Ausbildung: Tischler – Handwerksberuf mit Zukunft

Tischlerinnen und Tischler zeichnet die Liebe zu Holz und handwerkliches Geschick aus.
Shutterstock/Robert KneschkeEs ist noch früh am Morgen. Die wochenlange Arbeit hat sich gelohnt, die Treppe für das Einfamilienhaus des Kunden ist fertig und sieht gut aus. Nun ist der Tag der Wahrheit gekommen. Die Treppe wird vor Ort auf der Baustelle eingebaut – und passt perfekt. Das war Millimeterarbeit, die sich sehen lassen kann. Kunde und Tischler strahlen gleichermaßen vor Zufriedenheit.
Eine Treppe zu fertigen, kann eine Aufgabe eines Tischlers sein. Doch es gibt noch viele weitere:
Was macht ein Tischler?
Als Tischlerin oder Tischler fertigt man Schränke, Sitzmöbel, Tische, Fenster, Türen oder andere Elemente der Inneneinrichtung in Einzelanfertigung an:
Was ist der Unterschied zwischen Tischler und Schreiner?
Es gibt keinen Unterschied. Beruf und Ausbildung sind gleich. Schreiner ist lediglich die Berufsbezeichnung für Tischler in Süddeutschland.
Was sollte man für den Beruf des Tischlers mitbringen?
Geschicklichkeit, Kreativität und technisches Verständnis sind ein guter Mix für die vielfältigen Aufgabenbereiche als Tischlerin oder Tischler. Eine souveräne Kundenansprache und eine Affinität für natürliche Werkstoffe sind ebenfalls von Vorteil.
Was für einen Schulabschluss braucht man für die Tischlerlehre?
Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss oder Hochschulreife ein.
In welchen Schulfächern sollte man gut sein für den Beruf als Tischler?
Neben einem guten Hauptschulabschluss braucht man solide Kenntnisse in Mathe, Physik und Chemie. Außerdem sollte man handwerkliches Geschick mitbringen.
Welche Anbieter ermöglichen die Ausbildung zum Tischler?
In ganz Deutschland gibt es mehrere Hundert Ausbildungsbetriebe für die Lehre zum Tischler und zur Tischlerin. Dabei handelt es sich um kleine Unternehmen mit weniger als sechs Mitarbeitern oder aber um große Produktionsfirmen wie den Norddeutschen Rundfunk oder große Theater mit eigener Schreinerei. Auch bei der Bundeswehr kann man eine Ausbildung zum Tischler machen. Der schulische Teil findet an einer gewerblichen Berufsschule und an einer Berufsfachschule statt. Der Unterricht kann dort sowohl im Blockmodell als auch wöchentlich durchgeführt werden.
Was lernt man in der Ausbildung zum Tischler?
Die Ausbildung als Tischlerin oder Tischler bereitet auf die Herausforderungen des späteren Berufslebens vor – und beinhaltet diese Themen:
Wie lange dauert die Ausbildung zum Tischler?
Die Ausbildung zum Tischler und zur Tischlerin dauert in der Regel bis zu drei Jahre. Eine Verkürzung durch vorherige Kenntnisse oder aber durch besonders gute Leistungen ist möglich, wodurch die Ausbildung dann nur zweieinhalb oder sogar nur zwei Jahre dauert.
Was verdient man während der Ausbildung zum Tischler?
Während der Ausbildung muss der Auszubildende keine Kosten übernehmen, denn alle Materialien werden entweder von der Berufsschule oder aber vom Betrieb gestellt. Außerdem bekommen die Auszubildenden während der gesamten Ausbildungszeit ein monatliches Gehalt, welches zwischen 500 Euro und rund 900 Euro liegen kann. Das Gehalt wird mit jedem erfolgreich absolvierten Ausbildungsjahr aufgestockt.
Wo kann man die Ausbildung zum Tischler machen?
Die Tischler Ausbildung kann in ganz Deutschland gemacht werden. Es ist jedoch wichtig, dass man sich früh genug bewirbt, damit man tatsächlich eine Chance auf die Ausbildung bzw. den Wunschstandort hat. Teilweise beginnen die Bewerbungszeiträume bereits ein Jahr vor tatsächlichem Ausbildungsantritt. Für die Standortwahl sollte man vorher natürlich klären, ob man in der Heimat bleiben möchte oder ob man lieber an einen anderen Ort für die Ausbildung gehen mag. Der Wohnungsmarkt könnte bei der Entscheidung eine zusätzliche Rolle spielen.

