Steuersenkung kommt: Um wie viel billiger wird der Strom?

CDU Klausur: 12.10.2026, Berlin: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nimmt an der Pressekonferenz nach dem CDU Bundesvorstand und der Sondersitzung des Parteipräsidiums mit Klausurtagung teil.
Michael Kappeler/dpaDie Maßnahme bestätigte der Kanzler am Montag (12. Oktober) nach einer zweitägigen Krisenklausur der CDU-Führung in Berlin. Auch private Haushalte sollen damit bei den Stromkosten entlastet werden. Doch wann wird die angekündigte Steuersenkung tatsächlich umgesetzt – und wie viel Geld können Verbraucher sparen?
Die Stromsteuersenkung gehört zu den zentralen Entlastungsversprechen der Union. Bislang profitieren vor allem Unternehmen des produzierenden Gewerbes sowie der Land- und Forstwirtschaft von einem ermäßigten Steuersatz. Private Haushalte zahlen dagegen weiterhin den regulären Satz von 2,05 Cent pro Kilowattstunde.
Das soll sich nach dem Willen von Merz ändern. Auf der Pressekonferenz nach der CDU-Krisenklausur bekräftigte der Bundeskanzler das Vorhaben, die Stromsteuer für sämtliche Verbraucher auf das europäische Mindestniveau zu reduzieren.
Ab wann wird Strom billiger?
Einen konkreten Termin für die Umsetzung nannte Merz am Montag allerdings nicht. Auf Nachfrage eines Journalisten erklärte er, dass er alles dafür tun werde, die Steuersenkung zügig umzusetzen.
Die angekündigte Senkung muss zunächst politisch vereinbart und gesetzlich umgesetzt werden. Erst danach könnte sie sich auf die Stromrechnungen der privaten Haushalte auswirken.
Wie viel Geld können Haushalte sparen?
Derzeit beträgt die Stromsteuer in Deutschland 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Der europäische Mindeststeuersatz für private Verbraucher liegt dagegen bei lediglich 0,1 Cent. Eine Absenkung würde die Steuerbelastung damit um rund 95 Prozent reduzieren. Bei vollständiger Weitergabe der Entlastung könnten Haushalte abhängig von ihrem jährlichen Stromverbrauch folgende Beträge einsparen:
- 2.000 Kilowattstunden: rund 46 Euro jährlich
- 3.500 Kilowattstunden: rund 81 Euro jährlich
- 5.000 Kilowattstunden: rund 116 Euro jährlich
Die Berechnungen berücksichtigen auch die Mehrwertsteuer. Voraussetzung ist, dass die Stromanbieter die Steuersenkung vollständig an ihre Kunden weitergeben.
Wie hoch die Ersparnis letztlich tatsächlich ausfällt, bleibt abzuwarten. Bei den genannten Beträgen handelt es sich lediglich um eine erste Einschätzung.
Stromsteuersenkung bereits länger versprochen
Die allgemeine Senkung der Stromsteuer war bereits Teil der politischen Vereinbarungen von CDU und CSU. Auch im Koalitionsvertrag mit der SPD wurde eine entsprechende Entlastung für Unternehmen und Verbraucher in Aussicht gestellt.
Bislang wurde dieses Vorhaben jedoch nur teilweise umgesetzt. Seit Anfang 2026 gilt die dauerhaft niedrigere Stromsteuer für Unternehmen des produzierenden Gewerbes sowie der Land- und Forstwirtschaft. Eine vergleichbare Entlastung für private Haushalte blieb aus.
Das sorgte zuletzt auch innerhalb der Union für Kritik. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) forderte noch am Sonntag im ARD-„Bericht aus Berlin“, die Stromsteuer endlich für alle Verbraucher zu senken.
Auch der frühere CSU-Chef Horst Seehofer kritisierte die Bundesregierung wegen nicht eingelöster Wahlversprechen und verwies dabei ausdrücklich auf die ausstehende Stromsteuersenkung.
