Neuer Tankrabatt ab Oktober
: Wird der Sprit gleich am Donnerstag billiger?

Ab diesem Donnerstag soll der neue Tankrabatt gelten. Macht er sich direkt an den Tankstellen bemerkbar?
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Kraftstoffpreise: 25.09.2026, Sachsen, Leipzig: Blick auf die Preistafel einer Tankstelle. Der Weg für einen erneuten Tankrabatt wegen der hohen
Spritpreise ist frei. Der Bundesrat billigte ein vom Bundestag
beschlossenes Gesetz, das von Oktober bis Ende Dezember eine Entlastung um rund 17 Cent je Liter Benzin und Diesel vorsieht. Foto: Jan Woitas/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Um wie viel werden die Spritpreise sinken?

Jan Woitas/dpa

Ab Donnerstag soll Tanken in Deutschland günstiger werden. Zum 1. Oktober 2026 sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent pro Liter. Zusammen mit der dadurch ebenfalls niedrigeren Mehrwertsteuer ergibt sich rechnerisch eine Entlastung von rund 17 Cent je Liter. Doch Autofahrer sollten nicht davon ausgehen, dass an jeder Tankstelle bereits am Donnerstagmorgen exakt 17 Cent weniger auf der Preistafel stehen.

Ein Grund dafür sind neben den üblichen Schwankungen des Kraftstoffpreises auch die Altbestände in den Tanks der Tankstellen.

Was passiert am 1. Oktober mit dem bereits vorhandenen Sprit?

Die Steuersenkung gilt vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026. Das Bundesfinanzministerium bestätigt, dass die Energiesteuer auf Benzin und Diesel in diesem Zeitraum um 14,04 Cent pro Liter sinkt. Einschließlich des Effekts bei der Mehrwertsteuer ergibt sich daraus eine Entlastung von etwa 17 Cent.

Entscheidend ist allerdings, wann die Energiesteuer für den jeweiligen Kraftstoff entstanden ist.

Bei Kraftstoff entsteht die Steuer grundsätzlich bereits dann, wenn dieser aus einem Steuerlager in den steuerrechtlich freien Verkehr gelangt. Das geschieht also nicht erst in dem Moment, in dem ein Autofahrer an der Zapfsäule tankt. Der Zoll weist ausdrücklich darauf hin, dass die Energiesteuer bei der Entnahme aus dem Steuerlager entsteht.

Das hat für den Übergang zum 1. Oktober eine wichtige Folge: Kraftstoff, der schon vorher aus dem Steuerlager entnommen und mit dem höheren Steuersatz belastet wurde, wird durch den Stichtag nicht automatisch nachträglich günstiger versteuert.

In den Lagertanks vieler Tankstellen kann am Donnerstag deshalb noch Kraftstoff stecken, der wirtschaftlich mit der bisherigen höheren Steuerbelastung eingekauft beziehungsweise geliefert wurde.

Alte Bestände müssen zunächst verkauft werden

Genau deshalb ist ein bundesweiter Preissturz um Punkt Mitternacht nicht garantiert.

Tankstellen können am 1. Oktober noch größere Mengen bereits gelieferten Kraftstoffs im Tank haben. Dieser Bestand verschwindet mit Beginn des neuen Monats nicht. Erst wenn anschließend neuer Kraftstoff geliefert wird, für den bereits der niedrigere Energiesteuersatz gilt, schlägt die Steuersenkung unmittelbar auf die Kosten dieser neuen Ware durch.

Vereinfacht gesagt: Der höher versteuerte Altbestand muss zunächst aus den Tanklagern verschwinden, während nach und nach günstiger versteuerter Kraftstoff nachkommt.

Dabei gibt es allerdings keine Vorschrift, nach der eine Tankstelle alten Kraftstoff zwingend zum bisherigen Verkaufspreis anbieten müsste. Unternehmen können ihre Preise grundsätzlich auch schon vorher anpassen. Umgekehrt garantiert die Steuersenkung nicht, dass eine Tankstelle die vollen 17 Cent sofort an ihre Kunden weitergibt.