Anfertigung nach Maß: Diese Holztreppe ist ein für den Kunden angefertigtes Einzelstück.
Shutterstock/dotshockWelche Fachrichtungen kann man wählen?
Man kann während seiner Ausbildung zwischen zwei Schwerpunkten wählen, diese werden im dritten Lehrjahr vertieft. Dabei gibt es zum einen die Bautischlerei, bei der Holzbauteile von der Herstellung bis zur Montage gefertigt werden. Projekte in diesem Fachbereich könnten sein:
Der zweite Fachbereich ist die Möbeltischlerei, bei der es um die Inneneinrichtung und um bewegliche Einrichtungsgegenstände geht. Darunter fallen Gegenstände wie Tische oder Schränke.
Ist der Beruf Tischler körperlich herausfordernd?
Der Beruf ist schon anstrengend, besonders wenn der Betrieb auch Fenster und Türen einbaut. Manchmal müssen große Fenster, schwere Schrankteile oder massive Eichenbretter in eine Dachgeschosswohnung ohne Aufzug getragen werden. Da merkt man abends auf dem Sofa doch, dass der ein oder andere Muskel schmerzt.
Hat die Ausbildung zum Tischler auch Nachteile?
Die Tischlerarbeit ist - wie geschrieben - körperlich anstrengend. Zudem gilt es, die Lautstärke der Sägen auszuhalten ebenso wie die Gase der Lacke und Öle. Obendrein ist die Luft im Betrieb durch die Sägespäre oft staubig.
Sind Tischler gefragt?
Nach wie vor gehört der Beruf des Tischlers zu den beliebtesten Lehrberufen junger Menschen in Deutschland. Die Berufsaussichten für Tischler sind im Vergleich mit anderen Handwerksberufen gut. Es gibt genügend Jobs, aber auch ausreichend viele Bewerber.
Wie sind die Karrierechancen als Tischler?
Nach dem Abschluss der Ausbildung kann man als Gesellin oder Geselle in unterschiedlichen Betrieben arbeiten – und sich durch fachliche oder betriebswirtschaftliche Fortbildungen weiter spezialisieren.
Wer sein handwerkliches Können mit seinen kreativen Fähigkeiten verbinden will, kann als Gestalterin oder Gestalter im Handwerk besonders kreativ werden.
Wenn es fachlich noch höher hinaus gehen soll, kann man den Meisterbrief (Bachelor Professional) erwerben und als Meisterin oder Meister im Tischler-Handwerk die Leitung eines Betriebs übernehmen und Lehrlinge ausbilden. Außerdem kann man mit dem Meisterbrief in der Tasche studieren – auch ohne Abitur.
Wer Kunden und der Umwelt etwas Gutes tun möchte, entscheidet sich für eine Fortbildung zum Gebäudeenergieberater. Dann berät man etwa Hauseigentümer dabei, wie sie ihr Gebäude am besten klimafreundlich umbauen lassen können.
Oder man kann als Fertigungsplaner im Tischlerhandwerk die Prozesse und Abläufe in der Fertigung organisieren und die Arbeiten in der Werkstatt koordinieren.
Als Restaurator im Tischler-Handwerk (Master Professional für Restaurierung im Handwerk) setzt man seine geballte Fachkompetenz ein, um mit alten Handwerkstechniken Kulturgüter wie antike Möbel zu restaurieren und für nachfolgende Generationen zu erhalten.
Als Meister für Veranstaltungstechnik organisiert man die technische Umsetzung von Veranstaltungskonzepten.
Wer seine Zukunft im Management sieht, kann sich zum Betriebswirt nach der Handwerksordnung fortbilden lassen und mit in die Unternehmensführung einsteigen.
Hier noch ein paar weitere Karrieremöglichkeiten im Überblick:
Fazit: Das Tischlerhandwerk ist ein vielseitiger Beruf mit zahlreichen Entwicklungsmöglichkeiten. Kreativität, Köpfchen und handwerkliches Geschick sind gleichermaßen gefragt und machen den Beruf auf lange Sicht abwechslungsreich.
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