Christian-Lindner-Konzern
: Jetzt doch: Auto.de gibt Unterlassungserklärung ab

Die KfZ-Internetplattform wurde wegen mutmaßlicher Wettbewerbsverstöße verklagt. Das Unternehmen, in dem auch der Ex-FDP-Chef Verantwortung trägt, lenkt nun ein.
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red/mm
Berlin
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Christian Lindner wird stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Autoland AG - Größter markenunabhängiger Automobilhandelskonzern setzt starkes Wachstum fort - Umsatzmilliarde in 2025 erwartet

Christian Lindner ist seit Anfang 2026 stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Autoland AG, die Auto.de im November 2025 übernommen hatte.

Luca Geselle/Autoland AG/obs/dpa

Im Streit zwischen dem Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK) und der Internetplattform Auto.de gibt es eine außergerichtliche Einigung. Wie der BVfK am Montagnachmittag in einer Pressemitteilung bekannt gab, hat Auto.de nun doch eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben – und damit einer der zentralen Forderungen des Händlerverbands entsprochen. Ein entsprechendes Schreiben wurde am Montagnachmittag im Original beim BVfK erwartet und ging schließlich ein.

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Wie berichtet, hatte der BVfK das mit Ex-FDP-Chef Christian Lindner und der Autoland-Gruppe verbandelte Unternehmen zuvor wegen „umfangreicher Wettbewerbsverstöße" abgemahnt und anschließend eine Klageschrift beim Landgericht Halle eingereicht. Kritisiert worden waren unter anderem „unzutreffende“ Streich- und Vergleichspreise sowie ein obligatorisches „Rundum-Sorglos-Paket“, das Verbraucher zu Zusatzkosten verpflichte. Auto.de hatte zwar bereits Änderungen an seiner Internetpräsenz vorgenommen, sich jedoch zunächst geweigert, sich rechtlich verbindlich zu verpflichten, auf diese oder ähnliche Praktiken künftig zu verzichten. Genau diese Weigerung war der Grund für die Klageeinreichung gewesen.

Mit der Unterlassungserklärung hat sich Auto.de nun verbindlich dazu verpflichtet, die beanstandeten Methoden zu unterlassen – andernfalls drohen Vertragsstrafen. „Der BVfK sieht nun in Erwartung des fristgemäßen Eingangs der Unterlassungserklärung im Original keinen Grund mehr für die Erhebung einer Wettbewerbsklage gegen Auto.de und hat den Vorgang dementsprechend gestoppt“, heißt es in der Pressemitteilung.

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Christian Lindner und der „Auto-Aldi“

Der Fall hatte besondere Aufmerksamkeit erregt, weil Christian Lindner (47), ehemaliger FDP-Vorsitzender und Bundesfinanzminister, als stellvertretender Vorstandschef der Autoland AG fungiert – also in der Muttergesellschaft von Auto.de. Lindner ist seit Anfang 2026 im Unternehmen tätig und soll 2027 Gründer Wilfried Anclam als Vorstandschef ablösen. Der BVfK wies darauf hin, dass „der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Autoland AG, Christian Lindner, ambitionierte Wachstums- und Expansionsziele für das Unternehmen angekündigt hatte“.

Umso größer dürfte nun die Befriedigung der kleinen Händler sein, dass Auto.de den Unterlassungsforderungen nachkommt. Dabei soll es vor allem um Transparenz und Kommunikation gehen: Nach Auffassung des Verbandes erschwerten Angebote von Auto.de „Verbrauchern die zutreffende Einschätzung der tatsächlichen Angebotspreise und benachteiligten Wettbewerber, die ihre Angebote transparent und regelkonform darstellen“, erläutert BVfK-Präsident Ansgar Klein die Vorwürfe. Der BVfK vertritt nach eigenen Angaben „die Interessen des seriösen und professionellen freien Kfz-Handels in Deutschland“. Dem Verband mit mehr als 1000 Händlern gehören sowohl Unternehmen aus dem Neu-, Gebrauchtwagen- und Oldtimerhandel, als auch dem Kfz-Vermittlergeschäft an.

„Rundum-Sorglos-Paket“ von Auto.de

Beim „Rundum-Sorglos-Paket“, das am Montagmittag weiter angepriesen wurde, soll es um weitergehende Dienstleistungen rund um den Autokauf gegangen sein – von der Überführung bis hin zu Versicherungsfragen. Zum bisherigen Preis und genauen Inhalt des Pakets wollte ein Sprecher auf Anfrage nichts sagen. Laut Medienberichten hing dieser unter anderem vom Fahrzeugwert ab und wurde im Verlauf der Bestellung angezeigt. Nun muss das Paket womöglich ganz neu geschnürt werden, hieß es von Beteiligten.

Die Firma hatte nach eigenen Angaben bereits vergangene Woche „den Forderungen des BVfK durch umfangreiche Anpassungen der Auto.de-Internetpräsenz entsprochen, welche die kritisierten Werbedarstellungen nach vorläufiger Sichtung nicht mehr erkennen lässt.“ Man danke dem BVfK und wünschen sich weiterhin eine gute Zusammenarbeit, so Auto.de-Geschäftsführer Yasin Turhal.