung ermöglichen, so Krause. „Es gilt, in denjenigen Firmen, bei denen dies für den Erhalt oder die Schaffung von Strukturen und Arbeitsplätzen erforderlich ist, die Kosten pro Arbeitsstunde merklich zu senken.“ Ansonsten drohe „ein massiv verschärfter personeller Kahlschlag“ an den Standorten.

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Neues Tarifinstrument zur Bedingung gemacht

Eine Bedingung für das Angebot ist daher die Einführung eines „betrieblichen Instruments zur Sicherung von Investitionen, Innovationen, Standorten und Beschäftigung“. Ferner will man später über die hohen Krankenstände reden – zudem über eine beschleunigte Einführung von Künstlicher Intelligenz in den Betrieben. Das gleiche Angebot präsentierten die Arbeitgeber am Dienstag auch in anderen Tarifgebieten.

Die Gewerkschaft lehnt die Offerte erwartungsgemäß ab – nach dem Motto „zu spät, zu niedrig, zu lang, zu wenig Zukunft“. Die Beschäftigten bräuchten Sicherheit für Einkommen und Arbeitsplätze. „Mit diesem inakzeptablen Angebot sichern die Arbeitgeber weder die Kaufkraft noch die Zukunft der Standorte“, kritisierte die IG-Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch. Für die Beschäftigten bedeute es einen Reallohnverlust. So werde es schwierig, schnell zum Ergebnis zu kommen.

Vom 1. November an kann gestreikt werden

Die IG Metall werde nun den Druck in den Betrieben erhöhen. Vom 1. November um null Uhr an seien Warnstreiks möglich. Die nächste Verhandlung findet voraussichtlich in der zweiten Novemberwoche statt.