Auch das Bundesfinanzministerium macht deutlich, dass die Energiesteuer nur ein Bestandteil des Kraftstoffpreises ist. Ob und in welchem Umfang die geringere Steuerbelastung an die Kunden weitergegeben wird, liegt bei den Kraftstofflieferanten.

Wird Sprit also schon am Donnerstag günstiger?

Sehr wahrscheinlich dürfte sich die Steuersenkung ab Donnerstag in den Preisen bemerkbar machen. Wie groß der Effekt am ersten Tag ausfällt, kann aber von Tankstelle zu Tankstelle unterschiedlich sein.

Große und stark frequentierte Tankstellen setzen ihre Kraftstoffbestände schneller um als Standorte mit geringerem Absatz. Dort kann entsprechend schneller neuer, niedriger versteuerter Kraftstoff nachgeliefert werden.

Eine kleinere Tankstelle, deren Lagertanks kurz vor dem Stichtag noch vollständig befüllt wurden, kann dagegen theoretisch länger einen größeren Anteil des höher versteuerten Altbestands haben.

Hinzu kommt, dass Mineralölunternehmen ihre Preisgestaltung nicht ausschließlich von der aktuellen Tankfüllung einer einzelnen Station abhängig machen. Kraftstoffpreise werden häufig zentral gesteuert und reagieren zugleich auf Rohölpreise, Großhandelspreise, Wechselkurse, Wettbewerb und die jeweilige Nachfrage.

Der Übergang dürfte deshalb eher fließend erfolgen als nach dem einfachen Muster: Mittwoch 2,20 Euro, Donnerstag automatisch 2,03 Euro.

Rechnerisch sind rund 17 Cent pro Liter möglich

Die eigentliche Steuersenkung beträgt 14,04 Cent pro Liter. Weil auf den niedrigeren Preis zusätzlich weniger Mehrwertsteuer anfällt, spricht die Bundesregierung von insgesamt rund 17 Cent Entlastung je Liter.

Bei einer 50-Liter-Tankfüllung wären das rechnerisch etwa 8,50 Euro Ersparnis. Bei 60 Litern wären es gut 10 Euro.

Allerdings handelt es sich bei diesen 17 Cent nicht um einen vorgeschriebenen Rabatt auf den bisherigen Tankstellenpreis. Es gibt also keinen staatlich festgesetzten neuen Literpreis.

Der endgültige Preis an der Zapfsäule entsteht weiterhin am Markt.

Auch andere Faktoren können den Tankrabatt überlagern

Selbst wenn die Steuersenkung vollständig weitergegeben wird, muss ein Liter Kraftstoff am 1. Oktober deshalb nicht exakt 17 Cent billiger sein als am 30. September.

Parallel können sich etwa die Einkaufspreise für Benzin und Diesel verändern. Auch der Rohölpreis und der Wechselkurs spielen eine Rolle. Hinzu kommen regionale Unterschiede und die Konkurrenz zwischen einzelnen Tankstellen.

Ein Beispiel: Sinkt die Steuer rechnerisch um 17 Cent, während sich Kraftstoff auf dem Großhandelsmarkt gleichzeitig um fünf Cent verteuert, wäre an der Zapfsäule unter sonst gleichen Bedingungen nur ein Rückgang um rund zwölf Cent sichtbar.

Umgekehrt könnten fallende Marktpreise den Effekt des Tankrabatts zusätzlich verstärken.

Wer noch ausreichend Kraftstoff im Tank hat, für den kann es sinnvoll sein, eine größere Tankfüllung bis zum 1. Oktober oder etwas darüber hinaus aufzuschieben.

Dabei gilt jedoch: Wer unmittelbar am Donnerstagmorgen tankt, muss nicht zwingend bereits die maximal mögliche Entlastung erhalten. Je nachdem, wie Preise und Lieferungen reagieren, kann sich der Effekt der niedrigeren Steuer erst nach und nach vollständig zeigen.